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Foto: Cora K. Hiebinger

Glück kann man immer brauchen, und für ein neues Jahr, das den Inbegriff eines Neubeginns darstellt erst recht. Nicht umsonst boomt die Glücksbringer-Industrie rund um den Jahreswechsel und es gibt zahlreiche Traditionen die dafür sorgen sollen, dass das Glück einem hold bleibt: z.B. in der Nacht auf den 1. Jänner rote Wäsche zu tragen, von einem Sessel zu springen, Trauben zu essen, oder Walzer zu tanzen. Gleichzeitig gilt es, Unglück zu vermeiden: in meiner Familie wurde von meiner Großmutter überliefert, dass man in der Silvesternacht keine Wäsche aufhängen darf – und obwohl ich den ganzen Tamtam um Silvester gar nicht mag, halte ich mich nach wie vor an diese Regel. Glück alleine ist aber nicht genug für einen Neubeginn. Um gute Vorsätze umzusetzen und positive Veränderungen erfolgreich zu verwirklichen braucht es neben Glück auch eine gehörige Portion Durchhaltevermögen und Planung.

Falls du zu denjenigen gehörst, die den Jahreswechsel zum Anlass nehmen, gute Vorsätze zu fassen – die dann häufig bereits Mitte Jänner zu verstauben beginnen: es hilft ungemein, eine klare Richtung festzulegen, um dort anzukommen, wo Du hinwillst. Deshalb ist es äußerst wichtig, bei der Zielsetzung das Ziel auch wirklich präzise zu formulieren: z.B.  “ Ich bin fit und gesund, meine Lungenkapazität ist die einer gesunden 20-jährigen“ statt: „Ich rauche nicht mehr“. Oder “ Ich lebe in einer liebevollen, unterstützenden Beziehung“, statt: “ Ich bin nicht mehr alleine.“

Der nächste Schritt ist dann, den ersten Schritt zu tun. Und dann den nächsten und den nächsten. Daher ist es auch hilfreich, ein großes Ziel in kleinere Unterziele zu unterteilen, deren Erreichung Du dann auch gebührend feiern solltest. Kleinere Häppchen nehmen den Überwältigungs-Faktor aus der Gleichung. Jedes Abnehm- oder Muskelaufbau-Programm beginnt mit dem ersten halben Kilo.

Startschwierigkeiten sind oft das Todesurteil für viele Vorsätze. Vielleicht funktioniert unser erster Schritt nicht gleich und vielleicht auch der nächste und übernächste nicht und wir kommen unserem Ziel nicht näher, sondern enden im Frust. Oder wir beginnen gar nicht erst, weil der Alltag uns wieder fest im Griff hat nach den Feiertagen, oder weil unser Ziel gar nicht ist, abzunehmen, sondern die zu engen, unbequemen Kleidungsstücke gegen passende auszutauschen, und weil unser Nicht-RaucherInnen-Status von unserem Partner oder unserer Ärztin gewünscht wird, und nicht von uns selbst.

Oft vergessen wir auch, zurück zu blicken und zu überprüfen, was denn in der Vergangenheit funktioniert und was eben nicht funktioniert hat. Im Bestreben, nur ja einen Neubeginn zu erwirken und von nun an alles anders machen zu wollen übersehen wir, dass es vielleicht schon Dinge gibt, die eigentlich gut funktionieren und uns auch liegen. Dinge also, die wir behalten oder beibehalten sollten. Das Leben ist oft kein klares Alles-oder-Nichts.

Was können wir tun, damit 2018 die erwünschten Veränderungen bringt?

Energie kann bekanntlich nicht zerstört werden, nur umgewandelt. Wenn Dir in deinem normalen Alltag (sprich ab spätestens 6. Jänner) die Energie fehlt, die Umsetzung deiner Ziele in Angriff zu nehmen fehlt Dir vielleicht einfach nur der Zugang zu deiner Energie, die Dir helfen würde, den ersten Schritt zu tun. Statt unsere Energie für Anspannung, Steifigkeit oder sonstige Zustände zu verwenden, können wir sie für unsere Ziele einsetzen.

Die Beschreibung der Realität ist eines unserer wichtigsten Werkzeuge in der Körperarbeit. Wenn du z.B. selbst bemerkst und beschreiben kannst, wie genau du wirst, wenn du plötzlich gar keine Lust mehr hast, den nächsten Schritt auf dem Weg zu deinem Ziel zu gehen (sprich, die Tafel Schokolade nicht auf einen Sitz aufzuessen), dann kann dir das helfen, genau das eben nicht mehr zu tun, statt die Umstände verantwortlich zu machen. Oder du siehst, dass das Ziel sehr groß ist und du dir Unterstützung suchen musst, wenn du es erreichen willst. Auch kein Problem. Es gibt sicher jemanden, der Dir weiterhilft.

Jeder Neubeginn beinhaltet auch, etwas Altes loszulassen oder abzuschließen. Manchmal hängen wir jedoch in unserer Vergangenheit fest. Die ist aber genau das – vergangen. Vorbei. Wenn Du insgeheim noch offene Rechnungen mit jemandem hast, die im Hintergrund schwelen und die Atmosphäre oder sogar Deine Handlungen beeinflussen wird es schwierig, eine Beziehung neu zu definieren oder einen Konflikt beizulegen. Wenn Du die Realität wahrnimmst, ohne in einem automatischen Zustand festzuhängen, wirst Du bemerken, was nötig ist, um das Thema abzuschließen: eine Aktion von Dir, oder etwas, was du von deinem Gegenüber noch brauchst. Oder ob du die Sache gehen lassen kannst.

Der Jahresbeginn bietet sich an, das alte Jahr Revue passieren zu lassen und das neue zu planen, sei es Vorsätze zu fassen, konkrete Ziele zu formulieren, oder sich zu überlegen, was man weitermachen und mitnehmen und was man lieber loslassen und bleiben lassen möchte. Ich selbst werde in den nächsten Tagen genau das tun, und auch die bereits angekündigten Kurse zum Thema Wollen für Frauen planen. Falls Du spezielle Wünsche an das Programm 2018 hast, schreib mir ein Mail oder einen Kommentar!

Im Jänner biete ich sowohl eine Mini-Workshop-Reihe zum Thema „Ziele – Get_it_Done“ an, als auch ein individuelles „Get_it_Done“ Paket mit Workshops, Training und individuellen Sitzungen.

Ich freue mich über Deinen Kommentar dazu, wie Du Deine Vorsätze umsetzt oder was dich daran hindert – Dich bei einem der Workshops persönlich zu sehen!

 

 

Alt werden, ohne alt zu werden

Alt werden, ohne alt zu werden

Foto: Aaron Amat/shutterstock.com

Heute kam bei einem Spaziergang mit Freundinnen das Thema Pension wieder einmal zur Sprache. Der Wunsch, endlich einmal mehr Zeit zu haben für die Dinge, die „wichtig“ sind, gesund erhalten und „wirklich Spaß“ machen ist natürlich verständlich; ich bin mir des Privilegs durchaus bewusst einen Beruf zu haben, der abwechslungsreich, faszinierend und äußerst befriedigend ist und mich in Bewegung hält. Das körperliche Unwohlsein, das ich in meinem „all-inclusive“ Bürojob allmorgendlich verspürte sobald ich mich an den PC setzte, mit der Aussicht dort ein Minimum von 8 Stunden zu verbringen, ist mir noch gut erinnerlich.

Aber die Entscheidung, alt (im Sinne von noch viele Jahre gesund leben) werden zu wollen müssen wir ja schon viel früher als beim Pensionsantritt treffen. Die Dringlichkeit dieser Wahl wurde mir, wie schon einmal erwähnt, eindringlich bewusst, als ich 50 wurde. Mein Fest lief unter dem Motto „Halbzeit“, wobei ich meine Erwartungshaltung mittlerweile auf 120 hinaufgeschraubt habe, die ich gesund und fit im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte erreichen möchte. Es gibt ja noch so viel zu tun, zu lernen, zu begreifen!

Wenngleich ich mich auch noch wirklich jung fühle und in vielen Bereichen weiterhin so lebe wie vor 30 Jahren: Urlaub mit dem Zelt, Anreise per Bahn, von A nach B mit dem Fahrrad, schlafen im Hochbett – merke ich doch, dass sich einige Dinge verändert haben. So ist der Wechsel mit einigen Symptomen in meine Leben getreten, (die mich z.T. erheitern, z.T. weniger :-)) und hat die Illusion von eigenen Kindern endgültig beendet. Immer wieder bemerke ich auch am eigenen Körper die Unsichtbarkeit, der ich mittlerweile als über 50-jährige Frau offensichtlich anheimgefallen bin. Und auch wenn ich mich sehr bemühe, jeglichen körperlichen „Verfall“ nicht einfach als gegeben hinzunehmen fällt mir schon zunehmend auf, dass mein Körper Exzesse weniger und weniger verzeiht: zu viele Kekse, zu wenig Schlaf, zu harter Untergrund fordern ihren Tribut sofort und unerbittlich.

Auch plötzliche, schwere Erkrankungen in meinem Umfeld von Menschen, die nur wenig älter sind als ich bringen meine optimistische Überzeugung, dass 120 durchaus im Bereich des Möglichen liegen immer wieder etwas ins Wanken. Ich habe Angst „um mein Goaß-Leben“, wie meine Großmutter gesagt hätte.

Im Kontext der Grinberg-Methode und Körperarbeit ist Angst natürlich einer der Energie- und Motivationsgeber schlechthin. Verspürte ich keine Angst um mein „Goaß-Leben“, würde ich nicht zur Gesundenuntersuchung gehen, keine Koloskopie machen lassen (ab 50 ist das ja die Vorsorgeuntersuchung, die auch wirklich etwas bringt), nicht meine Abendgestaltung darauf abstimmen, ob ich denn dann auch bald genug ins Bett käme, um am nächsten Tag trotz seniler Bettflucht ausgeschlafen meinen Tag bestreiten und genießen zu können. Und Tatsache ist – es braucht auch eine gehörige Portion Glück, um JubilarIn zu werden. Und das liegt außerhalb unserer Kontrolle.

Auch Aufmerksamkeit ist wichtiger denn je, je älter Du wirst. Aufmerksamkeit darauf, was, wie und wieviel Du isst – weil der Körper Sünden weniger leicht wegsteckt und empfindlicher reagiert als noch mit 17. Aufmerksamkeit darauf, genügend geruhsamen Schlaf zu bekommen, auf einer Matratze, die die passende Punktelastizität für die „alten Knochen“ bietet (ich habe mir gerade eine neue bestellt und bin daher informiert 🙂 ). Und Aufmerksamkeit darauf, genügend Bewegung in den Alltag einzubauen und nicht in Routinen, die das Hirn benebeln und erschlaffen lassen zu versinken. Eine der großen Herausforderungen ist es dann wohl auch, genügend Routine und Planung im Leben zu haben, um das zunehmend aufwendiger werdende, umfassende Programm fürs Gesund- und Jungbleiben in den Alltag zu integrieren, und gleichzeitig eben nicht in einen langweiligen routinierten Trott zu verfallen der alt macht. Eine weitere ist es, sich nicht der Vergänglichkeit hinzugeben und diese als unumstößliche Gegebenheit hinzunehmen. Der Aufwand sich fit und gesund zu halten wird immer größer, je älter Du wirst, das stimmt. Aber ich habe großes Vertrauen in unsere Körper, dass sie unter dem Motto „es ist (fast) nie zu spät“ jederzeit bereit sind, die Dinge zum Positiven zu verändern. D.h. vielleicht muss ich jetzt doch endlich intensiv an meiner Außenspirale der Hüfte arbeiten, weil sie sich immer wieder unangenehm bemerkbar macht. Jetzt passt es noch, aber lieber vorbeugen, als eine Hüft-OP in 15 Jahren. Also weiterhin jeden Tag genießen –  inklusive „Jungbrunnen-Programm“ – weil immerhin haben wir die Möglichkeiten, solch ein Programm in unseren Alltag einzubauen. Weil wir noch leben.

Ich sammle seit Jahren Vorbilder im Altwerden – die Ex-Turnerin, die nach wie vor täglich am Reck trainiert, die Yoga-Lehrerin, die mit über 90 noch ihre Asanas vorzeigt, wenn sie sehr viel jüngere Leute unterrichtet, Forscherinnen und Forscher, die weiter an ihren Themen dranbleiben und mit 90 noch Bücher veröffentlichen.

Ich für meinen Teil habe letztes Jahr das differenzierte Krafttraining für mich entdeckt – ein Vorteil neben Kraftzuwachs, Steigerung und Erhalt von Knochenfestigkeit und -dichte, und verbesserter Versorgung von Gelenkstrukturen ist, dass mehr Muskelmasse mehr Grundumsatz bedeutet, d.h. man muss nicht gar so viele Kalorien reduzieren, um das Gewicht zu halten. Fürs Gehirnjogging bietet sich z.B. Neuronation.com an. Und Bewegung sowieso immer. Und wenn ich mal Zeit habe, lerne ich endlich Cello spielen – und ich weiß immerhin schon, wem ich mein erstes Buch widme. Sofern ich das Glück habe, gesund zu bleiben.

Nach der letzten Fortbildung nehme ich mir für Februar vor, meine Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit intensiv zu trainieren – auf dass sich mein Hirn ausdehnen und jung bleiben kann. Wenn du mitmachen willst – melde dich! Oder schreibe einen Kommentar dazu, was du tust, um jung und fit zu bleiben – wie gesagt, Du kannst gar nicht früh genug damit anfangen – und es ist auch nie zu spät solange Du lebst.

 

 

Vom Genuss zu spüren (Teil 2)

Vom Genuss zu spüren (Teil 2)

Foto: Rido/shutterstock.com

Im November 2017-Blog zum Thema „Spüren“ („Vom Mut zu spüren“ (Teil 1) ging es um den Versuch zu erklären, warum wir oft nicht so gerne spüren was ist, sowie ein erstes Argument dafür, es doch zu probieren. So kann in meiner Erfahrung Veränderung und Heilung nur dann nachhaltig stattfinden, wenn Du bereit bist, den Dingen die sind – z.B. Schmerz oder Wut – auch Raum zu geben. Wie gesagt: es ist nicht weiter schwierig, jemanden davon zu überzeugen, Genuss oder Verliebtheit zu spüre. Mit sogenannten „unangenehmen“ Gefühlen wie Schmerz, Angst, oder Zorn schaut es aber dann gleich ganz anders aus. Im Bestreben, für das Spüren eine Lanze zu brechen folgen nun weitere Argumente, die Dich vielleicht von der Sinnhaftigkeit überzeugen Dich mit allem was ist zu spüren.

Mehr Spaß im Leben

Die Anstrengung, die du fürs Nicht-Spüren aufwendest kostet dich natürlich auch Energie für die Dinge, die du gerne machen, die Dinge die du in deinem Leben haben möchtest. So musst du dich vielleicht so zusammenreißen, um den Frust in deiner Arbeit nicht zu spüren, dass du am Abend keine Energie mehr aufbringst, etwas Gutes für dich zu tun und damit immer weniger Energie dafür hast, deine Situation zu verbessern. Wer Empfindungen automatisch dämpft, reduziert natürlich auch positive Empfindungen wie Freude, Lust, Zufriedenheit, Klarheit. Damit verspürst du auch weniger, was du eigentlich willst in deinem Leben und machst es Dir schwieriger, dein Potential, das, was dich glücklich und zufrieden macht zu leben.

Schutz und Sicherheit

Das rechtzeitige Spüren von dir unangenehmen Empfindungen, speziell von Schmerz, ist das Warnsignal des Körpers schlechthin. Wenn du nicht spürst, dass du regelmäßig Bauchschmerzen hast, nachdem du etwas Bestimmtes gegessen hast, wird dir nicht auffallen, dass du das entsprechende Lebensmittel nicht so gut verträgst und irgendwann schlägt das Darmimperium vielleicht zurück. Die Angst vor dem Schmerz einer Verbrennung hält kleine Kinder und auch Erwachsene normalerweise davor zurück, auf eine heiße Herdplatte zu greifen und sich nicht kontinuierlich zu verstümmeln, so wie das Kindern passiert, die unter einer seltenen genetischen Krankheit leiden und keinen Schmerz spüren können. Meldet dein Körper nicht unmissverständlich, dass ihm etwas nicht passt, gehst du nicht zur ÄrztIn, um deinen Gesundheitszustand zu überprüfen; und du kümmerst dich nicht darum, deine Lebensbedingungen dahingehend anzupassen, dass du dich wohlfühlst und dein Potential verwirklichen kannst. Unzufriedenheit und Unwohlsein liefern probaten Schutz gegen Bore-Out oder Burn-Out – je nachdem.

Spürst Du Neid, d.h. du willst etwas auch, was jemand anderer bereits hat, kannst du Deine Energien aktivieren, um eben das auch zu erreichen, was die anderen Person (erreicht) hat. Spürst Du Deine Frustration über einen Misserfolg kann dich das motivieren, jetzt erst recht weiterzumachen, um Dein Ziel trotz Stolpersteinen zu erreichen.

Genuss

Die eigene Essenz zu spüren, das, was wir wirklich sind, ist ein äußerst erfüllender Zustand, genüsslich und befriedigend. Das gelingt uns jedoch nur, wenn wir Körper sind, mit allem, was dazugehört: mit der Angst und dem Schmerz, den das Leben eben einfach beinhaltet; mit der Wut über Ungerechtigkeiten und Idiotien; mit der Freude über die Großzügigkeit eines Fremden oder des Lebens an sich, über eine Herausforderung, die du erfolgreich gemeistert hast, über die Nachricht eines geliebten Menschen; mit dem Genuss, nach einem anstrengenden Arbeitstag mit einer Tasse Tee und einem guten Buch auf der Couch herumzuknozen.

In seinem begeisterten Vortrag “ Wer glücklich ist kauft nichts “ beschreibt Gerald Hüther auf eindringliche Art und Weise: Wir alle wollen sicher sein und wachsen dürfen. Das heißt auch, dass wir, als Körper, so sein wollen wie wir sind, zu dem werden und wachsen wollen, was unsere Essenz, unser Potential ist. Das beinhaltet, dass wir ohne zusätzliche Anstrengung, ohne Extras und erlernte Verhaltensstrategien sind, was wir sind. Und unseren Körper spüren mit allem, was dazugehört – weil wenn unser Körper Angst hat, hat er Angst und wenn er wütend ist, d.h. z.B. etwas nicht will, dann will er es nicht. Das heißt natürlich nicht, dass wir immer und überall jeder alles vor die Füße spucken – wir sind ja vernunftbegabte Wesen und somit in der Lage zu wählen, was wir tun. Aber so zu tun, als wärst du völlig einverstanden mit etwas, obwohl du innerlich kochst und im Hintergrund kräftig „matschgerst“, ist so ähnlich, als würdest du in einen eiskalten Raum kommen und das Thermostat versucht dir weiszumachen, dass es angenehme 20 Grad hat. Oder Dir wird vorgegaukelt, dass dein Lieblingsessen auf dem Teller ist, dabei schaut es nur so aus und eigentlich ist es eine Anhäufung von allem was dir nicht schmeckt. Deine Geschmacksknospen senden also „Wäh!!“  zum Hirn, aber dein Verstand behauptet weiter steif und fest, dass das alles seine Ordnung hat und ganz köstlich ist. Des Kaiser’s neue Kleidung sozusagen.

Erlauben wir unserem Körper, das zu sein, was er ist, und das zu spüren, was er spürt, führt das zu einer sehr zufriedenen Entspannung. Einer Selbstverständlichkeit und Klarheit die zu spüren ein großer Genuss sind.

Jede/r, der schon Sitzungen genommen hat, hat diesen Genuss schon einmal erlebt: einfach zu sein. Ohne Extras. Ohne den Versuch, etwas anderes zu sein oder zu spüren, als das, was ist. In Zeiten von Fake-News ist diese Fähigkeit der Aufmerksamkeit für die Realität nicht nur für jede/n von uns persönlich, sondern auch für uns als Gesellschaft hilfreich und notwendig.

Wenn Du mehr zum Thema „Spüren was ist“ lernen möchtest, oder jemand anderem den Weg dazu öffnen möchtest – ich unterstütze dich gerne dabei. Schau auf der Angebotsseite vorbei, auf der ich feiertägliche Geschenk-Pakete zu Spezialpreisen anbiete. Ich freue mich auch über einen Kommentar von Dir darüber, welche Erfahrungen Du mit dem Spüren hast.

Vom Mut zu spüren (Teil 1)

Vom Mut zu spüren (Teil 1)

Foto: Schustikova Inessa/shutterstock.com

In meiner Arbeit geht es immer darum, den Körper mit all seinen Empfindungen zu spüren. Das erfordert Mut, denn oft sind die Dinge die wir wahrnehmen oder spüren nicht wirklich angenehm. Aber es ist auch spannend: denn die Bandbreite dessen, was unser Körper spüren und empfinden kann ist schier unendlich. Da geht neben weh, nicht weh, und verspannt, entspannt noch einiges! Interessanterweise wird „Es tut nicht weh!“ oft gleichgesetzt mit „Ich spüre nichts“. Der Körper ist aber immer da und kann gar nicht anders, als sich und seine Umgebung zu spüren, d.h. ihn nicht zu spüren ist an sich schon ein Paradoxon.

Erinnere dich vielleicht an das letzte Mal, als du dich mit Spaß so richtig gut verausgabt hast und dieses wohlige Gefühl in den Muskeln, die ihrer Bestimmung nachgekommen sind, sich wieder mal bis zum Anschlag kontrahiert haben und jetzt wohlig entspannt und saftig ausrasten. Oder das warm-mollige Gefühl, nach einem Winter-Spaziergang durchfroren nach Hause in die Wärme zurück zu kommen und sich mit einer Schüssel heißer Suppe auch innerlich wieder auszuwärmen. Ich kann mich noch gut an die Zeit meiner aktiven Tanzkarriere erinnern, jeden Morgen spürte ich meinen Körper als lebendigen, arbeitenden Organismus. Neben bamstig, voll, schwer, leicht, schwebend, saftig kann auch klares Wollen, oder voll für etwas zu gehen als körperliche Empfindung spürbar sein. All diese zusätzlichen Empfindungsmöglichkeiten machen das Leben intensiv, spannend, saftig.  Eben spürbar. Und lebendig.

Wieso wollen wir oft nicht spüren, was ist?

Die Intensität mancher Empfindungen, z.B. von Schmerz, sind oft überwältigend. Sei es der Herzschmerz nach einer Trennung oder über den Tod einer geliebten Person oder der Schmerz in einem Zahn der dich in der Nacht wachhält: wir haben alle Strategien entwickelt, den Schmerz in Schach zu halten und uns entweder abzulenken oder ihn aktiv auszublenden. Grundsätzlich ist das eine logische und nachvollziehbare Strategie. Wir sind überzeugt, dass wir nur damit weiter unserer Arbeit nachgehen, Dinge erledigen, unser Leben so weiterführen können wie bisher. Und so beißen wir die Zähne zusammen, drosseln unsere Atmung, verschnüren unser Herz und selbst wenn es uns eigentlich gerade den Boden unter den Füßen wegzieht, weil sich die Zukunftspläne mit einer bestimmten Person gerade in Nichts aufgelöst haben oder unser Job nach 30 loyalen Dienstjahren kurz vor der Pension einer Restrukturierung zum Opfer fällt machen wir gute Miene zum bösen Spiel und tun so, als würde uns das alles nicht weiter tangieren.

Natürlich können wir den unsagbaren Zorn, den wir vielleicht über eine Ungerechtigkeit verspüren die uns oder jemandem in unserem nächsten Umfeld gerade zuteilwurde nicht ungefiltert in die Tat umsetzen und unseren Vorgesetzten mal so richtig die Meinung sagen, wollen wir unsere Karriere nicht aufs Spiel setzen oder jemanden wirklich verletzen. Deshalb sind wir ja auch „erwachsen“ und mit einem logischen Verstand ausgestattet, der uns dabei hilft zu entscheiden, was angebracht ist und langfristig sinnvoll und was nicht.

Unsere Empfindungsfähigkeit automatisch herunterzufahren und das Ausmaß z.B. eines Schmerzes oder eines Zorns auf „lauwarm“ oder „gar nicht mehr“ herunter zu dimmen lässt uns jedoch Situationen aushalten, die wir auf die Dauer nicht aushalten sollten, in denen zu verharren unsere Gesundheit und unser Glück aufs Spiel setzt. Würden wir den Schmerz, die Wut, den Frust wirklich ungefiltert spüren, müssten wir reagieren. Wir könnten nicht in einer Beziehung/in einem Job bleiben, in der/dem wir immer wieder maßlos wütend oder verletzt werden. Wir könnten nicht die Augen verschließen vor gravierenden Problemen unserer Zeit und bequem so weiterleben wie bisher, wie ein Frosch bei langsam zum Kochen gebrachtem Wasser. Wir müssten reagieren und etwas verändern.

Was bringt es, mehr als nur „tut weh“ – „tut nicht weh“ zu spüren?

Es ist sicher nicht so schwierig, dich davon zu überzeugen, dass es genüsslich ist, Freude zu spüren, oder in jeder Zelle Klarheit darüber zu haben, was du willst. Aber Schmerz? Angst? Im Folgenden findest Du ein erstes Argument dafür, auch diese „unangenehmen“ Gefühle zuzulassen. Weitere Argumente folgen im nächsten Blog.

Veränderung und Heilung:

Die Energie, die wir dafür aufwenden, Dinge die eigentlich da sind (Wut, Schmerz, Angst etc.) nichts zu spüren, fehlt dafür unser Leben voll zu leben. Gleichzeitig fehlt uns die Energie dieser starken Empfindungen und Gefühle als Motivator. Wir verbleiben in unserem Status quo, leiden möglicherweise daran, verändern aber nichts. Je länger wir in einer für uns eigentlich untragbaren Situation verharren, desto mehr müssen wir uns an den Mechanismus klammern, der uns ermöglicht das Ausmaß der Untragbarkeit nicht zu spüren, um es überhaupt aushalten zu können. Egal, ob das einen körperlichen oder seelischen Schmerz, Wut oder Angst betrifft, behindert ein Nicht-Spüren Veränderung und Heilung. Wenn ich spüre, dass mich etwas sehr verletzt hat, kann ich reagieren. Ich kann das Gespräch suchen, mögliche Missverständnisse klären, Konsequenzen setzen, mich von einer Person nachhaltig trennen, d.h. dafür sorgen, dass diese Person – wenn sie nicht bereit ist, für ihr verletzendes Verhalten Verantwortung zu übernehmen – nicht mehr in meinem Leben ist.

Wenn ich spüre, dass ein Körperbereich auch Wochen nach einer Verletzung noch schmerzt, kann ich mich darum kümmern, mir Hilfe suchen. Ich kann unterscheiden zwischen „schlechtem Schmerz“ und „Wohlschmerz“ und mir damit vom Körper Feed-back holen, was der Bereich nicht mag und was er schon verträgt – damit nachhaltige und umfassende Heilung stattfinden kann.

Gerne begleite ich Dich in Deinen Bestrebungen dazu, dein „Spüren“ zu aktivieren oder noch stärker anzukurbeln oder Deinen Körper dazu zu animieren, sich nach Verletzungen vollständiger zu regenerieren. Kontaktiere mich für eine Schnuppersitzung zum Einführungspreis oder einen Geschenk-Gutschein für die kommenden Feiertage, oder schreib einen Kommentar wie Du es mit dem Spüren hältst.

Du hast die Wahl

Du hast die Wahl

Foto: seanbear/shutterstock.com

In meiner Arbeit geht es häufig um „Zustände“, die wir in bestimmten Situationen automatisch kreieren. Ein Zustand ist meist eine Reaktion auf eine bestimmte Person oder eine Gegebenheit (Stress), beinhaltet z.B. eine bestimmte Art zu atmen, eine Körperhaltung mit Bereichen, die angespannt sind oder sich anfühlen, als wären sie gar nicht da, oder eine bestimmte Stimmung.

Manchmal ist ein bestimmter Körperbereich betroffen, der dann als „Beschwerde“ wahrgenommen wird; z.B. Deine Schulter – wenn Du vorwiegend in einer bestimmten Haltung sitzt und das über mehrere Stunden pro Tag, und wenn Deine Schulter dabei nicht in der Position ist, in der sie anatomisch sein sollte, wird das Konsequenzen haben. Vielleicht hängt sie nach vorne und du spürst ständig einen Zug hinten, oder durch die Fehlhaltung kommt es zu einer Enge im Gelenk und deine Beweglichkeit ist eingeschränkt bis hin zu Schmerzen und einer Diagnose bei der OrthopädIn. Egal, ob es um eine „Beschwerde“ geht oder dein Seins-Zustand (inklusive Atmung, Stimmung etc.) betroffen ist, einen automatischen Zustand zu kreieren und zu leben wird immer Konsequenzen haben. Die gute Nachricht ist, dass Du auf verschiedenen Ebenen wählen kannst, verschieden Dinge tun kannst:

Wähle den Realitäts-und Fakten-Check

Wenn wir in einem Zustand sind, erleben wir das Leben wie einen Film dessen Verlauf wir bereits zu kennen glauben. Die Fakten zu checken, nachzuprüfen, ob die Realität mit dem übereinstimmt, was wir gerade wahrnehmen, glauben, oder spüren ist bei jeder Wahl hilfreich. Der erste Schritt ist, Dir bewusst zu werden, dass du gerade in einem Zustand bist. In einer Sitzung lernst du ja genau das, zu spüren, wie sich dein ganz persönlicher Zustand anfühlt, wie du ihn kreierst, was er beinhaltet – und wie du ihn loslassen kannst, wie du dich ohne Zustand anfühlst. D.h., wenn du z.B. kaum atmest, in verschiedenen Körperbereichen Anstrengung machst, Dein Denken eindimensional und sich wiederholend wird oder viele Sätze mit „immer“, „nie“ in deinem Kopf herumschwirren, kannst du davon ausgehen, dass du gerade nicht entspannt und frei die Realität erlebst. Wenn du also das nächste Mal glaubst, dass eine Bekannte wütend auf dich ist, obwohl du dir keiner Schuld bewusst bist, frag sie doch, ob dem wirklich so ist. Oder ob deine schlechte Stimmung sich vielleicht hebt, wenn Du ein paar tiefe Atemzüge nimmst und aus der nach vorne gebeugten Haltung mit angespanntem Kopf, Nacken und Bauch aussteigst.

Wähle der Verlockung zu widerstehen

Unsere Zustände sind uns wohlbekannt. Das führt dazu, dass sie sich oft anfühlen, wie unser Lieblings-Sweatshirt – so oft gewaschen, dass es ganz weich und anschmiegsam ist. Selbst wenn der Zustand unangenehm ist oder zumindest unangenehme Auswirkungen hat (und wir z.B. unsere Gehaltserhöhung nicht bekommen, weil wir beim MitarbeiterInnen-Gespräch unser Selbstbewusstsein verlieren und uns selbst klein machen, statt auf unsere Errungenschaften hinzuweisen) gibt er uns doch ein Gefühl der Sicherheit. Die Pseudo-Sicherheit des Kennens, der Gewissheit, dass wir in unserer durchaus manchmal unkomfortablen Komfortzone bleiben können wenn wir nichts verändern. Und unsere Komfortzone hat einen großen Sog. Nicht-Wissen hingegen, Nicht-Wissen wie es sein wird (wenn wir etwas anderes tun/anders sind als üblich) macht Angst. Es gilt also, zu wählen, unseren Zustand loszulassen. Zu wählen mutig zu sein und der Verlockung des Altbekannten zu widerstehen.

Wähle zu Atmen

Die Atmung wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Gott sei Dank möchte man sagen, weil wir sonst vermutlich alle ständig ohnmächtig zusammenbrechen würden, müssten wir unsere Atmung aktiv kontrollieren. Nichts destotrotz ist in jedem Zustand ein ganz bestimmtes Atemmuster involviert – entweder wir atmen nur mehr ganz flach und minimalistisch, oder wir machen extra Anstrengung – entweder beim Ein- oder beim Ausatmen. Der Einatmung steht oft ein angespannter Bauch entgegen, der dem Zwerchfell nur wenig erlaubt, nach unten zu wandern. Die Ausatmung, die eigentlich passiv erfolgen kann wenn wir nicht gerade bedeutend mehr Sauerstoff als in Ruhe benötigen (weil wir uns anstrengen beim Marathon, der Bergwanderung, beim Fitness-Training, …) ist in einem „Zustand“ oft gekoppelt mit aktivem Rauspressen der Luft oder einer extrem kontrollierten, langsamen Lippen-Bremsen-Ausatmung, wie man sie aus der Geriatrie anwendet. Wenn Du schon einmal eine Sitzung bekommen hast weißt Du aus eigener Erfahrung, dass der erste Schritt, um aus einem Zustand auszusteigen ist, wieder tiefer zu atmen. Und schon ist ein Teil des Zustandes weg.

Wähle Anspannung bewusst loszulassen

Kennst du das? Du bist gestresst und prompt wandern deine Schultern hoch zu den Ohren? Das ist eine typische Anspannung, die Teil eines wiederkehrenden, automatischen Zustands sein kann. Sobald du genügen Aufmerksamkeit dafür hast, dass du die Schultern anstrengst und hochziehst – d.h. dass du etwas mit ihnen machst, kannst du auch wieder wählen, sie loszulassen, damit sie eine Chance haben, sich wieder an ihren anatomisch angestammten Platz zu bewegen. Die „perfekte“ Lage zu erreichen mag dauern, aber dieser erste Impuls des Loslassens, dem Körperbereich zu „erlauben“ sich nicht mehr extra anzustrengen ist der erste Schritt. Das funktioniert natürlich für jeden Bereich – schiebst du dein Kinn vor, wenn du wütend bist? Hältst du den Bauch, wenn du Angst hast? Zwickst du die Pobacken zusammen, wenn dir etwas peinlich ist? Wähle, die Anstrengung loszulassen und dem Körper zu erlauben, entspannt zu sein.

Wähle Aufmerksamkeit

Wenn wir in einem Zustand sind, ist unsere Aufmerksamkeit oft auch in diesem Zustand gefangen. Wir sehen die Welt wie durch einen Filter und nur das, was unseren Zustand bestätigt wird aufgenommen. Wenn Du in deinem Zustand z.B. überzeugt bist, dass niemand dich mag, wirst du die Blicke einer Kollegin dahingehend deuten, dass sie dich böse angeschaut hat – dabei hatte sie vielleicht gerade einen Streit mit dem Chef. Oder du siehst zwei Bekannte, die miteinander reden und bist überzeugt, dass sie über dich lästern. Dabei haben sie über Politik diskutiert. Wärst du entspannt und „Zustand-befreit“ könntest du einfach wahrnehmen, dass da zwei Leute die du kennst miteinander reden. Und entweder du gehst zu ihnen hin und diskutierst mit, oder Du hast etwas anderes zu tun und gehst deiner Wege.

Wähle zu denken und nicht alles zu glauben

Jeder „Zustand“ beinhaltet eine bestimmte Art zu denken. Sei es, dass wir kaum noch denken können, weil die Gedanken nur Fetzen sind, die nicht wirklich greifbar sind oder sich die Gedanken in einem immer dichter werdenden Wirbel aufeinander ballen, oder der Kopf plötzlich wie im Nebel dumpf und leer wird; oder, dass sich bestimmte Sätze immer wieder wiederholen und wir uns Anweisungen geben (du solltest doch, jetzt mach doch endlich,…) oder vor Jahrzehnten gezogene und seither nicht mehr hinterfragte Schlussfolgerungen gebetsmühlenartig rezitieren (das kannst du sowieso nicht, das wird nie etwas, die lassen dich ja eh nicht,…). Was unser Hirn in einem „Zustand“ von sich gibt ist eher eindimensional und stark gefärbt von den bereits obengenannten Filtern und kann nicht mehr als produktives denken bezeichnet werden. Der Trick – genauso wie Du Deine Schulter lockerlassen kannst, kannst Du auch entscheiden, dem sich wiederholenden Geschwafel nicht zuzuhören oder manches einfach nicht zu glauben – so wie Du vermutlich auch manchen PolitikerInnen nicht alles glaubst.

Wähle zu spüren was ist

Zustände finden auch in unsere Stimmung oder unserer Gefühlswelt ihren Ausdruck. So bist du möglicherweise manchmal aus scheinbar unerfindlichen Gründen grantig oder schlecht gelaunt. Und wenn du dann nachspürst, was eigentlich los ist, merkst du, dass dich das Arbeitspensum, dem du so locker-flockig zugestimmt hast, zusammen mit deiner derzeitigen Familiensituation und der Krankheit deines Vaters doch mehr mitnimmt, als du dir zugestanden hast. Und dann bemerkst du vielleicht auch, dass sich auch die Atmosphäre im Büro in letzter Zeit verändert hat, und dass eigentlich alle gerade sehr gestresst sind und all diese verschiedenen Stimmungen in einer angespannten Atmosphäre münden. Wenn alle spüren, was eigentlich ist, statt einen Zustand darüber zu legen, der das eigentliche verdeckt, gelingt es auch leichter zu spüren, was notwendig ist, um die Situation zum Positiven zu verändern.

Wählen, dranzubleiben

Ein Zustand ist wie eine zweite Haut. Oft gibt er uns wie gesagt Sicherheit und das Gefühl, dass wir alles im Griff haben. Den Zustand kennen wir ja meist schon sehr lange, wir haben ihn gut geübt. Ein Loslassen eines Zustandes beinhaltet also immer ein Verlassen der eigenen Komfortzone, ein Hinausschreiten ins Ungewisse: was passiert, wenn du im nächsten Meeting deine Schultern lockerlässt, atmest und zustimmst zu spüren, wie aufgeregt du bist, wenn du deinen Standpunkt darlegen sollst? Was passiert in deiner Partnerschaft, wenn du aufhörst, den Mund zu halten und dich zurückzunehmen?

Egal, ob es um eine Schulter geht, die wieder lernen soll, wo sie hingehört, oder eine Hand, die ihr Gewölbe wieder zurücktrainieren will, oder eben um einen Zustand mit allem Drum und Dran, den Du ablegen willst – ohne Übung wird es nicht gehen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Du vieles in deinem Alltag ohne extra Zeitaufwand üben kannst (z.B. wieder einmal Luft zu holen oder eine Bewegung wie das Greifen nach einem Glas Wasser bewusst auszuführen). Und dass du, selbst wenn du tagelang nicht ans Üben gedacht hast, immer wieder neu wählen kannst, es jetzt mal wieder zu versuchen. Damit du deinem Ziel einen weiteren Schritt näherkommst.

Probier einmal für eine Woche eine der Wahlmöglichkeiten aus – entweder tiefer zu atmen, einen Bereich locker zu lassen, oder Deinen Überzeugungen nicht zu glauben – und schreib einen Kommentar zu deinen Erfahrungen damit. Und vergiss nicht, am 15. Oktober wählen zu gehen!

Schritt für Schritt zur Veränderung

Foto: Albina Glisic/shutterstock.com

Schritt 1 – Status Quo-Analyse und Aufmerksamkeit dafür was ist.

Wenn Leute das erste Mal zu mir kommen wissen sie entweder bereits, was sie wollen und haben eine Ahnung davon was sie abhält ihr Ziel zu erreichen. Oder sie merken einfach, dass sie Schmerzen haben oder unrund sind und wollen diesen Zustand beenden und sich wieder wohler fühlen.

Egal warum jemand bei mir in der Praxis auftaucht, der erste Schritt dort ist stets zu beschreiben was Sache ist, also den Status Quo, die Realität jetzt. Je nach Themenlage beginnen wir dann z.B. mit einer Stand- und Bewegungsanalyse:

Wie stehst Du? Wie gehst Du? Bewegt sich Dein Brustkorb mit oder ist der relativ unbeweglich und starr? Wie belastest Du Deine Füße, wo befindet sich Dein Oberkörper, Dein Kopf in Relation zum Becken?

Oder wir starten mit einer Fußanalyse: (mehr …)

Selbstverständlich? Selbstverständlich!

Selbstverständlich? Selbstverständlich!

Foto: Cora K. Hiebinger

Im Urlaub stellte eine Freundin bei einer Diskussion über den Zustand unserer Welt kürzlich unumwunden fest, dass sie eigentlich gar nichts mehr verwunderte. Ganz im Gegenteil sei sie positiv überrascht, wenn z.B. jemand seinen Müll in den Abfalleimer werfe, oder sie den Zebrastreifen überqueren ließe.
Der tägliche Wahnsinn, (mehr …)

Ausgeschlafen ist das neue Cool

Ausgeschlafen ist das neue Cool

Foto: Doucefleur/shutterstock.com

Oder auch nicht. Warum wir nicht nur im Urlaub mehr auf unseren Schlaf achten sollten.

Vor nicht ganz 2 Jahren hatte ich die Gelegenheit meine Herz-Raten-Variabilität (HRV) messen zu lassen. 30 Stunden lang nahmen 2 Messelektroden Daten auf, während ich arbeitete, Sport trieb, aß, las und schlief.  Elis Sonnleitner, Gründerin von heartrates.at analysierte danach die Messerresultate und erklärte mir die Ergebnisse. Ich war durchaus schockiert zu hören, dass ich meinem Körper laut HRV offensichtlich nicht wirklich ausreichend Erholung gönnte und meine Schlafqualität zu wünschen übrigließ (obwohl mein Schlafmodus in der Regel wie folgt zu beschreiben ist: ins Bett – einschlafen – Wecker – aufwachen). (mehr …)

Sei freundlich zu dir selbst

Sei freundlich zu dir selbst

Foto: Cora K. Hiebinger

Das buddhistische Meditationszentrum meiner Wahl (Shambhala Buddhismus in der Stiftgasse) besticht durch seine Unaufgeregtheit. Die Menschen, dich ich dort kennengelernt habe sind in ihren ganz unterschiedlichen Berufen erfolgreich und stehen voll im Leben – angenehm „unheilig“ und nicht abgehoben: niemand gibt vor, die Erleuchtung schon in greifbarer Nähe zu spüren – und doch machen sie weiter und arbeiten an der „grundlegenden Gutheit“, die uns allen innewohnt.

Was mich an dieser Form des „Sitzens“ noch beeindruckt hat ist die Sanftheit, zu der man im Umgang mit sich selbst angehalten wird. „Sei freundlich zu Dir selbst“ ist ein Satz den ich immer wieder gehört habe – und den ich nun häufig meinen KlientInnen mit auf den Weg gebe.

Sicher haben wir alle schon Situationen erlebt, in denen uns andere klein gemacht, ungerecht behandelt, herabgewürdigt, beschimpft oder uns ganz einfach mit Gemeinheiten bedacht haben.

Sicher haben wir das alles nicht als angenehm empfunden – was uns jedoch nicht davon abhält, uns auch selbst mit abfälligen Bemerkungen herunterzumachen, streng zu kritisieren, oder zu beschimpfen. Wir reden mit uns und über uns oft auf eine Art und Weise, die uns die Schamesröte ins Gesicht treiben würde, sprächen wir so über eine andere uns nahestehende Person.

Freundlich zu Dir sein heißt nicht, dass Du von jetzt an alles super findest, was du tust und sagst und dir, egal was für eine Aktion Du gerade geliefert hast lächelnd auf die Schulter klopfst.

Freundlich zu Dir selbst heißt, dich wie eine dir liebe Freundin zu behandeln. Zu der sagst du ja sicher nicht „Was bist du doch für ein Idiot!“ wenn sie einen Fehler gemacht hat. Einen guten Freund bremst du vielleicht ein, wenn er sich nur mehr von einem Termin zum anderen schleppt und halbkrank und übernachtig sein Leben fristet. Und sagst ihm, dass du dir Sorgen um ihn machst und dass er seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Wenn gute FreundInnen dich an ihren Wünschen und Träumen teilhaben lassen sagst du nicht als erstes gleich einmal „das wird sowieso nichts.“ Du hörst ihnen zu und unterstützt sie darin, realistische Schritte zu setzen und bestärkst sie, das zu tun was sie glücklich macht. Beschimpft jemand Deine FreundInnen oder behandelt sie ungerecht, wirst du für sie da sein und ihnen den Rücken stärken, oder sogar selbst einschreiten, um die AggressorInnen zu stoppen und in ihre Schranken zu weisen. Und wenn deine FreundInnen Hirngespinsten nachhängen, bist du diejenige, die ihnen die Augen öffnet und sie wieder in die Realität zurückholt.

Ich habe mit FreundInnen ein Abkommen getroffen: falls wir mit zunehmendem Alter schrullig zu werden beginnen oder einem gewissen Realitätsverlust anheimfallen, teilen wir das einander mit. Weil wer sonst, wenn nicht unsere FreundInnen sollte uns darauf hinweisen, dass wir uns gerade ins Hemd lügen, im Begriff sind, eine große Dummheit zu begehen, oder eine unserer „Eigenheiten“ gerade auf die Spitze treiben. Freund-lich sein hat also auch ganz viel mit ehrlich sein und in der Realität sein zu tun.

Die Zustände, die wir kreieren und in denen wir uns selber niedermachen führen immer zu einer Verzerrung der Realität. Weil wenn du ehrlich bist, weißt du natürlich, dass du keinE VollidiotIn oder VersagerIn bist, aber möglicherweise gerade etwas getan hast was nicht ausnehmend klug war. Und wenngleich jedeR von uns ein Einzelstück und damit schon in sich vollkommen ist, so entbehrt doch der Anspruch „perfekt“ sein zu müssen (im Sinne von keine Schwächen, keine Fehler zu haben oder zu machen) nicht einer gewissen Arroganz. Freundlichkeit zu sich selbst beinhaltet dann, uns mit einem grundsätzlichen Wohlwollen zu betrachten, Entwicklungspotentiale zu sehen („there is room for improvement“), mit sanfter Ausdauer dranzubleiben und beim nächsten Mal aufs Neue unser Bestes zu geben.

Nächstes Mal, wenn Du wieder einmal über dich schimpfst oder schlecht redest, überprüfe einmal, ob du dieselben Worte, denselben Tonfall einer guten Freundin, einem guten Freund gegenüber anschlagen würdest. Freundlicher mit sich umzugehen bewirkt dann möglicherweise auch ein friedlicheres Miteinander – du mit dir, du mit anderen.

Zum Thema friedlicher gibt es im September auch das Symposium Peace Now, das das Shambhala Zentrum ausrichtet. Bis 30. Juni gilt noch der FrühbucherInnen-Bonus. Auch ich wurde eingeladen einen Workshop zu halten – der findet am Sonntagvormittag zum Thema „Respekt Yourself For Peace“ statt:

Friede in der Welt beginnt mit Frieden in und mit unserem Körper. Spüren wir uns besser und begegnen unserem Körper mit Respekt, zeigt uns der sehr genau, wo es langgeht: wieviel Ruhe er braucht, was er zu Essen mag, wie er sein Potential verwirklichen möchte. Geben wir ihm (und damit uns) Raum, sind wir zufriedener und es fällt uns leichter, auch andere sein zu lassen, wie sie sind. Damit ist ein erster Schritt zu einer zufriedeneren, friedlicheren Stadt getan. In diesem Workshop trainieren wir unsere Körperaufmerksamkeit, damit wir wieder besser spüren können was uns unsere Körper zu sagen haben.

Willst Du schon früher Freundlichkeit zu Dir selbst üben? Schaffe Dir Deine ganz private Freundlichkeits-Challenge: plane für einen gewissen Zeitraum (1 – 6 Wochen) jedes Mal, wenn Du dazu ansetzt etwas Negatives über Dich zu sagen oder mit dir zu schimpfen, das zu bemerken, tief durchzuatmen und Dir vorzustellen, das zu oder über (D)ein Kind, oder sonst jemanden zu sagen, den Du wirklich gerne magst. Schau, ob das nicht einiges an Schärfe herausnimmt aus Deinen Anmerkungen.

Oder Du schaust bei einer Happy_Body_Revolution vorbei, und lernst Deinen Körper anatomisch funktionell zu be- und damit zu ent-lasten.

Oder Du machst Dir einen Termin für eine Einzelsitzung aus und lernst Freundlichkeit zu Dir am eigenen Körper. Im Juni und Juli sind Erstsitzungen für Neu-KundInnen um 55% ermäßigt – Codewort: Freundlichkeit.

Ich freue mich, von Dir zu hören, wie es Dir damit geht, freundlicher und sanfter mit Dir selbst umzugehen!

Trafen sich ein Rabbi und ein Imam in Wien….

Trafen sich ein Rabbi und ein Imam in Wien….

Foto: Kues/shutterstock.com

Warum wir immer wieder hinterfragen sollten, was wir zu wissen glauben – oder – „Ent-schwurbelt“ Euch!

Trafen sich ein Rabbi und ein Imam in Wien…. So könnte einer der typischen Rabbiner-Witze beginnen. Allerdings ist dies kein Witz, sondern tatsächlich geschehen. Und dank meiner guten Freundin Ebru konnte ich neulich dabei sein, als der Wiener Gemeinderabbiner Hofmeister und der Imam Demir von ihren Erfahrungen auf der „Reise nach Jerusalem“ berichteten und die Fragen der mehrheitlich aus dem christlichen Kulturkreis stammenden Zuhörer*Innen beantworteten. Ein äußerst spannender Abend mit lebhaften Diskussionen. (mehr …)

Schmerz lass nach.

Schmerz lass nach.

Foto: TheaDesign/shutterstock.com

Gedanken über Trauer und Schmerz, 1

Einer meiner Grinberg-AusbildnerInnen hat mich einmal als die größte Schmerz-Vermeiderin seit langem bezeichnet. Sicher habe ich auch mehr als einmal meine Praktikerin (eine der erfahrensten und besten in Wien) zur Verzweiflung gebracht, weil ich mich in meiner stadtbekannten Sturheit über lange Zeit konsequent geweigert hatte, mich auf Schmerz einzulassen. Ich kann mich noch heute erinnern, wie verwundert wir beide waren, als ich zum ersten Mal während einer Sitzung nicht wie üblich darauf reagierte, sondern sehr undramatisch zustimmte, den Schmerz zu spüren, weiter zu atmen und ihn sich und mich verändern zu lassen. (mehr …)

7,5 Liter pro Minute*

7,5 Liter pro Minute*

Foto: Cora K. Hiebinger

Seit Jahrtausenden wissen Menschen, dass unsere körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte untrennbar mit dem Atem verbunden sind. Abgesehen davon, dass jede Zelle unseres Körpers auf ständige Zufuhr von Sauerstoff und den Abtransport von Kohlendioxid angewiesen ist, und das Gehirn ohne ausreichende Sauerstoffversorgung bereits nach 15 Sekunden mit Bewusstlosigkeit reagiert, können wir zwar bis zu 72h ohne Wasser – aber nur wenige Minuten ohne Sauerstoff überleben. Trotzdem wirst Du ständig dazu aufgefordert, mehr Wasser zu trinken, aber nur von einem ausgewählten Personenkreis (z.B. der Grinberg-PraktikerIn Deiner Wahl 😉  ) dazu mehr zu atmen. Zum Glück wird die Atmung über das Atemzentrum im Stammhirn gesteuert und wir können uns nicht willentlich durch Nicht-Atmen ersticken. So flach und angestrengt, wie viele von uns jedoch atmen, halten wir unseren Körper doch oft auf Sparflamme und schränken unsere Beweglichkeit, unser Wohlbefinden und unseren Energielevel dadurch unnötig ein. (mehr …)

Or would you rather be a fish?

Or would you rather be a fish?

Foto: baronb/shutterstock.com

In Jim Jarmusch’s Film „Paterson“ erinnert sich der Protagonist, Busfahrer und Poet, an einen Schlager  den sein Großvater immer gesungen hat; die Strophe „Or would you rather be a fish?“ ist der Impuls zu seinem neuen Gedicht. Die Frage ist bei mir hängengeblieben – in meiner Arbeit geht es ja immer auch darum, meine Klient*Innen dabei zu unterstützen, automatische Verhaltensabläufe und Zustände, die sie sich über die Jahre antrainiert haben zu ent-lernen, um ihrem ur-eigensten Selbst Schritt für Schritt wieder näher zu kommen. Nicht selten löst diese Annäherung an das eigentliche „Sein“ Angst aus, und die Zustände, Masken und Verschleierungen die unsere wahre Essenz verstecken, fühlen sich wie kuschelige Schmusedecken an, essentiell für unser Wohlbefinden und Überleben. (mehr …)

Glaubst Du noch oder fake-st Du schon?

Glaubst Du noch oder fake-st Du schon?

Foto: ibreakstock/shutterstock.com

Als österreichische Wort des Jahres 2016 wurde mit „überwältigender Mehrheit“  „Bundespräsidentenstichwahl-wiederholungsverschiebung“ gewählt, laut der Pressemitteilung der Jury ist dieses Wort:

„…sowohl inhaltlich als auch aufgrund seiner Länge ein Sinnbild und ironischer Kommentar für die politischen Ereignisse dieses Jahres.“

In Deutschland machte das Wort „postfaktisch“ das Rennen: (mehr …)

Not my circus, not my monkeys.

Not my circus, not my monkeys.

Foto: Sumitra.Hanai/shutterstock.com

Die letzten eineinhalb Jahre waren von einem Konflikt überschattet, in den ich zwar nicht direkt involviert war, der mich jedoch trotzdem tangierte und Anlass zu diversen, hitzigen Diskussionen unter Kolleg*Innen und Freund*Innen gab. Zum Teil machten wir uns schon im Vorhinein aus, diesmal nicht über „das Thema“ zu sprechen, weil absehbar war, dass – sobald wir es anschnitten – die Wogen emotional hochgehen und unsere Treffen sich dadurch bedeutend weniger produktiv und erquicklich gestalten würden.

Im Laufe des letzten Monats passierten dann mehrere Dinge: (mehr …)

Gnothi Seautón – Erkenne Dich selbst*

Gnothi Seautón – Erkenne Dich selbst*

Foto: SK.Chavan/Shutterstock.com

“If I miss one day’s practice I know it. If I miss two days my friends know it; and if I miss three days the public knows it.” Dieses Zitat, das u.a. Rubinstein zugeschrieben wird, war auch zu meiner Zeit in der Tanzwelt sehr beliebt. Unter Freund*Innen und Kolleg*Innen haben wir es häufig augenzwinkernd als Motivator verwendet, wenn die stürmische Eiseskälte eines New Yorker Winters oder die allgemeine Müdigkeit nach einer Performance oder einer Nachtschicht im Catering oder Babysitten uns das Zehn-Uhr-Training nicht wirklich verlockend erschienen ließ. (mehr …)

Schau ihr in die Augen, Liebes. Gedanken über die Angst (1)

Schau ihr in die Augen, Liebes. Gedanken über die Angst (1)

Foto: Tom Reichner/shutterstock.com

Warum es Sinn macht, uns darüber klar zu werden wovor wir Angst haben (sollten).

Wenn mich heute Leute fragen, wie ich das denn hingekriegt hätte – mit 30 nach New York zu gehen, um eine professionelle Tanzausbildung zu machen – kann ich nur sagen – hätte ich mir das alles genauer überlegt, wäre ich nie im Leben in Amerika gelandet. Meine Angst vor dem lebenslangen Bereuen – davor, meinen Traum endgültig aufzugeben ohne es zumindest versucht zu haben – war einfach größer als die, ins Flugzeug zu steigen und es darauf ankommen zu lassen. (mehr …)

Mensch ärgere Dich (nicht).

Mensch ärgere Dich (nicht).

Foto: Lightspring/shutterstock.com

Brettspiele machen mich mittlerweile nicht mehr wütend – außer mein „Kleine-Schwester-Syndrom“ wird durch ein genüssliches „Älla Bätsch!“ der Gewinner*In reaktiviert: hoffnungslos unterlegen und dafür auch noch ausgespottet.

Die treuen Leser*Innen meines Blogs wissen natürlich, was heutzutage meinen Ärger triggert (z.B. Autofahrer*Innen, die geparkt ihren Motor unnütz laufen lassen, die Verunglimpfung von Sprache, etc.). Mit meiner Wut über manche politischen Entscheidungen bin ich auch nicht ganz alleine: Im New Yorker schreibt Adam Davidson: (mehr …)

Genarrt und Reingelegt

Genarrt und Reingelegt

Foto: Lightspring/shutterstock.com

Was Brexit, Trump, Hofer und Pokemon gemeinsam haben – und was Du dagegen tun kannst.

Bewegung ist lebensnotwendig, senkt das Gesamtsterberisiko und hilft laut WHO gegen Erkrankungen wie Diabetes, Depression, Demenz und Herz-Kreislauferkrankungen (wobei schon durch die Mindestdosis von 150 min pro Woche das Gesamtsterberisiko um 10% verringert werden kann). Damit ist auch gleich das Argument für Pokémon Go abgedeckt – wenn die Kids (und Erwachsenen) plötzlich lieber zu Fuß durch die Gegend laufen, um Monster zu fangen, statt in der Straßenbahn Heute zu lesen – großartig. Ansonsten finde ich dieses Versinken von Vielen in der „augmented reality“ solcher Spiele etwas irritierend. (mehr …)

Ein Plädoyer gegen die Bequemlichkeit

Ein Plädoyer gegen die Bequemlichkeit

Foto: wrangler/shutterstock.com

Der Verfassungsgerichtshof hat sein Urteil gefällt, die Stichwahl zur Bundespräsident*Innenwahl muss wiederholt werden. Ob das nun rechtlich richtig oder falsch ist (weil keine tatsächlichen Manipulationen nachgewiesen wurden),  – Tatsache bleibt, dass Gesetze zur Wahlregelung, die laut VfGH „rigoros angewendet werden müssen“ aus Bequemlichkeit schon jahrelang nicht eingehalten wurden.

Bequemlichkeit deshalb, weil manche Beisitzer Sitzungsprotokolle unterschrieben, ohne die Auszählung auch wirklich überwacht zu haben, erst gegen Mittag kamen, oder überhaupt „einstimmig beschlossen, bei der Auszählung der Briefwahlstimmen am Montag nicht anwesend sein zu müssen.“ Und da es sich hierbei um „eingespieltes Brauchtum“ handelte, haben auch alle brav mitgetan. (mehr …)

Get Up, Stand Up!

Foto: albina glisic/shutterstock.com

Foto: albina glisic/shutterstock.com

7 easy steps to better posture and possible back-pain relief

Low back pain (LBP) is a very common global health problem that most people experience at some point in their life, particularly between the ages of 35 and 55. The WHO’s 2010 Global Burden of Disease Study estimated that LBP is among the top 10 diseases and injuries that account for activity limitation and work absence, affecting performance in all areas of life and general well-being. Worldwide, the prevalence of chronic, impairing LBP is raising in all age groups and genders. Several risk factors have been identified (such as occupational posture, depressive moods, body height and age), however, the causes of the onset of LBP remain unknown.

While nothing can be done about body height and age, posture can be improved easily with some level of attention and practice. And standing upright and looking the world straight into the eyes does not only reduce the strain on your muscular-skeletal system and thus improve you well-being and energy level, it may even improve your mood!

Here are the 7 steps:

  1. Feet: stand hip-width* apart, feet pointing straight to the front. Make sure you feel the entire heel and ball of your foot on the floor and you put equal weight on the front and back and outside and inside of the foot.
  2. Knees: Bend you knees slightly, keeping the legs parallel, that means the knee caps face to the front and the second/third toe.
  3. Pelvis: imagine there is a weight hanging down the tip of your sacrum (the bone that is fitted between the two hip bones) – that means the tip of your sacrum, as well as your sit-bones are pointing downwards vertically. This slightly lengthens the lower back area, without taking away the natural curve of the spine in the lumbar region.
  4. Upper back: make sure that your upper back is on top of the pelvis and does not lean back placing it actually behind the pelvis. You need a mirror or – even better – somebody to watch you and direct you in the right direction. Be aware that even a slight correction in your alignment will feel extremely weird at first – until your system adapts to the new arrangement.
  5. Shoulders: imagine your shoulder girdle – scapula in the back and clavicles in the front. Then slightly lift the shoulder girdle off your rib cage and gently place it back on the ribs like putting something on a table. The shoulders can just rest on the ribs, the arms can dangle down, you do not need to hold them. The frequently heard “shoulders back” is a big misunderstanding, that just gives you tension between the shoulder blades.
  6. Head and neck: Imagine a little air cushion behind your ears at the base of your skull. By gently inflating the cushion, allow the back of the head to rise slightly upwards, lengthening the neck. This will bring your chin down a bit, so that it can rest parallel to the floor instead of pointing upwards. Be careful – what I see people usually do when trying to lengthen their neck is that they bring the back of the head further back and down instead of up and to the front. That is the exact opposite of what you should be doing! And – the movement of lengthening is tiny, hardly noticeable. Also, with this correction you will usually have the sensation of looking down – which makes sense, since you changed the position of the head without changing the way you look – the eyes need to find a new position so they can look straight to the front again.
  7. Float and anchor yourself: Using the image of the head being a balloon floating up to the ceiling you can now let your spine dangle down from the head like a pearl necklace – at the bottom end of the spine is then the pelvis with the weight at the sacrum pulling it down. Breathe deeply and relax into those two forces, one pulling you up (the centrifugal force) and one pulling you down (gravity at its best). The more you relax into the floor (or into the chair when sitting), surrendering your weight to the ground while at the same time floating up, making sure that all the parts are stacked vertically on top of each other, the easier it will be for your body to find its proper alignment, reduce postural effort and take out inappropriate strain.

Now that you accomplished to do it once, you need to practice it. The best is to put yourself an anchor – e.g. each time you wait at a red light you upright yourself, or each time you get a phone call, you do it. In the beginning, make sure that you control your alignment, either in a mirror, a shopping window, or asking a real person. Breathe, relax and notice how you grow taller on your way to increased well-being.

*Hip-width means, the feet are below the hip joint (not the outside of your hips): If you place your hands on your hip bones, the finger facing the groin and then bend one leg, lifting it off the floor, you can feel the joint.

Frust ist der erste Schritt

Frust ist der erste Schritt

Foto: Photographee.eu/shutterstock.com

Da ich Radfahrerin bin, kenne ich Staus kaum; es ist fast immer genügen Platz vorhanden, um sich durchzuschlängeln und notfalls kann ich das Rad auch über Hindernisse heben. Kürzlich fuhr ich jedoch mit Freundinnen über das verlängerte Wochenende auf Kurzurlaub nach Istrien. Nach 4 Tagen genußvollstem Abhängen, mit köstlichem Essen, guten Büchern, Schwimmen im Meer und viel Schlaf brachen wir am Sonntagnachmittag mit den ersten schwarzen Gewitterwolken zurück nach Wien auf. So wie tausende andere Kurzurlauber*Innen aus den Nachbarländern. (mehr …)

Realität und Verantwortung

Realität und Verantwortung

Foto: bleakstar/shutterstock.com

Kürzlich war ich Zeugin eines Konflikts im Straßenverkehr. Nachdem der Autofahrer wütend ausgestiegen und dem Radfahrer nachgelaufen war, beschwerte er sich lautstark bei einem Passanten, dass der Mann auf dem Rad „mitten auf der Straße“ gefahren sei und ihn dann angepöbelt hätte. Was ich gesehen hatte war, dass der Autofahrer den Radfahrstreifen „mitbenutzt“ und seinen Arm aus dem Fenster gestreckt hatte, als der Radfahrer an ihm vorbeiwollte und der dann unwillig reagierte. (mehr …)

Ruhe Bitte!

Ruhe Bitte!

Foto: Ollyy/shutterstock.com

Ich kann mich noch gut erinnern, als der Lärm in meinem Kopf noch ca. 130 Dezibel erreichte. Kommentare über meine Umgebung wechselten sich ab mit Diskussionen, die ich noch zu führen hatte oder im Review-passieren lassen im Nachhinein verändern wollte. Die Spezialvariante als ich noch aktive Tänzerin war: die Choreographie der nahenden Performance in meinem Kopf durchspielen – was ja grundsätzlich ein legitimes Mittel ist, sich besser an Bewegungsabläufe zu erinnern; nur leider fing der ganze Tanz sofort von Neuem an, sobald ich den letzten Schritt gemacht hatte und raubte mir in Endlosschleife den Schlaf. Ich hatte also kaum Kontrolle darüber, wie laut es in meinem Kopf zuging. (mehr …)

Hast Du schon aufgeräumt?

Hast Du schon aufgeräumt?

Foto: Cora K. Hiebinger

Aufräumen und mich von Überflüssigem zu trennen stand nun schon ein paar Mal auf meiner Liste guter Vorsätze für das neue Jahr. Mittlerweile habe ich auch genügend Werkzeuge erlangt, um in die Gänge zu kommen und meine Vorsätze wirklich umzusetzen. Eine große Hilfe ist jeder weitere Geburtstag den ich feiere – da der mich daran erinnert, dass ich die Halbzeit bereits überschritten habe (obwohl ich gesunde 120 werden möchte da ich noch viel vorhabe 🙂 ). Jedenfalls sinkt meine Toleranzgrenze hinsichtlich Zeitverschwendung und insgesamt gegenüber allem, was ich nicht in meinem Leben haben möchte mit jedem Jahr drastisch. (mehr …)

Respect yourself! Und alle anderen auch.

Respect yourself! Und alle anderen auch.

Foto: Kentoh/Schutterstock.com

Egal weswegen jemand Sitzungen bei mir nimmt – der erste Schritt ist stets, die Aufmerksamkeit meiner KlientInnen darauf zu lenken was „ist“: was sich in der Realität abspielt, was im Körper real passiert. Das heißt dann vielleicht, dass wir bemerken, dass wir unsere Atmung drosseln und unsere Schultern hochziehen, sobald wir über den Streit mit der Chefin berichten; oder dass wir spüren, wie wir die Zähne aufeinanderbeißen und uns die Tränen verkneifen, wenn wir erzählen, dass unsere Großmutter im Sterben liegt. Dass wir merken, wie erschöpft wir eigentlich sind (weil alles gerade etwas viel ist), wir uns aber weiter zwingen so zu tun als könnten wir alles alleine schaffen. (mehr …)

7 Tipps um Deine guten Vorsätze Realität werden zu lassen

7 Tipps um Deine guten Vorsätze Realität werden zu lassen

Foto: Sarah2/shutterstock.com

Nichts hindert uns, jeden Tag und jede Begegnung, jede Unterrichtsstunde und Präsentation, jede Probe und jeden Bühnenauftritt, jedes Mal wenn wir unser Instrument in die Hand nehmen oder unseren Körper für ein Training aufwärmen, – selbst jeden Atemzug – als Neubeginn zu betrachten. Einen Neubeginn, in dem wir von neuem wählen, was wir tun wollen und was nicht.

Es ist jedoch eine sehr alte Tradition für einen Neubeginn ein spezifisches Datum festzulegen: meist hatte es mit Aussäen und Anbauen zu tun – mit der Tag und Nachtgleiche zu Frühlingsbeginn (Akitu der (mehr …)

Die Kunst, großzügig zu sein

Die Kunst, großzügig zu sein

Foto: Cora K. Hiebinger

Gerade vor den Feiertagen verbinden wir Großzügigkeit meistens mit Geschenken und materiellen Zuwendungen. Großzügigkeit muss jedoch nicht unbedingt etwas kosten. Wenngleich es laut Studien glücklicher macht, Geld für andere auszugeben als für sich selbst (siehe z.B. TED- TALK von Michael Norton) – liegt der Genuss des (mehr …)

Die Macht des Nein

Die Macht des Nein

Foto: Matthias G. Ziegler/shutterstock.com

Nein hat eine große Macht. Schon Zweijährige, die ihre Unabhängigkeit und ihre Grenzen zu entdecken beginnen wissen das und antworten häufig grundsätzlich einmal mit Nein, egal was sie gefragt werden. In YouTube Videos wirkt das Ganze entzückend und amüsant, für Eltern die laut einer Studie in dieser Phase 25 – 30 mal in der Stunde mit ihrem Kind argumentieren müssen ist es eine anstrengende Herausforderung.

Als Tante von drei sehr willensstarken Nichten habe ich die Vehemenz und Klarheit ihres Neins stets sehr bewundert: (mehr …)

Zeit für Entspannung? Wählen geht immer.

Zeit für Entspannung? Wählen geht immer.

Foto: Sakuoka/Shutterstock.com

Als ich beim Passion-Project-Workshop im September die Frage in den Raum stellte, was das denn eigentlich sei – entspannt sein – kamen die verschiedensten Definitionen: Wohlspannung im Körper spüren, mit einem Buch auf der Couch liegen, keine fixen Termine haben, alle Dinge der To-Do-Liste abgearbeitet haben, u.ä. (mehr …)

Die nächste Deadline kommt bestimmt

Die nächste Deadline kommt bestimmt

Foto: Gunnar Pippel/Shutterstock.com

Warum wir die Herausforderungen des Lebens annehmen sollten

Die Urlaubszeit ist zu Ende und der ganz normale Alltags-Stress beginnt wieder – mit Deadlines für Entscheidungen, Dokument-Abgaben, Prüfungen oder Projekt-Einreichungen. Abgesehen von all diesen mehr oder weniger bekannten Stress-Faktoren verdeutlicht die derzeitige Menge an Katastrophenmeldungen, dass sich unsere Welt verändert, ob wir das nun wollen oder nicht. (mehr …)

Digital Detox zur Rettung der Welt

Digital Detox zur Rettung der Welt

Foto: ESB Professional/shutterstock.com

Fred Luks, Ökonom und Nachhaltigkeitsexperte an der WU rät: „Entspannen sie sich. Das ist wahrscheinlich das Beste, was sie zur Rettung der Welt beitragen können.“ Ein großartiges Motto speziell für die Urlaubszeit, wenngleich Abschalten und Entspannen vielen von uns immer schwerer fällt. Viele beantworten auch in ihrer Freizeit geschäftliche E-Mails und es wurde mittlerweile bereits der Begriff Nomophobie (No-Mobile-Phone-Phobia) gekürt, um die Angst nicht erreichbar zu sein zu beschreiben.  (mehr …)

Routinen – shake them, baby, shake them!

Routinen – shake them, baby, shake them!

Foto: Sam72/shutterstock.com

Ich muss zugeben, dass mich alleine der Gedanke, ich müsste – ohne gemütlich meinen Kaffee getrunken zu haben – in der Früh überstürzt das Haus verlassen, unrund macht. Obgleich ich dieses Ritual (oder weniger euphemistisch ausgedrückt – diese Routine) nur ungern aufgebe, kann ich doch den Nutzen darin sehen, Routinen immer wieder einmal zu durchforsten und ordentlich zu rütteln – ganz nach dem Motto – Shake them, baby, shake them!

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Siehst Du den Gorilla?

Siehst Du den Gorilla?

Foto: Nagel Photography/shutterstock.com

Das neue Werbeplakat von Wien Energie zeigt eine Radfahrerin (Martina, 16) auf einem Elektro-Rad mit dem Slogan: „Benzinbrüder brems ich mit Strom aus“ – ein Paradebeispiel für die Verwendung von Stereotypen: emotional besetzt, „ganz oder teilweise tatsachenwidrig und Veränderungen gegenüber weitgehend resistent“, wird hier der schwelende Unfriede zwischen VerkehrsteilnehmerInnen angeheizt und gleich noch weiter verfestigt. Solche eingefahrenen Klischees werden jedoch nicht nur in der Werbung oder zur Aufrechterhaltung verschiedener –Ismen gezielt eingesetzt, sondern schränken auch im zwischenmenschlichen Bereich unsere Wahrnehmung und unser Verhalten ein.

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Entspannt bleiben in Absurdistan

Entspannt bleiben in Absurdistan

Foto: Ollyy/Shutterstock.com

Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit als Lehrerin im amerikanischen Schulsystem: immer wieder kamen Anweisungen von oben, die in der Realität im Klassenzimmer absolut keinen Sinn machten und kaum durchführbar waren, meinen Handlungsspielraum jedoch massiv einschränkten. Auch von meinen KlientInnen höre ich immer wieder über fehlende Wertschätzung, mangelnde Perspektiven und Aufstiegschancen, sowie Umstrukturierungen, die in der Realität außer zusätzlichem Arbeitsaufwand nicht viel bringen. (mehr …)

Bewegliche Füße – Standfestigkeit im Alltag

Bewegliche Füße – Standfestigkeit im Alltag

Foto: Julia M. Rohn

Wenn ich Leuten meinen Beruf erkläre, höre ich oft ein – „Ah die Grinberg-Methode, das ist doch das mit den Füßen?!“. Und es stimmt, als Praktikerin der Grinberg-Methode stelle ich in einer ersten Sitzung häufig nicht nur unzählige Fragen zu dem Thema, das Dich zu mir bringt, sondern betrachte zunächst auch ausgiebig Deine Füße, bewege und berühre sie.

All diese Informationen, die Farbe und Festigkeit der verschiedenen Fußzonen, die Beweglichkeit der Füße und Knöchel, die Antworten auf meine Fragen helfen mir, ein klareres Bild davon zu bekommen, was Du lernen kannst, um die von Dir gewünschte Veränderung in Deinem Alltag erzielen zu können – die sich dann früher oder später auch in einer Veränderung in Deinen Füßen widerspiegeln wird. (mehr …)

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