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Foto: Cora K. Hiebinger

Glück kann man immer brauchen, und für ein neues Jahr, das den Inbegriff eines Neubeginns darstellt erst recht. Nicht umsonst boomt die Glücksbringer-Industrie rund um den Jahreswechsel und es gibt zahlreiche Traditionen die dafür sorgen sollen, dass das Glück einem hold bleibt: z.B. in der Nacht auf den 1. Jänner rote Wäsche zu tragen, von einem Sessel zu springen, Trauben zu essen, oder Walzer zu tanzen. Gleichzeitig gilt es, Unglück zu vermeiden: in meiner Familie wurde von meiner Großmutter überliefert, dass man in der Silvesternacht keine Wäsche aufhängen darf – und obwohl ich den ganzen Tamtam um Silvester gar nicht mag, halte ich mich nach wie vor an diese Regel. Glück alleine ist aber nicht genug für einen Neubeginn. Um gute Vorsätze umzusetzen und positive Veränderungen erfolgreich zu verwirklichen braucht es neben Glück auch eine gehörige Portion Durchhaltevermögen und Planung.

Falls du zu denjenigen gehörst, die den Jahreswechsel zum Anlass nehmen, gute Vorsätze zu fassen – die dann häufig bereits Mitte Jänner zu verstauben beginnen: es hilft ungemein, eine klare Richtung festzulegen, um dort anzukommen, wo Du hinwillst. Deshalb ist es äußerst wichtig, bei der Zielsetzung das Ziel auch wirklich präzise zu formulieren: z.B.  “ Ich bin fit und gesund, meine Lungenkapazität ist die einer gesunden 20-jährigen“ statt: „Ich rauche nicht mehr“. Oder “ Ich lebe in einer liebevollen, unterstützenden Beziehung“, statt: “ Ich bin nicht mehr alleine.“

Der nächste Schritt ist dann, den ersten Schritt zu tun. Und dann den nächsten und den nächsten. Daher ist es auch hilfreich, ein großes Ziel in kleinere Unterziele zu unterteilen, deren Erreichung Du dann auch gebührend feiern solltest. Kleinere Häppchen nehmen den Überwältigungs-Faktor aus der Gleichung. Jedes Abnehm- oder Muskelaufbau-Programm beginnt mit dem ersten halben Kilo.

Startschwierigkeiten sind oft das Todesurteil für viele Vorsätze. Vielleicht funktioniert unser erster Schritt nicht gleich und vielleicht auch der nächste und übernächste nicht und wir kommen unserem Ziel nicht näher, sondern enden im Frust. Oder wir beginnen gar nicht erst, weil der Alltag uns wieder fest im Griff hat nach den Feiertagen, oder weil unser Ziel gar nicht ist, abzunehmen, sondern die zu engen, unbequemen Kleidungsstücke gegen passende auszutauschen, und weil unser Nicht-RaucherInnen-Status von unserem Partner oder unserer Ärztin gewünscht wird, und nicht von uns selbst.

Oft vergessen wir auch, zurück zu blicken und zu überprüfen, was denn in der Vergangenheit funktioniert und was eben nicht funktioniert hat. Im Bestreben, nur ja einen Neubeginn zu erwirken und von nun an alles anders machen zu wollen übersehen wir, dass es vielleicht schon Dinge gibt, die eigentlich gut funktionieren und uns auch liegen. Dinge also, die wir behalten oder beibehalten sollten. Das Leben ist oft kein klares Alles-oder-Nichts.

Was können wir tun, damit 2018 die erwünschten Veränderungen bringt?

Energie kann bekanntlich nicht zerstört werden, nur umgewandelt. Wenn Dir in deinem normalen Alltag (sprich ab spätestens 6. Jänner) die Energie fehlt, die Umsetzung deiner Ziele in Angriff zu nehmen fehlt Dir vielleicht einfach nur der Zugang zu deiner Energie, die Dir helfen würde, den ersten Schritt zu tun. Statt unsere Energie für Anspannung, Steifigkeit oder sonstige Zustände zu verwenden, können wir sie für unsere Ziele einsetzen.

Die Beschreibung der Realität ist eines unserer wichtigsten Werkzeuge in der Körperarbeit. Wenn du z.B. selbst bemerkst und beschreiben kannst, wie genau du wirst, wenn du plötzlich gar keine Lust mehr hast, den nächsten Schritt auf dem Weg zu deinem Ziel zu gehen (sprich, die Tafel Schokolade nicht auf einen Sitz aufzuessen), dann kann dir das helfen, genau das eben nicht mehr zu tun, statt die Umstände verantwortlich zu machen. Oder du siehst, dass das Ziel sehr groß ist und du dir Unterstützung suchen musst, wenn du es erreichen willst. Auch kein Problem. Es gibt sicher jemanden, der Dir weiterhilft.

Jeder Neubeginn beinhaltet auch, etwas Altes loszulassen oder abzuschließen. Manchmal hängen wir jedoch in unserer Vergangenheit fest. Die ist aber genau das – vergangen. Vorbei. Wenn Du insgeheim noch offene Rechnungen mit jemandem hast, die im Hintergrund schwelen und die Atmosphäre oder sogar Deine Handlungen beeinflussen wird es schwierig, eine Beziehung neu zu definieren oder einen Konflikt beizulegen. Wenn Du die Realität wahrnimmst, ohne in einem automatischen Zustand festzuhängen, wirst Du bemerken, was nötig ist, um das Thema abzuschließen: eine Aktion von Dir, oder etwas, was du von deinem Gegenüber noch brauchst. Oder ob du die Sache gehen lassen kannst.

Der Jahresbeginn bietet sich an, das alte Jahr Revue passieren zu lassen und das neue zu planen, sei es Vorsätze zu fassen, konkrete Ziele zu formulieren, oder sich zu überlegen, was man weitermachen und mitnehmen und was man lieber loslassen und bleiben lassen möchte. Ich selbst werde in den nächsten Tagen genau das tun, und auch die bereits angekündigten Kurse zum Thema Wollen für Frauen planen. Falls Du spezielle Wünsche an das Programm 2018 hast, schreib mir ein Mail oder einen Kommentar!

Im Jänner biete ich sowohl eine Mini-Workshop-Reihe zum Thema „Ziele – Get_it_Done“ an, als auch ein individuelles „Get_it_Done“ Paket mit Workshops, Training und individuellen Sitzungen.

Ich freue mich über Deinen Kommentar dazu, wie Du Deine Vorsätze umsetzt oder was dich daran hindert – Dich bei einem der Workshops persönlich zu sehen!

 

 

Schenken mit Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit Schenken.

Schenken mit Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit Schenken.

Foto: Cora K. Hiebinger

Das es weihnachtet merkt man in den letzten Jahren vor allem daran, dass sich mehr als sonst mit Säcken und Paketen bepackte Menschenmassen durch die Einkaufsmeilen schieben. Da sich meine Praxis nun mal auf der Mariahilfer Straße befindet, erlebe ich das hautnah mit, auch wenn ich nur ein paar Pedaltritte auf ihr zurücklege, um möglichst schnell wieder in das Refugium meines Arbeitsplatzes abtauchen zu können. Der „Black-Friday“ – eine seltsame Neueinführung – war anscheinend der Auftakt; die Schlangen an den Kassen zogen sich durch halbe Geschäfte und wie ich hörte, gab es zeitweise Probleme mit dem Internet vor lauter Online-Shoppen.

Ich mag die Vorweihnachtszeit. Ich mag es zu spüren, dass das Jahr zu Ende geht mit einem Neubeginn gleich um die Ecke. Ich mag die Kälte (die jetzt endlich angekommen ist) und die frühe Dunkelheit – einfach als Zäsur und klaren Schnitt. Abende zu Hause, in eine Decke gekuschelt, heißer Tee und dicke Wollsocken. FreundInnen, die ich selten sehe – weil wir alle sehr beschäftigt sind mit unseren Leben – auf einen Punsch treffen. Nach Leobersdorf in die Wellnessoase fahren und nach der Sauna ins wirklich eiskalte Wasser steigen. Merken, dass ich müde bin und zurückblicken auf das Jahr und wissen – ja, klar, kein Wunder.

Ich mag auch Weihnachten selbst. Wir essen gut, es gibt selbstgebackene Kekse, wir lachen viel. Über die Jahre ist es immer weniger stressig und immer friedlicher und lustiger geworden. Was wohl auch daran liegt, dass ich genau 5 Menschen beschenke und von ihnen beschenkt werde. FreundInnen bekommen ein Geburtstagsgeschenk, aber zu ein und demselben Anlass 5 gute Geschenke zu finden reicht vollkommen, finde ich.

Schenken mit Aufmerksamkeit

Ich schenke gerne und ich bekomme auch gerne Geschenke. Der Spaß am Schenken hat für mich damit zu tun, eine wirklich zündende Idee zu haben, wie ich jemandem eine Freue machen kann. Das passiert manchmal zufällig, mitten im Juni, und ich sehe etwas auf einem Markt, von dem ich weiß, das gefällt meiner Nichte 100%ig. Oder ich bin in einer anderen Stadt und es gibt dort etwas, dass meiner Mutter große Freude machen wird, und es gibt es nur dort und ich weiß, sie würde sich das selber nie gönnen. Schenken mit Aufmerksamkeit heißt auch, das Lieblingsbuch meines Bruders zu kennen, damit ich den Titel meiner Buchhändlerin Anna Jeller nennen kann und sie schlägt mir 3 Bücher vor, die ihm dann wohl auch gefallen werden – und es tun. Aufmerksam Schenken heißt dann auch, etwas zu verschenken, was ich selbst vielleicht nicht als Geschenk möchte, – aber die beschenkte Person eben doch. Und nicht etwas zu schenken, nur damit man etwas einpacken kann. Oder es gar nicht erst einpacken und nur nebenbei aus einer Kiste mit lauter gleichen Dingen ziehen.

Aufmerksamkeit Schenken

Es ist nicht so, dass ich alles besitze, was ich gerne haben möchte. Aber die materiellen Dinge, die ich mir – außer einem Garten – wünsche sind wirklich sehr spezifische, praktische Sachen – ein Radanhänger z.B., oder ein neues Zelt, weil meines mittlerweile altersschwächelt. Von vielen anderen Besitztümern habe ich mich mittlerweile getrennt und – auch wenn ich davon noch weit entfernt bin – mir schwebt als Ideal ein gewisser Minimalismus vor. Ich kaufe kaum noch Sachen. Vermutlich geht es vielen so ab einem gewissen Alter. Wir haben alles, die Wohnung – oder gar das Haus – ist voll. Das Auto auch. Der Keller und der Zweitwohnsitz ebenso. Aufmerksamkeit und Zeit sind dann schon wieder etwas anderes.

In den letzten Jahren haben mein Freundeskreis und ich mehr und mehr begonnen, Aktivitäten zu verschenken. Das Großartige daran – wenn man der Busenfreundin einen gemeinsamen Thermenbesuch schenkt, kommt man selbst auch in den Genuss der Entspannung. Oder ein Pflanzenfärbekurs mit meiner Schwester, Mutter und Nichten, den ich mit wenig Begeisterung begann und der sich zu einem sehr erbaulichen Tag entwickelte, von dem wir mit Wolle in sanften Farben heimkehrten. Auch Konzert- oder Theateraufführungsabos, die man dann gemeinsam besucht, haben sich sehr bewährt. Und wenn man es überschaubarer haben möchte, kann auch ein Kinofrühstück oder eine Abendvorstellung gemeinsame Zeit und Aufmerksamkeit bedeuten. Und ich bin immer wieder begeistert über einen Ausflug, zu dem man einen Apfel und harte Eier mitnimmt und irgendwo dann auf einen Kaffee – oder ein Bier – einkehrt. Aktivitäten können dann auch noch auf verschiedenen Ebenen nachhaltig  sein. Kein Staubfänger, sondern gemeinsame Erinnerungen, keine ressourcenbindende DVD für zu Hause, sondern Performance-Erlebnis zum Eintauchen, Angreifen und Spüren.

Aufmerksamkeit und Spür-Fähigkeit erhöhen

Ich hoffe, Du findest heuer Zeit und Muße, den letzten Monat des Jahres zu genießen und hast ganz viele schöne Ideen, wie Du Deinen Liebsten und/oder Dir selbst eine Freude bereiten kannst. Falls Du Deine Aufmerksamkeit erhöhen möchtest, damit dir mehr freudespendende Ideen kommen ist es hilfreich, immer wieder mal tief durchzuatmen, das Gewicht abzugeben an die Schwerkraft und den Körper zu spüren. Das hilft Verzweiflungskäufe zu verhindern :-).

Hier eine kleine Übung dazu:

Rippen-Weiten:

Sitze aufrecht auf einem Sessel. Der Torso sitzt quasi auf dem Becken, der Kopf auf dem Hals, alles ist im Lot und übereinandergeschichtet. Beginne auf der rechten Seite. Platziere die rechte Hand hinten auf den unteren rechten Rippen, die linke Hand vorne auf den oberen rechten Rippen (Wenn deine Wahrnehmung schon geschärft ist, kannst du es auch ohne die Hand aufzulegen machen.)

Nun atme so, dass du eine Ausdehnungsbewegung gegen die Hände spürst, auf einer Diagonalen die von schräg oben vorne nach schräg unten hinten verläuft. Es geht nicht darum, eine möglichst große Bewegung zu erzielen, sondern eine möglichst gleichgroße nach vorne oben und hinten unten. Wiederhole das für einige Male (2 – 3 min), dann die Hände sinken lassen, weiteratmen, so wie dein Körper es jetzt mag. Vergleiche die beübte mit der unbeübten Seite. Dann mach das gleiche auf der anderen Seite.

Bleib noch sitzen, spüre den Körper auf dem Sessel. Bring dich noch einmal ins Lot, atme tief weiter, lass weiter Anstrengung los. Gib dein Gewicht an den Sessel ab, das Gewicht der Beine an den Boden. Gleichzeitig lass den Scheitel nach oben schweben – du klinkst dich in die Flieh- und die Schwerkraft ein, atmest und entspannst.

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Falls Du Hilfe bei der Entspannung brauchst – im Dezember gibt es noch einmal den „Pop Up. Hand Arbeit.“ in der Praxis in Wien, mit Glühmost und gratis Entspannungssitzungen, Schminkberatung, sowie Stoff statt Plastik-Taschen und Wohnaccessoires aus österreichischer Schafwolle von Sheepish. Kostenfreie Entspannungs-Sitzungen gibt es auch noch einmal im Thalia in Linz (voraussichtlich 13. Dezember, 15 – 17:30h) und falls Du nachhaltiges Wohlbefinden schenken/haben willst, ist das heurige Weihnachstangebot 4 Sitzungen zum Preis von 2*.

Schönes Schenken. Schönes Beschenktwerden.

 

 

Dafür Sein

Dafür Sein

Foto: Cora K. Hiebinger

Random Acts of Kindness als sanfte Revolution

Neulich habe ich folgenden Post auf FB gelesen:

„While much of America seems to be getting more and more divisive, I’m going to be holding doors for strangers, letting people cut in front of me in traffic, greeting all I meet, exercising patience with others, and smiling at strangers.“

Dazu passend die Rede unseres Bundespräsidenten Alexander van der Bellen zum Nationalfeiertag, der da sagte:

„Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen. Lassen wir uns nicht einreden, Mitgefühl zu zeigen, sei weltfremd. Lassen wir uns nicht einreden, ausschließlich an sich selber zu denken sei das einzig Kluge, Realistische und die eigentlich wünschenswerte Norm. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Normen sich verschieben und wir stumpf werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass das Recht des Stärkeren das Maß aller Dinge wird.“

Wir haben die Wahl

Beide Zitate beziehen sich auf die realistische Möglichkeit eine Wahl zu haben. Eine Wahl nicht nur an der Urne (das ist Anfang November für die AmerikanerInnen relevant), sondern auch die Wahl, wie wir sein möchten. Was wir tun, oder eben nicht tun wollen. Was wir aussprechen, und was wir für uns behalten. Wie wir etwas sagen und welche Wörter wir verwenden – oder eben nicht. Und selbst wenn unsere Gedanken oft einfach wie aus dem Nichts aufzutauchen und völlig außerhalb unserer Kontrolle zu liegen scheinen, können wir auch hier entscheiden wie viel Aufmerksamkeit wir einem Gedanken geben, wie sehr wir uns mitreißen lassen in eine Richtung – oder eben nicht.

Unsere Wahlmöglichkeiten scheinen in der heutigen Zeit immens – gab es früher ein Joghurt von der Molkerei des Bundeslandes, kann man jetzt in jedem ADEG verschiedene Marken und Sorten erstehen, vielleicht eigentlich vom selben Anbieter, aber das ist oft schwer zu durchschauen. Billigsttarife ermöglichen es jedeR von uns, auch im kommenden Jahr wieder eine Fernreise in ein exotisches Land zu buchen. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten aller eingeschränkt mit jedem vermüllten Strand, jedem Grad Klimaerwärmung, jeder ausgestorbenen Spezies, jeder versiegten oder an Nestlé verkauften Wasserquelle.

Widerstand

In letzter Zeit habe ich mich vermehrt von meiner Empörung über den Status der Welt, – darüber, was politisch bei uns und auch anderswo passiert, wie sehr die Wahrheit verdreht wird und wir alle für dumm verkauft werden, wie nonchalant von den Mächtigen Gesetze gebrochen werden und die mit einem Klaps auf die Hand „bestraft“ werden und wie wenig die wirklich bedrohlichen Themen  – z.B. die des Klimawandels – angegangen werden – mitreißen lassen. Das hat mich viel Energie gekostet und meinen Stresslevel in ungesunde Höhen geschraubt. Ich stelle mich hiermit dieser Realität und der Tatsache, dass ich meine Ressourcen damit überstrapaziere und ich so nicht weitermachen kann.

Dafür Sein

Auch wenn ich mir vermutlich weiterhin die Haare raufen, wenn ich den 10. SUV des Tages mit laufendem Motor stehen, oder die mit 0,25l Einweg-Plastikflaschen überquellenden Mistkübel der Stadt sehe; ich habe beschlossen, mich nicht mehr darin aufzureiben, gegen das alles zu sein, sondern mich noch mehr darauf zu fokussieren, für etwas zu sein. Für etwas, das ich in der Hand habe. D.h., dieses Für heißt, dass ich meinen ökologischen Fußabdruck noch weiter zu verringern suche. Und dass ich – wie in den obengenannten Zitaten beschrieben – mich immer wieder dazu entscheide, freundlich und geduldig zu bleiben, sozusagen als paradoxe Intervention auch zu Leuten, die mir den Vorrang nehmen, sich vordrängen, unhöflich sind.

Und noch öfter wähle, freundlich und höflich zu sein zu Fremden, Türen aufzuhalten, zu grüßen, zu lächeln, das Handy auf lautlos zu stellen und vom Tisch zu räumen, wenn ich mit jemandem dort sitze, den KassiererInnen im Supermarkt Aufmerksamkeit zu schenken, Dinge aufzuheben, die jemandem zu Boden gefallen sind. Zu wählen, mich nicht daran zu gewöhnen, dass das jetzt eben so ist bei uns, dass die Menschen eben so sind, dass ich scheinbar nichts verändern kann. Und mich immer wieder bemühen, meinem eigenen Ideal davon, wie man sein, was man tun soll zu entsprechen. Und wenn ich es wieder einmal nicht schaffe nicht auszurasten im Angesicht großer Präpotenz und Arroganz, auch zu mir freundlich zu sein ob dieses Ausrutschers. Und weitermachen mit dem Dafür-Sein und vielleicht damit kleine, revolutionäre Nester zu initiieren von Freundlichkeit, Respekt, Aufmerksamkeit. Die sich zu einem Netzwerk des Miteinander, des Mensch-Seins verbinden und die Welt durchdringen. Und sie damit verändern. Mit jedeR von uns.

Wo bist Du zu Hause?

Wo bist Du zu Hause?

Foto: Cora K. Hiebinger

Seit September biete ich jeden Donnerstag Sitzungen in Linz, der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, an. Nachdem ich mittlerweile schon doppelt so lange in anderen Städten  lebe als in Linz, hat mich das plötzliche Bedürfnis, wieder mehr Zeit in Oberösterreich zu verbringen doch etwas überrascht (und nicht nur mich 🙂 ). Und obwohl ich trotz dieser langen Abwesenheit vor jedem Besuch in Linz immer kundtat, dass ich „nach Hause“ fahre, kam ich auch immer „heim“ wenn ich wieder in Wien (oder New York) ankam.

Das Gefühl, dass sich jetzt in mir breit macht, wenn eine Linzer Klientin ein typisch oberösterreichisches Wort verwendet, das ich in Wien so nie zu hören bekomme – oder wenn ich in OÖ den Blick schweifen lasse in die Landschaft, die doch eine sehr andere Qualität hat als die rund um Wien, ist eines, das Du sicher kennst. Ob es nun ein Lieblingsplatz im Wohnzimmer ist, auf den du dich mit Kuscheldecke zurückziehst, wenn du nach einem langen Arbeitstag nach Hause zurückkommst, oder ein Lieblingsort in der Natur, auf den du dich regelmäßig begibst, um Entspannung zu finden. Selbst in Pilates-Gruppenstunden platzieren die meisten ihre Matte immer wieder auf denselben Platz. Ein Platz, den wir manchmal in Seminaren zu suchen aufgefordert werden – geht im Raum herum und bleibt da, wo es sich stimmig anfühlt. Es ist eine Stimmigkeit, ein Wiedererkennen. Es sind Augenblicke des zur Ruhe Kommens, des Ankommens, wo du die Gewissheit spürst, dass – jetzt gerade – alles gut ist, alles passt, so wie es ist.

Und wahrscheinlich kennst du das Gefühl auch von Sitzungen. Wenn sich plötzlich eine Selbstverständlichkeit breit macht, Du für eine Weile aufhörst gegen den Status Quo anzukämpfen, gegen das, was nicht so ist, wie du es gerne hättest; und stattdessen im Einklang bist mit dem was ist. Damit, was und wie Du bist. Zustimmst, dass es ist, wie es ist – selbst wenn da Schmerz ist, oder Angst. Kein Gefangen-Sein in einem Zustand, keine Enge oder Einschränkungen, die du dir selbst auferlegst. Du bist einfach. Ich nenne diese Empfindung, dieses „Einfach-Sein“ auch „Ohne-Extra“ oder „Wesen“ sein. Ohne irgendwelchen Strategien, Glaubenssätzen, Überlegungen dazu, wie wir sein sollen, was wir zu tun haben. Nichts-Angelerntes, Geübtes, sondern ein simples „Ich bin“. „Du bist“. Der Inbegriff von Körper sein – eben ohne Extra. Ein Seins-Zustand, der sich häufig genüsslich anspürt, oder zumindest Erleichterung verschafft.

Heimkommen in den Körper – und die Vorteile davon

Dieses bei sich ankommen, heimkommen in den Körper hat viele Vorteile.

Am offensichtlichsten ist wahrscheinlich, dass Du, wenn Du kein „Extra“ machst, weniger Energie verbrauchst. D.h., statt die Schultern hochzuziehen und das Kiefer anzuspannen, lässt du beide Bereiche locker und atmest tief. Statt Körperbereiche abzukapseln und nicht bzw. wenig spürbar zu machen, schenkst du ihnen Aufmerksamkeit. Statt im Kopf mit immer wiederkehrenden Gedanken beschäftigt zu sein, genießt du die Stille in und um Dich. Die Energie, die du dir ersparst (weil du kein „Extra“ machst) kannst du dann für sinnvollere Dinge verwenden: Dinge, die dir Spaß machen – oder du steckst sie in deine Arbeit und die geht dir dann leichter von der Hand, ist erbaulicher, und es bleibt dir mehr Freizeit weil du mit deinen Aufgaben schneller fertig bist.

Die Extras, die wir uns und unserem Körper antun, kosten nicht nur Energie, sie reduzieren auch häufig unser Wohlbefinden. Entweder, weil wir durch die ewige Anspannung unseres Schulter- und Nackenbereichs auch häufig Kopfschmerzen haben, oder weil wir vor lauter Einziehen unseres Bauchs unsere Verdauung behindern und er mit Aufgebläht-Sein reagiert. Abgesehen davon kann es sich – wie oben bereits erwähnt – sehr wohlig und genüsslich anfühlen, einfach der Körper zu sein, der man ist. Ohne an ihm herumzunörgeln und zu -zupfen.

Die Extras betreffen natürlich nicht nur überflüssige Anstrengung in bestimmten Körperteilen, sondern eben auch Glaubenssätze oder die Art, wie wir in bestimmten Situationen automatisch denken. Und vielleicht ist ja die Überzeugung – „Das wird eh wieder nichts“ oder „Die anderen können das alle viel besser“ nicht wirklich deine, ganz persönliche Überzeugung, sondern etwas, was du von irgendjemandem häufig gehört und dann übernommen hast, oder was – als du 4 warst und alle anderen schon 8, damals zwar gestimmt, heute aber keine Gültigkeit mehr hat.

Wenn KlientInnen in Sitzungen diesen Zustand des Selbstverständlich-Seins, Körper-Seins erfahren, ist oft auch eine spürbare Erleichterung im Raum. Kein Wunder eigentlich, dass unsere Körper froh sind, wenn sie die Extras, die wir ihnen abverlangen (Lächeln obwohl uns nicht danach zumute ist, den Mund halten, obwohl wir etwas zu sagen hätten, die Zähne zusammenbeißen, obwohl uns zum Weinen ist, ….) aufgeben dürfen.

Wenn wir davon ausgehen, dass jede und jeder von uns ein ganz außergewöhnlich einzigartiges Wesen ist mit ganz bestimmten Charakteristika und Qualitäten, dann ist neben all diesen persönlichen Vorteilen des Heimkommens in den Körper auch noch die Welt an sich eine Gewinnerin wenn wir heimkommen. Denn wenn Du die Fähigkeit hast, besonders einfühlsam zu sein und die verschiedensten zwischenmenschlichen Schwingungen nicht nur wahrnehmen, sondern auch verstehen kannst – und dieses Talent nicht in die Welt bringst, weil du immer darauf gedrillt wurdest, doch besser mit harten Fakten zu jonglieren – ist die Welt ein ärmerer Ort.

Wenn du aber bei deiner Selbstverständlichkeit ankommst, ist es leichter zu spüren, was du liebst und brauchst – und im Bestreben, das dann zu verwirklichen, in dein Leben zu bringen, kommst nicht nur du deinem persönlichen Glück näher, sondern machst gleichzeitig die Welt zu einer besseren.

Hartmut Rosa schreibt in seinem neuen Buch: Resonanz:

„Das Leben aber gelingt, … nicht per se dann, wenn wir reich an Ressourcen und Optionen sind, sondern, so banal, ja tautologisch dies zunächst klingen mag: wenn wir es lieben. Wenn wir eine geradezu libidinöse Bindung an es haben. Es, das sind dabei die Menschen, die Räume, die Aufgaben, die Ideen, die Dinge und Werkzeuge, die uns begegnen und mit denen wir es zu tun haben. Wenn wir sie lieben, entsteht so etwas wie ein vibrierender Draht zwischen uns und der Welt.“

Wenn wir Körper sind, ist da nicht nur ein einzelner vibrierender Draht, sondern wir können uns über die gesamte Körperoberfläche mit der Welt verbinden. Und spüren, was ist.

Wenn Du Lust hast, Deine Selbstverständlichkeit zu entdecken – probier eine Sitzung aus: jeden Donnerstag von 9 – 14h in Linz, den Rest der Woche wie gehabt in Wien. Im Oktober mit dem Codewort: „Körper-Sein“ für NeukundInnen zum halben Preis.

Hier noch eine kurze Übung zum Ausprobieren:

Am besten du legst dir gute Musik auf, und bewegst dich im Rhythmus dazu, so wie es dir angenehm ist. Schau, dass du nicht einfach ins Disco-Fieber gleitest sondern wirklich bewusst deine Beine, dein Becken, den ganzen Körper spürst und sich bewegen lässt.

Dann bleib stehen (oder setzt dich aufrecht hin). Die Füße sind satt auf dem Boden platziert, du gibst dein Gewicht an den Untergrund ab.

Nimm ein paar tiefe Atemzüge.

Dann atme ein (tief aber ohne Anstrengung)

halte den Atem und spanne den Körper an (nicht 100%, aber so ca. 75%)

stell dir vor, du legst alles an Ablenkungen, Sätzen die im Kopf herumschwirren, in das nächste Ausatmen.

Atme aus mit „TSSSSSSS“.

Atme weiter.

Spüre den Boden unter dir und lass deine Fußsohlen Wurzeln schlagen, dehne deine Wahrnehmung nach unten in den Boden aus.

Auch das mach ohne Anstrengung, erlaube es einfach, dich mit dem Boden zu verbinden.

Dann spür den Raum über dir und dehne deine Wahrnehmung nach oben aus.

Mach das einige Atemzüge lang, ohne jegliche Anstrengung.

Dann spür noch einmal nach unten und nach oben, dehne deine Wahrnehmung aus.

Dann nimm die restlichen 4 Richtungen – nach vorne, nach hinten, nach links und nach rechts auch mit und dehne deine Wahrnehmung, den Raum den du einnimmst auch in diese Richtungen aus.

Lass dich von Wänden, Decken, anderen Gegenständen oder Personen nicht aufhalten. Erinnere dich immer wieder daran, dass das Ganze kein Kampf ist, sondern ein natürlicher Seins-Zustand unseres Körpers – wir – als Wesen – hören nicht an unserer Hautoberfläche auf. 🙂

Willkommen daheim.

 

Gedanken über den Schmerz, 2

Gedanken über den Schmerz, 2

Foto: Julia M. Rohn

Während der April-Blog von 2017 „Schmerz lass nach“ Gedanken zum Thema Trauer und Schmerz sammelte, geht es in diesem Blog des Herbstbeginns um körperlichen Schmerz. Auch wenn es für den Körper wohl wenig Unterschied macht, worauf der Schmerz beruht – auf einer verlorenen Liebe oder einem fehlbelastetem Knie – weh tun tut es allemal. So schreibt auch Harro Albrecht in seinem Buch Schmerz. Eine Befreiungsgeschichte:

„Der Schmerz ist die Grenzfläche, an der Psyche und Körper aufeinandertreffen. Er ist Trennungsschmerz, Wundschmerz und psychische Verletzung durch Zurückweisung. Er ist ein Phänomen, welches das ganze menschliche Leben umfasst.“

Schmerz ist ein Kommunikationsmittel des Körpers. Er ist ein Hinweis an uns – halt, hier stimmt etwas nicht. Achtung, hier ist Gefahr im Verzug. Wie sinnvoll und wichtig das ist, erschließt sich uns dann, wenn wir den Leidensweg von Menschen mit einer seltenen Krankheit (CIPA = hereditäre sensorische und autonome Neuropathie Typ IV) betrachten, die keinen Schmerz spüren können. Da sie keinen Schmerz spüren, lassen Kinder mit diesem genetischen Defekt bei ihren Unternehmungen nur wenig Vorsicht walten, was zu wiederholten, schweren Verletzungen führt. Bereits verletzt, schonen sie den betreffenden Körperteil auch nicht, weil es ja nicht wehtut. Langfristig werden so Knochen und Gelenke zerstört.

Auch wenn Dir jedoch theoretisch nachvollziehbar ist, warum Schmerz eine sinnvolle Einrichtung des Körpers ist, mag natürlich trotzdem niemand Schmerzen haben. So ist unsere übliche Reaktion darauf auch genau das: wir ignorieren ihn, wollen ihn loswerden, kämpfen dagegen an. Und selbst wenn eine Verletzung eigentlich schon wieder gut ist, verharren wir doch oft in einer Vermeidungshaltung und schränken unseren Bewegungsspielraum aus Angst vor neuerlichen Schmerzen ein. Sei es, dass wir den Arm nicht mehr über 90 Grad heben, oder dass wir Wanderungen oder sonstige Aktivitäten resigniert aus unserem Freizeitprogramm streichen.

Abgesehen davon, dass uns jede unserer automatischen Reaktionen auf Schmerz Energie kostet und zusätzliche Belastungen kreiert – wir müssen aktiv etwas tun, um z.B. eine schmerzhafte Zehe auszublenden, oder gegen den Status Quo einer wehen Schulter anzukämpfen, oder unsere schmerzende linke Hüfte nicht zu belasten – machen wir die Bemühungen unseres Körpers zunichte mit uns zu kommunizieren wenn wir den Schmerz nicht wahrhaben wollen, unserem Körper also kein Gehör schenken. Kein Wunder, dass er dann manchmal zu schreien beginnt – so ähnlich wie ein gestresster Elternteil, der seinen Teenager-Kindern gegenüber laut wird, weil sie ganz einfach nicht zuhören.

Selbstverständlich braucht ein frisch operiertes Knie Entlastung, und die Versteifung der Rückenmuskeln bei einem akuten Bandscheibenvorfall ist ein sinnvoller Schutzmechanismus des Körpers. Aber oft hinken Menschen noch 2 Jahre nach einem Unfall – einfach weil sie sich in der akuten Phase eines Schmerzes ein Kompensations-Bewegungsmuster angewöhnt haben, das längerfristig zu neuen Fehlbelastungen und damit Schmerzen in anderen Körperbereichen führen kann. Und statt Energie dafür aufzuwenden, sich gegen den Schmerz zu wehren, fährst du sehr viel besser damit, dem Körper die Aufmerksamkeit zu geben, die er mit dem Schmerz versucht von Dir einzufordern. Aufmerksamkeit ist Energie, und wenn etwas wieder gut werden soll, benötigt der Körper Energie.

Vor ein paar Jahren war Fabrizio Benedetti, ein renommierter Placebo-Forscher an der Abteilung für Neurowissenschaften der Universtiät Turin einer der RednerInnen beim jährlichen Spiraldynamik-Kongress in Zürich. Er berichtete von Studien, in denen PatientInnen Schmerzinfusionen bekamen, ohne zu wissen, wann genau das Schmerzmittel zugeführt wurde. Der Zeitpunkt der Schmerzmittelgabe korrelierte überhaupt nicht mit der von den PatientInnen gefühlten Erleichterung. Eine weitere Untersuchung testete die gefühlte Schmerzlinderung in PatientInnen, die eine „Ultraschallbehandlung“ erhielten. Von drei Gruppen bekam eine die Behandlung von einer TherapeutIn die nur das Notwendigste mit ihnen sprach, die zweite von einem, der nett war, und die dritte von einer, die überaus empathisch sehr gezielt auf die PatientIn einging. Das Ultraschallgerät war dabei gar nicht wirklich eingeschaltet. Nicht überraschend, berichteten die PatientInnen der dritten Gruppe von der größten Schmerzreduktion. Ich interpretiere diese Ergebnisse jetzt einmal frei dahingehend, dass der Körper Aufmerksamkeit und Entspannung möchte, und dass – wenn wir wagen uns die Option zuzugestehen, dass es auch wieder besser werden kann (und die Sätze, die unser Verstand möglicherweise wiederholt – Es wird immer so bleiben. Es wird nie wieder gut. – nicht glauben), genau das passiert – es wird besser.

In Sitzungen machen wir uns diese Effekte zunutze und nutzen dann die Werkzeuge der Grinberg-Methode, der Spiraldynamik und von Pilates.

Statt zu versuchen, den Schmerz so schnell wie möglich loszuwerden, schenken wir ihm und dem Körper Aufmerksamkeit. Oft reduziert alleine das wirkliche, ehrliche Hinspüren bereits einen Teil des Schmerzes. Weil wir aus dem Drama aussteigen, dass der Verstand möglicherweise abspult (Was ist wenn es wieder so schlimm wird wie gleich nach der OP? Ich werden nie wieder Sport machen können! Ich verliere meinen Job wenn ich das mit dem Rücken nicht hinkriege!) und einfach einmal der Realität ins Auge „spüren“. Und dabei atmen. Und uns entspannen. Und dann spüren wir möglicherweise, dass da ein Schmerz ist, unser Körper aber eigentlich recht gut damit umgehen kann und die Sache sehr pragmatisch sieht. Und dass ein Teil des Gefühls es nicht aushalten zu können Panik ist, und nicht Schmerz.

Weiters verwenden wir unsere Aufmerksamkeit, um herauszufinden welchen Zustand wir kreieren, wenn wir den Schmerz ignorieren oder loswerden wollen, oder wenn wir darauf warten, dass er wieder auftritt (und wie sehr wir dabei Energie verschwenden, die wir eigentlich dafür benötigen würden, dass es wieder gut wird). Möglicherweise hörst Du auf zu atmen, ziehst den Bauch ein, eine Schulter hoch, spannst die Beine an und machst dich „tapfer“, wappnest dich, inklusive „stiff upper lip“. Und schon ist der Schmerz da oder stärker als noch gerade eben. Viele KlientInnen waren schon sehr erstaunt, wie sehr sie ihren Schmerz selbst beeinflussen können, ihn stärker machen und ihn auch wieder reduzieren – und wie automatisch und ohne viel Nachzudenken oder Auszuprobieren sie das sofort hinbekommen – egal ob Kopf-, Regel- oder Rückenschmerz.

Dann übst Du das kreieren des Zustands und vor allem das Loslassen desselben immer wieder, sowohl in Sitzungen als auch zu Hause in Deinem Alltag. Du übst, mutig zu sein, hin zu spüren zu dem was ist, trotzdem tief zu atmen, dich trotzdem zu entspannen. Du lernst, die Angst zu erlauben, die du natürlich vor dem Schmerz hast. Und Du lernst mehr und mehr Kontrolle darüber zu erlangen, wie du ihn beeinflussen kannst und mit dem Schmerz umgehst. Und wie du mit dir umgehst.

Denn abgesehen von dem Zustand, mit dem du auf den Schmerz reagierst gilt es auch herauszufinden, warum der Schmerz überhaupt da ist. Ist es eine Fehlbelastung, die du durch eine ungünstige Körperhaltung bewirkst? – Dann machen wir eine Standanalyse und du lernst, deine Haltung wieder ins Lot zu bringen. Ist es eine strukturelle Schwäche oder (verspannte) Unbeweglichkeit in einem Körperbereich, der dazu führt, dass andere Bereiche das ausbaden müssen und jetzt überbelastet sind? – Dann bekommst du Übungen aus der Spiraldynamik oder Pilates, um die schwächelnden Bereiche wieder fit zu bekommen und du lernst die starren Bereiche wieder beweglicher zu machen. Bewegst du dich überhaupt zu wenig, oder fehlt der Genuss in deinem Leben, und dein Körper schreit nach Tanz und Tollerei? Zwingst du dich, in einer Situation zu verharren, die deinem Wohlbefinden schmerzhaft abträglich ist? – Dann kannst du lernen, deinen Schmerz als Motivation zu nutzen, Dein Leben zu verändern, um das, was Dir fehlt wieder zurückzugewinnen.

Und keine Sorge, meist sagt der Körper sehr klar was Sache ist. Du musst ihm nur zuhören. Und ich übersetze gerne. 🙂

Im September gibt es für alle NeukundInnen in Linz Sitzungen zum stark reduzierten Einstands-Preis. Und das September-Spezial ermöglicht es allen, die einen neuen Umgang mit Schmerz lernen möchten, dies unter „günstigen“ Bedingungen zu tun. Melde dich einfach.

More of the Same – oder Augen zu und durch

More of the Same – oder Augen zu und durch

Foto: Cora K. Hiebinger

Es ist heiß. Sehr sogar. Spontan wird darauf reagiert mit dem Kauf von mehr Kühlaggregaten und dem Hochschrauben der Klimaanlagen. Vor manche Geschäfte braucht man sich nur vor die automatischen Schiebetüren stellen, um von einem Schwall kalter Luft eingehüllt zu werden. Wer jetzt im Auto sitzt und den Motor laufen lässt, argumentiert mit dem Bedarf an Kühlung (und weniger oft mit der nötigen Handy-Aufladung). Wer es sich leisten kann, fliegt in kühlere Gegenden und lässt die Winterflucht-Destinationen alt aussehen.

Von offizieller Seite reagiert man sinngemäß mit einer 140km/h Test-Strecke und plant den Lobau-Tunnel. Durch einen Neuentwurf des Standortentwicklungsgesetzes soll die Genehmigung von „Großprojekten im öffentlichen Interesse“ automatischer genehmigt und damit beschleunigt werden und bestehende Gesetze zum Umweltschutz – z.B. das Verbot des „vermeidbaren“ Laufenlassen des Motors werden nicht exekutiert.

Also – More of the same – oder Augen zu und durch.

Im Kleinen machen wir es nicht anders. Um Situationen zu überstehen, kreieren wir einen Zustand. Da wir unsere Zustände üblicherweise als Kinder/Jugendliche entwickeln und erlernen, sind sie – als Strategie für den Umgang mit herausfordernden Situationen – enden wollend durchdacht. Jedenfalls ist der Entwicklung keine Kosten-Nutzen-Rechnung vorausgegangen. Was zu Beginn nicht so schlimm ist – immerhin haben wir alle überlebt und sind groß geworden und kommen mehr oder weniger gut zurecht. Allerdings addiert sich der Preis, den wir für unsere Zustände zahlen über die Jahre. Und dann zwickt es halt irgendwann mal mehr als früher. So wie auch das Wetter immer öfter Kapriolen schlägt und einige der Konsequenzen der Globalen Erwärmung – über die ich schon vor Dekaden in der Schule gelernt habe – bereits gang und gäbe – zur Selbstverständlichkeit geworden sind. So wie unsere Zustände uns wie eine zweite Haut begleiten.

Nehmen wir den folgenden Zustand: Schultern hoch, Atmung flach, Brust eng, Kinn vorgestreckt, Bauch eingezogen, Beine angespannt. Man tut so, als hätte man alles im Griff und macht gute Miene zum bösen Spiel. Dieser Zustand ist z.B. die Strategie einer Person, mit Stress und Angst umzugehen. Oder ihre Wut nicht zu zeigen und stattdessen „lieb“ und „verständnisvoll“ zu tun.

Je öfter wir diesen Zustand kreieren, desto besser „können“ wir ihn und desto „normaler“ wird er für uns – und für alle die uns kennen. D.h. irgendwann erwarten alle in Deinem Umfeld, dass du das Kind schon schaukeln wirst, egal wie viele Anforderungen gerade auf dich einstürmen. Und egal, was man dir zumutet oder wie sehr jemand versucht, mit dir Schlitten zu fahren, dein Verständnis wird eingefordert. Und du erfüllst brav die Erwartungen.

So füllt sich langsam aber sicher ein Reservoir. Ein Reservoir an Angst. Oder ein Reservoir an Wut. Ein Reservoir an „unerwünschten“ Gefühlen, für die du nur diesen einen, automatischen Umgang hast, nämlich deinen Zustand. Je voller das Reservoir, desto größer der Druck und desto mehr „Gegendruck“ = Zustand musst du erzeugen, um das Reservoir, den status-quo aufrecht zu erhalten. D.h. du benötigst immer mehr Energie.

In einem Ökosystem mit begrenzten Ressourcen heißt das dann auch, dass du für andere Dinge weniger Energie zur Verfügung hast.

Und die körperlichen Anzeichen des Zustands sind deinem Wohlbefinden auch nicht wirklich zuträglich: durch das ständige „Schultern hoch“ entwickeln sich vielleicht schmerzhafte Verspannungen, die über den Nacken weiter in den Kopf ziehen. Durch flache Atmung wird der Torso weniger durchbewegt, innere Organe weniger massiert, die Verdauung, der Lymphabfluss, die Blutgefäße weniger unterstützt, die Abatmung von Abfallprodukten reduziert, und weniger Sauerstoff für Energiebereitstellung aufgenommen; „Bauch eingezogen“ kann zu Verdauungs- und Unterleibsbeschwerden führen. All das kann im Gegenzug zu einer gedrückten, negativen Stimmung führen und deine Konzentrationsfähigkeit und Klarheit beeinträchtigen. Wenn das Eigenschaften sind, die du für deinen Job dringend brauchst, musst du dich noch mehr anstrengen, um deine Arbeit gut erledigen zu können. Rundherum ein Verprassen von Ressourcen – genau wie wir es global mit unserer Umwelt auch tun.

Und genauso wenig, wie der Plastikmüll nicht einfach verschwindet, nur weil er jetzt gerade in aller Mund ist und ganz viel Schreckensbotschaften über vermüllte Strände und Gewässer im Umlauf sind, verschwindet auch das, was sich in Deinem ganz persönlichen Reservoir aufgestaut hat nicht einfach von selbst. Und manchmal beginnt es auch so richtig zu „modern“.

Stop!

Wie oben erwähnt – wir brauchen offensichtlich nicht auf die Regierung oder sonst jemanden hoffen, der uns aus der Misere rettet. Tempo 140 ist wohl nicht die geeignetste Antwort auf die Umweltprobleme unserer Zeit.

Aber du selbst hast es in der Hand. Du kannst immer entscheiden, was du tun willst. Eine weiter Einweg-Plastikflasche kaufen und den Müllberg damit vergrößern, oder das zu stoppen: d.h. aufhören, solche Produkte zu kaufen. Du kannst dir stattdessen eine hübsche Glas- oder weichmacherfreie Plastikflasche zulegen und die immer wieder befüllen. In Wien jedenfalls mit wohlschmeckendem Alpquellwasser.

Du kannst auf dem Heimweg schnell noch einkaufen gehen und jede Tomate und Banane in ein eigenes Plastiksackerl geben, oder jetzt gleich ein paar Sackerl oder Stofftaschen (z.B. von Stoff statt Plastik) in deine Haupttasche einstecken und die immer mit dabei haben – für alle Fälle. D.h. du stoppst die Verschwendung von Ressourcen.

Und du kannst weiterhin dein Reservoir befüllen und deine Energie und dein Wohlbefinden dafür aufbrauchen, es geschlossen zu halten – oder du entscheidest dich dafür, zu stoppen.

D.h. in diesem Fall, deinen Zustand zu stoppen. Ihn loszulassen.

Ihn nicht mehr zu kreieren.

Die Schultern zu entspannen. Sie wie ein Babyhäubchen sanft auf den Brustkorb gleiten zu lassen. Erlauben, sie dorthin abzulegen, wo sie hingehören. Wo sie ihren Platz finden werden.

Wieder tief(er) zu atmen. Tiefe, ruhige Atmung suggeriert dem Hirn „Aha. Wir sind entspannt“. Und ein Teil deines Zustands wird sofort wegschmelzen. Ohne jegliche Anstrengung.

Egal, was Teil deines „Zustands“ ist, du stoppst alles was dazugehört. Und das ist manchmal nicht ganz einfach – weil sich der Zustand ja ganz normal anfühlt. Und weil es – wie wir auch global sehen – äußerst verlockend ist, den Status Quo beizubehalten.

Es erfordert

  • Aufmerksamkeit (zu bemerken, wo du selber Ressourcen verschwendest)
  • die Erkenntnis, dass du selbst kein Opfer (mehr) bist, selbst entscheiden kannst und deine Handlung auch eine Wirkung zeigen (dein persönlicher Müllberg wird kleiner) und
  • Konsequenz (die befüllte Flasche immer von zu Hause mitzunehmen).

Und es heißt, deine Komfortzone zu verlassen.

Denn wenn du aufhörst, so zu reagieren wie immer, werden sich Dinge zu bewegen beginnen. Gibt es vielleicht Brösel. Spürst du Dinge, die du ganz und gar nicht spüren willst. Erfährst du, dass du viel Energie verwendet hast, um eine Illusion aufrechtzuerhalten.

Aber stoppen funktioniert. Deine Muskeln wissen, wie sie loslassen können. Du kannst entscheiden, wie du atmest. Du kannst sogar entscheiden, was Du denkst, welchen Gedanken du Aufmerksamkeit schenkst. Was du glauben willst, und was nicht.

Niko Paech schreibt in seinem Buch:

„Befreiung vom Überfluss“: Derzeit verzetteln wir uns in einer reizüberfluteten Konsumsphäre, die unsere knappste Ressource aufzehrt, nämlich Zeit. Durch den Abwurf von Wohlstandsballast hätten wir die Chance, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, statt im Hamsterrad der käuflichen Selbstverwirklichung zusehends Schwindelanfälle zu erleiden. Wenige Dinge intensiver zu nutzen und zu diesem Zweck bestimmte Optionen einfach souverän zu ignorieren, bedeutet weniger Stress und damit mehr Glück.“

Durch den Abwurf des „Zustands“-Ballasts haben wir die Chance, das zu sein, was wir wirklich sind. Zu unserer Essenz zu kommen. Ohne Extra. Unsere Passion zu finden, das, was wir mitbekommen haben für die Welt. Und ein größeres Glück kenne ich nicht als das, wenn der Körper einfach ist und das sein darf, was er ist. Wie eine natürliche Lichtung im Wald mit einem moosbewachsenen Felsblock und einem kleinen See, über den eine Libelle schwebt.

Hast Du Ballast abzuwerfen?

Für den Monat August biete ich allen Interessierten Sitzungen zum geschmolzenen Hitze-Preis an. Anruf oder Mail genügt – und wir sorgen gemeinsam für eine Energieumverteilung – aus dem Reservoir und Zustand in dein selbstbestimmtes, lustvolles, leidenschaftliches Leben.

Die Essenz der Freiheit. Die Freiheit der Essenz.

Die Essenz der Freiheit. Die Freiheit der Essenz.

Foto: Cora K. Hiebinger

Wanderschuhe. Badeanzug. Schlafsack und Liegematte. Oropax. Lesestoff. Gewürze. Taschenmesser. Kaffee. Campinggeschirr und -kocher. Zelt. Gewand in Schichten. Sandalen. Waschzeug. Sonnencreme. Kopfbedeckung. Handtuch.

Das sind die Dinge, die ich für meinen Urlaub im Salzkammergut einpacke. Wanderschuhe sind für einen Aufenthalt am Fuße des Höllengebirges selbstverständlich ein Muss. Der Hochlecken lockt auch heuer wieder mit seinem Ausblick über das Seengebiet. Badeanzug muss natürlich ebenfalls mit – campen am See heißt, dass man schon vor dem Frühstück das erste Mal schwimmt – und selbst wenn die Außentemperaturen vom hochsommerlichen wieder einmal eher ins frühlingshafte sinken, bleibt die Wassertemperatur doch gleichmäßig angenehm. Da mir guter Schlaf sehr wichtig ist, habe ich Oropax mit dabei (die Zeltwände sind dünn und nicht allen ist das immer so ganz klar) und als Ersatz für meine alte Iso-Matte eine großartige Liegematte erstanden, die es mir ermöglicht, weiterhin auf dem Zeltboden zu schlafen. Gutes Essen ist mir auch sehr wichtig, d.h. auch wenn ich mich auf einen Seesaibling-Steckerlfisch und einmal eine Reinanke freue, wird doch vorwiegend auf dem Campingkocher gekocht. D.h. Salz, Pfeffer, Curry, Oregano, Chilli und die Spezialmischung meines Kollegen Bernhard Friedrich sind fix mit dabei. Und natürlich ausreichend Lesestoff, mit dem mich Anna Jeller verlässlich versorgt.

Öffentlich anzureisen hilft sehr, nur das Nötigste mitzunehmen, das, was für mich die Essenz eines Urlaubs ausmacht. Das mag für jedeN etwas anderes sein, aber wie auch immer, was ich nicht selber schleppen kann, kommt einfach nicht mit. Aber auch wenn diese Reduktion auf das Nötigste aus einer Notwendigkeit heraus entsteht, schätze ich doch das Konzept der Essenzsuche seit Jahren mehr und mehr. Um nichts anderes geht es ja auch in meiner Arbeit – im Grunde begleite ich meine KlientInnen immer wieder auf diesem Weg zu ihrer ganz persönlichen Essenz.

Verhaltensweisen, Atemmuster, Glaubenssätze oder Überzeugungen die wir uns im Laufe unseres Erwachsenwerdens antrainiert haben sind nichts anderes als „Extras“, die wir ohne viel nachzudenken über Jahrzehnte mit uns herumschleppen. Als „Überlebens“-Strategie, die wir uns vielleicht mit 4 zugelegt haben, schlucken wir unseren Zorn herunter und sind ganz, ganz lieb. Oder wir fahren uns ganz herunter und gehen in einen Überdauerungs-, einen Aushalte-Zustand, voll überzeugt davon, sowieso nichts ausrichten zu können. Oder wir haben uns eine automatische Rüstung angelegt, die uns alle und alles etwas vom Leib hält. Das Problem: solche Extras kosten uns Energie und Aufmerksamkeit, können zu Verspannungen oder sonstigen Beschwerden führen und überlagern unsere eigentliche Essenz zumindest mit einem Grauschleier.

Umso erfrischender ist es, wenn es einE KlientIn schafft, so einen Extra-Zustand abzulegen. Plötzlich ist jemand nicht mehr „lieb“ sondern ganz, ganz klar. Plötzlich spürt sich jemand nicht mehr als hilfloses Opfer, sondern kraftvoll und voller Schabernack. Plötzlich ist jemand nicht mehr von der Welt getrennt, sondern sanft und großzügig mit ihr verbunden.

Nur mit dem zu reisen, was man wirklich braucht ermöglicht Flexibilität und Unabhängigkeit. Es macht leicht und gibt ein Gefühl der Freiheit. Und – da die Welt – davon bin ich überzeugt – die Essenz von jedeR von uns dringend braucht, machen wir mit jedem Loslassen eines Extras die Welt zu einem besseren Ort.

Es ist nicht so schwierig, wie es scheint. Es geht im Grunde immer nur darum, etwas nicht mehr zu tun, zu glauben, etwas loszulassen. Immer wieder. Und Deine Essenz wird immer sichtbarer und zu glänzen beginnen.

Wenn Du Unterstützung dabei willst, dich von ein paar Extras zu befreien – ruf mich an. Und verbessere dabei auch gleich die Welt. 😎

Für eine neue Selbstverständlichkeit

Für eine neue Selbstverständlichkeit

Foto: Cora K. Hiebinger

In den letzten Monaten war das Thema Plastik vermehrt in allen Medien. Grauenerregende Fotos von kläglich verendeten Meerestieren, die sich entweder in Plastikmüll verfangen haben (z.B. 6er-Tragerl-Plastikring) oder deren Magen so mit Müll gefüllt war, dass sie keinen Platz mehr für echte Nahrung hatten und als Mahnmal unserer Verantwortungslosigkeit und unseres Nicht-Denkens an vormals idyllischen Stränden verhungert angespült wurden.

Daneben gibt es immer wieder Jubelmeldungen über +/- innovative Ideen. Schweden verbrennt seinen Müll zur Energiegewinnung, 4 Ocean (https://4ocean.com/pages/our-story) sammelt Müll an Stränden und im Meer mit Teams von Freiwilligen. Eine Bierbrauerei in Florida machte Schlagzeilen, weil sie einen essbaren 6er-Tragerl-Plastikring für ihre Bierdosen entwickelt hat. Und immer wieder werden Einweggebinde (Partygeschirr, Besteck, Sackerl) aus abbaubaren Materialien entwickelt. Es gibt sogar eine Seite für Bio-Einweggeschirr – irgendwie doch ein Oxymoron.

Es stimmt, dass in Schweden Recyceln zum guten Ton gehören zu scheint. Das Video, das auf Facebook ganz, ganz viele Likes und Ohs und Ahs bekommen hat, zeigte aber lediglich, dass sogar Müll aus anderen Ländern importiert wurde, weil ganze Stadtteile mit der Abwärme bzw. mit Elektrizität der Verbrennungsanlage versorgt werden konnten. Aber daraus die Erfolgsmeldung zu machen, dass Schweden 99% seines Mülls recycelt (wie es in den Berichten kolportiert wurde), ist nicht ganz richtig, wenn 50% des Mülls verbrannt wird. Das überdehnt den Begriff des Recycelns doch schon etwas.

Wenn wir den Status Quo realistisch betrachten ist uns wohl allen klar, dass es ein Problem gibt. Wir verschwenden bedenkenlos Ressourcen, als gäbe es kein Morgen, und ganz oft tun wir das aus Bequemlichkeit und weil wir keine Aufmerksamkeit dafür haben, was wir da eigentlich Tun – und dass das, was wir tun unweigerlich Konsequenzen hat.

Egal, ob es um die globale, nationale, regionale, oder unsere ganz individuelle Umwelt – nämlich uns selbst und unsere Energiereserven – geht: ich glaube, dass es gewisse Parallelen gibt zwischen der Haltung, die wir uns und unserem Körper gegenüber, und der, die wir unserer Umwelt als Ökosystem gegenüber haben.

Mit einem mechanistischen Weltbild, in dem wir unseren Körper als Maschine betrachten, die gefälligst funktionieren soll, ohne seine Bedürfnisse (nach z.B. Erholung und ausreichend Schlaf, frischer Luft, Wald und Wiesen, gesunder Ernährung, Stille) auch nur wahrzunehmen, fällt es vermutlich wenig auf, wenn wir unsere Umwelt mit genauso wenig Respekt und Aufmerksamkeit behandeln. Wir übersehen dabei aber, dass unsere Körper ja nicht in einem Vakuum existieren, sondern in Abhängigkeit von einer gesunden Umwelt. Das unsere Haltung eben Konsequenzen nach sich zieht.

Ein Paradigmenwechsel für eine neue „Umwelt“-Strategie

Gerald Hüther hat in seinem Buch „Raus aus der Demenzfalle“ in bekannt brillanter Art sehr klar beschrieben, warum es nicht so leicht ist sich zu ändern. Unser Hirn braucht in Ruhe 20% unseres Energieumsatzes. D.h. ohne, dass wir Nachdenken, etwas Lernen, uns Bewegen oder irgendeine +/- anspruchsvolle Tätigkeit ausführen, frisst unser Hirn 20% unseres täglichen Kalorienbedarfs. Ungefähr so wie ein Porsche Cayenne Turbo oder sonstige immer beliebtere Geländewägen, die im Stadtverkehr 18 Liter brauchen. Evolutionär gesehen ist unser System natürlich darauf bedacht, unseren Energieverbrauch möglichst gering zu halten. Neue Denk- und Bewegungsmuster im Hirn zu bahnen, kostet zusätzliche Energie: die alten Bahnen müssen abgebaut und die neuen aufgebaut werden. Also vermeidet unser System, Dinge zu verändern.

Da wir aber Menschen sind, können wir uns trotzdem entscheiden, dieses evolutionäre Energiesparprogramm zu überschreiben, diesen Umbau anzugehen. Und immer wieder anzugehen. Immer wieder zu wählen, was wir wie tun wollen.

D.h. dass wir etwas, das wir jetzt als selbstverständlich betrachten – die Schulter hoch zu ziehen wenn wir gestresst sind, aufzuhören zu atmen, an einer Überzeugung festzuhalten, die behauptet, dass wir das sowieso nie schaffen werden – hinterfragen und uns weigern, immer wieder gleich zu reagieren.

Im Großen heißt das dann vielleicht, dass wir die Selbstverständlichkeit hinterfragen, mit der Fernreisen einmal im Jahr auf dem Programm stehen; mit der jedeR über 18 ein Auto hat und vorwiegend alleine auch für Strecken benutzt, die öffentlich genauso gut erreichbar wären; mit der man beim Einkaufen erwartet, ein Sackerl in die Hand gedrückt zu bekommen (und dazu gehören auch die ganz dünnen für Einzelfrüchte); mit der man sich gedankenlos täglich seinen Coffee-To-Go im Einweggebinde reinzieht.

Ein weiterer erschwerender Faktor für einen Paradigmenwechsel ist, dass wir es nur selber machen können. Unsere Muster und Selbstverständlichkeiten, unsere ganze „Normalität“ ist eng mit denen anderer verwoben.

Wenn wir die Schritte betrachten, die in großen Konzernen in Sachen Plastikvermeidung getätigt werden – da werden hinter Werbekampagnen gegen das Plastiksackerl die Altpapiertransportwägen immer noch täglich neu mit Plastik eingewickelt. (Photo).

Und wenn eine Regierung allen Ernstens Tempo 140 als sinnvolle Verkehrsstrategie ansieht, wird deutlich, dass von dieser Seite wenig Unterstützung für die Förderung und Aufwertung des öffentlichen Verkehrs zu erwarten ist. Natürlich wird auch niemand für Dich tief durchatmen, oder eine Stunde vor dem Schlafengehen alle elektronischen Geräte abschalten – auf dass dein Körper in Ruhe Melatonin für eine geruhsame Nachtruhe produzieren kann.

Eine neue Selbstverständlichkeit – Schritt für Schritt

Es ist natürlich großartig, wenn jemandem etwas dazu einfällt, wie wir die Plastikberge relativ effizient wieder aus der Landschaft fischen können. Oder Materialien zu entwickeln die auch irgendwann mal wieder verrotten statt generationenübergreifend Mülldeponien zu füllen, die Meere zu verschandeln und als Giftstoffe aus Produktion und Verbrennung, sowie als Nanopartikel auch in unseren Körpern zu landen.

Einer Möwe, die sich in einem 6er-Tragerl-Ring verfangen hat, hilft es jedoch wenig, dass das Teil essbar ist. Und Recyceln alleine ist ganz einfach zu wenig. Wenn wir Glaubenssätze betrachten, wird das besonders deutlich – wir recyceln sie bis zum Umfallen, erzählen uns immer wieder das Gleiche und verheddern uns immer mehr, weil wir jedes Mal, wo wir althergebrachte Muster wieder abspulen, das Muster weiter verfestigen.

Das Ganze funktioniert natürlich auch in die umgekehrte Richtung. Jedes Mal, wenn Du das tust, was Deine neue Selbstverständlichkeit unterstützt (Deine Schultern loslassen, Handy/TV/PC ausschalten, Dich zu weigern, einen Uralt-Glaubenssatz zu glauben) baust Du alte Bahnen ab und ermöglichst Neues.

Probier einmal für drei Wochen, deine Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen.

  • entspricht deine Zu-Bett-Geh-Zeit Deinem Schlafbedürfnis, oder müsstest du eigentlich schon früher schlafen gehen?
  • wirst Du tagsüber unterwegs etwas zu trinken brauchen und könntest Du eine Flasche wieder befüllen statt eine neue zu kaufen?
  • schmeckt Dir das Essen in der Kantine, oder gehst du nur dorthin, weil es bequem ist?
  • hast Du eine Tragetasche eingesteckt, falls Du unterwegs ein paar Einkäufe machen musst?
  • veränderst du bei der Arbeit immer wieder deine Sitzposition oder vergisst du speziell unter Stress Dich zu bewegen?
  • brauchst du für einen bestimmten Weg das Auto wirklich?
  • strengst du dich bei der Verrichtung alltäglicher Tätigkeiten unnötig an und hörst auf zu atmen?
  • macht es Sinn, ein bestimmtes Teil wegzuwerfen, oder könnte sich jemand noch daran erfreuen (d.h. lieber zum Hilfswerk, zur Caritas, etc. bringen)?

Je mehr du deine Aufmerksamkeit auf diese Dinge richtest, desto mehr wird dir auffallen, wo es noch Sinn macht nachzudenken und zu evaluieren, ob das, was dir selbstverständlich geworden ist wirklich so „normal“ und „sinnvoll“ ist. Und je mehr Menschen diesen Paradigmenwechsel angehen, desto mehr wird das uns allen – inklusive unserer Umwelt – Wohlbefinden bescheren. Vor allem, wenn wir uns immer wieder daran erinnern, dass das Ganze evolutionär nicht so ganz einfach ist und es mit Freundlichkeit zu uns selbst (und anderen) angehen.

Mir ist dieses Thema sehr wichtig und ich bin davon überzeugt, dass wir dringend einen Paradigmenwechsel benötigen. Um diesen Wechsel anzukurbeln biete ich ab sofort ein Paradigmen-Wechsel-Paket an. Es wird auf jeden Fall Deinen Einsatz für die Umwelt mit Unterstützung darin belohnen, deinen ganz persönlichen Paradigmenwechsel für mehr Wohlbefinden und Gesundheit durchzuziehen. Bei Interesse schreib mir eine Nachricht. Ich freue mich auch über Kommentare, wie Du das Thema Plastik, Paradigmenwechsel, und Umweltschutz im weitesten Sinn siehst und welche kreativen Ideen dir noch dazu einfallen.

Warum ich Feministin bin

Warum ich Feministin bin

 

Foto: Cora K. Hiebinger

 

Ich stehe nicht so auf Ungerechtigkeit.

Als ich klein war, wollte ich unbedingt Tierärztin werden.  Als Kind ließ ich mich von der allumfassenden Weisheit der Erwachsenen davon überzeugen, dass das keine gute Idee sei – „die Bauern kommen doch nie zu Dir als Frau.“ Da ich nicht nur Schoßhündchen behandeln wollte, sondern auch und vor allem große Tiere, und da ich die Dinge damals als gegeben hinnahm, wandte ich mich anderen Interessen zu.

Das war dann z.B. das Tanzen. Obwohl es nur wenige Männer in diesem Bereich gab, waren die meisten Lehrer und aufgeführten Choreographen Männer (und viel hat sich seither nicht geändert). An der Martha Graham School hatten fast alle Männer ein volles Stipendium. Ich erinnere mich speziell an einen Kollegen, der, mit leichter Wampe, selten im Training auftauchte und noch nicht einmal seine Füße streckte. Von uns Frauen gab es so viele, dass Stipendien selten waren – und wenn, dann hatten wir uns wirklich, wirklich anzustrengen, um es zu ergattern und dann auch zu behalten. Umgekehrt fällt mir dieser Zugang eher selten auf, dass – um die Frauenzahl in einem männerdominierten Bereich zu erhöhen, es irgendwelche aktiven Förderungen gäbe oder sich Lockmittel aus einem Füllhorn ergießen.

Als Kind erinnere ich mich an das beruhigende Geräusch der Nähmaschine, an der meine Mutter bis spät in die Nacht saß, um uns einzukleiden. Meine Mutter, die, als sie noch einer Lohnarbeit nachging, ihr Gehalt an meinen Vater, sprich – das Familienoberhaupt, abgab und dann regelmäßig um Wirtschaftsgeld betteln musste. Von meinem Vater, der am Sonntag auf der Couch schlief, während meine Mutter kochte, abwusch, die Küche putzte. Danach fuhren wir zu meiner Oma, in deren Küche die Frauen beisammensaßen und Essen herrrichteten, während die Männer im Wohnzimmer Schach spielten. Als ich mit 17 mit einem AFS-Stipendium ein Jahr in der Türkei lebte, hatte ich zwar Heimweh, aber relativ wenige Probleme mit der Anpassung – die Rollenverteilungen waren ähnlich, wenngleich noch etwas überzeichneter.

Zurück in Österreich war es dann aus mit dem Hinnehmen der Gegebenheiten. Eine Schulkollegin deckte mich mit einschlägiger Literatur ein und ich begann mich einzulesen – Alice Schwarzer’s „Der kleine Unterschied“, und die Klassiker „Die Töchter Egalias“ und „Die Scham ist vorbei“ standen am Beginn meines Politisch-Werdens, Frauen-, Friedens- und Anti-AKW-Demos der 80’er folgten, und dann natürlich die Stopfenreuther Au.

Meine Mutter hatte keine andere Wahl als sich zu emanzipieren, als sie plötzlich Alleinerzieherin dreier Halbwüchsiger ohne eigenes Einkommen war. Und wer einmal beginnt, die Dinge in Frage zu stellen, kann relativ schnell vieles bemerken, was im Argen liegt. Ich bemerkte also einiges, z.B.: ein Uni-Assistent, mit dem ich eine Affäre hatte kam zu dem Schluss, dass ich lesbisch sein müsse, weil ich die Pille nicht nahm und ihm vorschlug ein Kondom zu verwenden. Ein Studienkollege stellte fest, dass ich wohl einen Mini-Rock angehabt hätte, weil ich ein „Sehr Gut“ auf eine Prüfung bekam und meinte zum Drüberstreuen, er fühle sich benachteiligt, weil es fast ausschließlich männliche Professoren gäbe und ihm also diese Möglichkeiten, die er mir da ganz selbstverständlich unterstellte, nicht offenständen. Ein verheirateter Assistent, der Einfluss auf die Entwicklung meiner Diplomarbeit hatte, bedrängte mich über Jahre hinweg mit eindeutigen Angeboten und Anspielungen. In meinem einzigen Job in der Privatwirtschaft erfuhr ich, nachdem ich gekündigt hatte, dass ein Teamkollege, der sein Studium noch nicht abgeschlossen hatte, keinerlei relevante Berufserfahrung mitbrachte und 2 Jahre nach mir eingestiegen war, mehr verdiente als ich. Das erklärt die Vertragsklausel im All-Inclusive, die uns untersagte über unsere Gehälter zu sprechen. Das sind, wie gesagt nur ein paar „Highlights“.

Wenngleich es in meinem Alter in gewisser Weise angenehmer ist auf die Straße zu gehen, weil ich mittlerweile der Unsichtbarkeit anheimgefallen bin und es kein Betatschen, Pfeifen, und keine mehr oder weniger „charmanten“ Bemerkungen über Körperteile mehr gibt, war ich doch kürzlich erstaunt, von einem betagtem Sportlehrer abfällig auf mein Dekolleté angesprochen zu werden – das darin bestanden hat, dass ich keinen Rollkragenpullover getragen habe. Die alte Scham kam da gleich wieder zurück, dass ich da etwas falsch gemacht hätte.

Und abgesehen davon, dass ich mir für meine Nichten und die Töchter meiner FreundInnen wirklich wünsche, dass ihnen diese mir in jüngeren Jahren allgegenwärtigen „Highlights“ erspart bleiben mögen, nervt es mich ehrlichgesagt nach wie vor, dass jede männliche Person, die einmal irgendwo einen Mucks gemacht hat, in einem Straßennamen verewigt worden ist, während selbst berühmte Frauen kaum vertreten sind. Mein Vater schenkte mir und meinen Geschwistern einmal je ein Exemplar von Dietrich Schwanitz’s „Bildung – Alles, was man wissen muss“. Der Vorwurf im Spiegel: „Auf 500 Seiten dampfte Schwanitz 2500 Jahre abendländischer Geschichte ein“ betraf die „Vereinfachung bis zur Unkenntlichkeit“, nicht jedoch das Fehlen der Frauen. Die Süddeutsche Zeitung hat in ihrer Reihe „50 große Romane des 20. Jahrhunderts“ und „Weitere 50 große Romane des 20. Jahrhunderts“ mehr als 90% männliche Autoren. Ich muss wirklich nicht lange nachdenken, damit mir ein paar großartige Bücher von Autorinnen aus dem 20. Jahrhundert einfallen, die auch nicht alle weiß sind. Kate O’Riordan, Patricia Highsmith, Marlen Haushofer, Edwidge Danticat, Emmmanuéle Bernheim, Alice Munro, Anna Mitgutsch, Paule Marshall, A.L. Kennedy, Yoko Ogawa, Alice Walker, Annie Proulx, Margret Atwood, Octavia Butler, Gloria Naylor, Toni Morrison, Joyce Carol Oates, Anita Brookner, Jhumpa Lahiri, Toni Cade Bambara….. Und sexistische Werbung, in der sich (halb)-nackte Frauen auf verschiedensten Gebrauchsgegenständen rekeln ist da noch gar nicht erwähnt.

Wir haben 2018. Und ich bin immer wieder fassungslos. Auch darüber, dass ich entweder als „überempfindlich“ oder „militant“ bezeichnet werde, sobald ich diese Schieflage anspreche. Oder mir unterstellt wird, dass ich gegen Männer bin oder sie gar hasse. Nein, bin ich nicht. Nein, tue ich nicht. Ich mag Ungerechtigkeit nicht.

Und ja, es nervt mich, wenn ich im Anatomieunterricht ständig von den Supermuskeln der starken Männer höre, und die Frauen wieder einmal nur beim Glutaeus erwähnt werden, „der ja wohl knackig zu sein hat“ (O-Ton Krafttraining Guru), und der bei „Schwächeln“ – zum „die Männer erfreuenden“ Po-Wackeln führt. Da hilft es dann wirklich nur mehr, sich rehäugig zu inszenieren und unschuldigst nachzufragen, ob diese Muskeln aber schon bei Frauen und Männern existieren und dieselbe Aufgabe haben.

Und nein, ich fühle mich nicht inkludiert, wenn ständig nur die männliche Form verwendet wird. Allen, die in ihren Texten als Fußnote anfügen, dass aus „Gründen der besseren Lesbarkeit“ die männliche Form verwendet wird, aber Frauen selbstverständlich auch mit gemeint sind kann ich nur sagen – wenn sich in den Hirnen, unserer Wahrnehmung, im, „Hinnehmen der Gegebenheiten“ etwas ändern soll, dann ist so ein Hinweis einfach nicht nur nicht genug, sondern ganz einfach lächerlich. Schreibt einfach mal alles in der weiblichen Form, und schreibt den Hinweis dahingehend um, dass selbstverständlich Männer auch gemeint sind. Und genau wie in einem Lernprozess, jede/jeder, der/die eine Veränderung anstrebt und sich mehr Gerechtigkeit in diesem Kontext wünscht, sollte seine Aufmerksamkeit schulen und immer wieder Dinge ansprechen. Ich bin über 50 und kann mich mittlerweile schon ganz gut wehren, aber ich finde den Status quo trotzdem nach wie vor irritierend – und ich möchte, dass sich etwas ändert. Damit nicht auch die nachfolgenden Generationen (meiner Nichten und Töchter von FreundInnen) so viel ihrer Energie in das sich wehren und schützen und abgrenzen stecken müssen, sondern ganz einfach in Ruhe Ihr Leben leben können.

In diesem Sinne gibt es diesen Mai ein Spezial-Paket.

 

Frühlingserwachen

Frühlingserwachen

Foto: C.K. Hiebinger

Vom unermüdlichen Wunsch des Körpers, er selbst zu sein.

Wenngleich sich der Frühling heuer bitten ließ, ist es doch jetzt endlich im Begriff ins Land zu ziehen. Einer der Gründe, warum ich diese Jahreszeit ganz besonders liebe, ist die Aufbruchsstimmung, die in der Luft liegt: die Vogelmännchen singen, was das Zeug hält, die Knospen bersten in ein rosa Blütenmeer, das Grün sprießt, und endlich, endlich gibt es auch wieder frisches, oberirdisches Gemüse. Nichts gegen Wurzeln, aber nach mehr oder weniger 5 Monaten an Kürbis, Kraut, Kohl und Knollen kann ich es kaum erwarten ein knackiges Radieschen zu verzehren – und die Spargelsaison ist auch nicht mehr weit.

Dieses allgemeine Aufbegehren und Wachsen ist ein gutes Beispiel für Resilienz: nach Monaten des Rückzugs und Wartens werden die zunehmend besser werdenden Bedingungen umgehend genutzt, Gelegenheiten am Schopf gepackt: ob das nun Futter-, Partner-, oder BestäuberInnensuche ist, die Natur lässt sich nicht lange bitten. Sobald sie Temperatur- und Lichtverhältnisse als förderlich für ihre Belange erkennt, tut sie alles, um ihr Potential zu erfüllen: die Vögel übertönen den Autolärm, die verbliebenen Bienen sammeln trotz Massensterben Nektar, alles Grün strebt zur Sonne und sorgt für frische Atemluft.

Unsere Körper (also wir) reagieren ähnlich, wenn sich ihnen plötzlich ganz unerwartet die Möglichkeit bietet einen Schritt in Richtung Erfüllung ihres Potentials zu gehen. Das könnte selbstverständlich sein, sind wir doch durchaus Teil der Natur – aber so wie wir leben und uns und unseren Körper behandeln, verwundert es durchaus manchmal, welche Resilienz, welcher Wille zu heilen, sich wohlzufühlen, und eben sein Potential zu erfüllen trotz allem in ihm steckt.

Wenn KlientInnen neu in meine Praxis kommen, passiert in der ersten Sitzung oft genau das – der Körper sieht eine Gelegenheit, endlich aus einem ihm auf-oktroierten Zustand (z.B. starrer Brustkorb, flache, minimalistische Atmung, Becken und Beine wie nicht vorhanden) auszubrechen und nutzt die Gunst der Stunde, dieses einengenden Korsett zu sprengen und sich seinem individuellen Gleichgewicht wieder anzunähern. Und eigentlich kann der Körper das sehr gut – solange sich der Verstand noch keine Gegenstrategie überlegen konnte, weil er viel zu überrascht ist von diesem Befreiungsschlag. Der Körper tut sich nicht mehr ganz so leicht, sobald der Verstand Zeit hatte, sich Argumente zurechtzulegen, warum es absolut nicht möglich sei, tiefer zu atmen, warum es – koste es was es wolle – zu vermeiden sei, wirklich hinzuspüren zu einem Gefühl, warum es unter keinen Umständen zu erlauben sei, nicht zu wissen, was als nächstes kommt.

Aber das Schöne und Beruhigende ist, dass die Resilienz des Körpers und sein Bestreben, eben der Körper, der Mensch zu sein, der er ist – so unglaublich groß ist – und er eben immer wieder versucht bei sich anzukommen. Selbst wenn man sich z.B. den Oberschenkelknochen bricht, wächst der normalerweise wieder zusammen, und wenn man ihn dann wieder normal belastet, wird er auch schön gerade. Kleineren Wunden kann man fast schon zuschauen, wie sie sich wieder schließen, und auch wenn man seinen Körper über lange Zeit hinweg quält mit unpassendem Schuhwerk, Langeweile oder ständiger Überarbeitung, ihm zu wenig Erholungspausen und Bewegung gönnt und mit Junk-Food zumüllt – die Chancen stehen gut, dass er trotzdem willig mitmacht, sobald wir einen Neustart zur Veränderung wagen.

E.e.cummings hat das in seinem Gedicht „O sweet spontaneous Earth“ sehr gut auf den Punkt gebracht:

 

….

thou answerest

 

them only with

 

 

spring)

 

e.e.cummings

Dieser erste Schritt erfordert Mut, keine Frage. Denn Veränderung macht immer auch Angst und ist stets auch mit „unangenehmen“ Gefühlen verbunden. Aber mit jedem Schritt, den wir mutig in Richtung unseres Potentials gehen, ist es als würden unsere Zellen frohlocken; weil unser Körper, genau wie die Knospen im Frühling, im Grunde nichts anderes will, als seine Bestimmung zu erfüllen, das zu sein, was er ist.

Nach Sitzungen, wenn wir wieder etwas von dem losgelassen hast, was uns von dem trennt was wir eigentlich sind, breitet sich oft ein Gefühl der tiefen Ruhe und Zufriedenheit in uns aus, ein Gefühl von Selbstverständlichkeit, dass es gut ist, wie es ist – und dass wir gut sind, wie wir sind. Und je mehr und je öfter wir dieses Gefühl spüren, desto mehr unterstützt es uns darin, unseren Verstand zu überzeugen, dass das, was er als Strategie vorschlägt vielleicht doch nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Dass die Katastrophenszenarien, die er uns als wahrscheinliche Konsequenz vor Augen hält, wenn wir die „Sicherheit“ unseres – wenngleich quälenden und nicht zielführenden, aber gewohnten, vielfach erprobten Verhaltens aufgeben – und stattdessen zumindest einfach mal wieder tief durchatmen – nichts mit unserer jetzigen Realität zu tun haben. Und wir, da unsere Körper es sich so sehr wünschen, glücklich und wir selbst zu sein mit allem was wir sind, stets einen mächtigen Verbündeten bei uns haben, um die angestrebten Veränderungen zu realisieren. So lange wir leben, ist er bereit und heißt uns willkommen, wenn wir wieder Körper werden wollen. Wenn Du Lust hast, diesen Weg gemeinsam mit mir zu gehen – auf in den Frühling!

Ich war noch nie in Bibione……

Ich war noch nie in Bibione……

Foto: Cora K. Hiebinger

Warum der Vergleich Dich doch nicht sicher macht.

Als ich noch in die Schule ging, fuhren viele meiner KlassenkameradInnen nach Italien auf Familienurlaub. Bibione war einer der Orte, die mir aus ihren Erzählungen in Erinnerung geblieben sind: Meer, Sonne, riesige Eisbecher, Nudeln als Vorspeise, im Teenageralter dann zusätzlich die feschen, schwarzhaarigen Italiener (das war vor der allgemeinen Koedukation). Das war damals der Gipfel des Exotischen.

Da konnte ich nicht mithalten. Bei uns gab es keinen gemeinsamen Familienurlaub und ich nahm viele Jahre am Ferienprogramm der Stadt Linz teil, das die Kids, die nicht nach Italien fahren konnten, auf Sommerfrische ins Mühlviertel schickte. Da gab es dann 3 Wochen lang frische Luft an der tschechischen Grenze, basteln, Partys, Theater, Wald und – besonders aufregend – der verbotene Schritt über den eisernen Vorhang in der Mitte des seichten Grenzflusses Maltsch. Es machte Spaß, den ganzen Tag draußen zu verbringen und manche dort geschlossenen Freundschaften hielten jahrelang. Der Neid darüber, nicht in Italien gewesen zu sein kam erst im Nachhinein, nachdem Schulkolleginnen meine Erzählungen nur müde belächelten und ich im großen Kreis der Italienexpertinnen nicht mitreden konnte. Das Mühlviertel hielt dem Vergleich einfach nicht stand.

Es gab da noch einige Situationen, in denen ich im Vergleich mit anderen nicht mitkam. Ich trainierte nicht im neuen, supercoolen Jazzdance-Studio und wurde deshalb nicht eingeladen, bei den Kurzchoreographien mitzumachen, die in den Schulpausen unter der Leitung eines Mitglieds eben jenes Studios einstudiert wurden; der Vorgesetzte meines Vaters, der mit seiner Familie zufällig im selben Wohnblock wohnte wie wir, untersagten seinen Kindern mit uns zu spielen, weil der Klassenunterschied denn doch zu groß sei; meine Mutter achtete stets auf gesunde Füße und so war an Absätze oder sonst wie fesche, schnittige Schuhe nicht zu denken.

All das führte dazu, dass ich mich kränkte und, um mich nicht ständig unterlegen zu fühlen, mir gute Argument überlegte, warum es ja sowieso viel besser sei, wie es in meinem Leben war: Jazzdance war ja nichts im Vergleich zum klassischen Ballett, das ich im (subventionierten) Konservatorium lernte. Die Chefkinder waren vielleicht finanziell bessergestellt, aber wir waren „braver“ und hatten bessere Noten; und all die Mädels, die schon als Teenager Stöckelschuhe trugen hatten ja keine Ahnung, was das für die Zukunft ihrer Füße, Beine und Rücken bedeutete.

Das zweite große Vergleichs-Schlachtfeld war zwischen mir und meiner großen Schwester. Die war schon damals fast 5 Jahre älter als ich und meine Bemühungen ihr nachzueifern und all das zu können, was sie konnte waren v.a. in jungen Jahren natürlich zum Scheitern verurteilt.

Wie oben schon erwähnt führt das „uns mit anderen vergleichen“ oft dazu, dass wir uns unterlegen fühlen und dann etwas tun, damit wir nicht mehr unterlegen sind – d.h. wir heben andere auf ein Podest, um sie auch sogleich wieder runterzustoßen. Und dann machen wir das gegenseitig ständig – rauf, runter, rauf, runter, …… Mühsam. Und nicht förderlich für gleichberechtigte, ausgewogene Beziehungen. Niemand mag klein gemacht werden, aber auch auf ein Podest gestellt zu werden ist anstrengend und nervig.

Wenn wir uns mit anderen vergleichen vergessen wir außerdem oft zu spüren, was wir eigentlich selbst wollen. Das ist ja möglicherweise gar nicht das, was die anderen haben oder tun.

Und zuletzt – wir sind alle verschieden und haben unterschiedliche Ausgangsbedingungen. Wenn jemand gerade mit Pilates beginnt macht er eine Übung möglicherweise mit gebeugten Beinen und schafft 5 Wiederholungen. Wenn jemand schon länger trainiert macht sie die Übung mit gestreckten Beinen und zusätzlich vielleicht noch auf labilem Untergrund.

Die Grinberg-Methode bietet probate Werkzeuge, körperlicher und mehr in der Realität zu sein. Das hilft dann auch, das Leben und die Menschen zu sehen wie sie sind und das Große-Ganze besser wahrzunehmen; sich z.B. nicht eine einzelne Eigenschaft herauszupicken, bei der jemand anderer besser abschneidet. Eine SprinterIn kann vielleicht schneller laufen, hat dafür aber weniger Ausdauer. Es ist mühsam – um nicht zu sagen unmöglich – in allem Gut oder gar der/die Beste zu sein.

Das Leben ist um vieles einfacher, seit ich mich nicht mehr vergleiche. Auch meine Beziehungen sind einfacher, angenehmer, sauberer.

Meine große Schwester hat mir zum 50’er eine wunderschöne Patchwork-Decke genäht

– das ist etwas, was ich in diesem Detailreichtum wohl nie fertigbringen werde. Mein Interesse an Patchwork und Decken endet aber auch damit, mich an ihrem Anblick zu erfreuen und mich an kalten Winterabenden in sie einzuwickeln. Wenn ich eine Frage in Sachen Medizin habe, weiß sie als Ärztin immer einen Rat – in Sachen Bewegungsabläufe und Bewegungsapparat fragt sie aber mittlerweile mich – die kleine Schwester. Seit ich mich nicht mehr mit ihr messe und vergleiche sehen wir uns besser. (Und auch wieder öfter).

In Bibione oder Bali – dem heutigen Pendant dazu – war ich immer noch nicht, denn ich genieße weiterhin Urlaub an Orten, an denen es kaum TouristInnen gibt und wo ich in kein Flugzeug steigen muss, sondern mit dem Zug anreisen kann.

Es gibt durchaus Situationen, wo es etwas bringt, sich zu vergleichen. In New York fiel mir auf, dass viele Familien einen sehr starken Familienzusammenhalt lebten. Das vermisste ich bei meiner Familie damals noch und wollte es auch. Zu sehen wie es sein kann und zu spüren, dass man es selbst nicht hat kann eine große Motivation für Veränderung sein. Und so haben wir es verändert und jetzt ist es gut – so wie ich es möchte. Ich bin sehr dankbar für meine Familie und dafür wie mein Leben ist. Und ich möchte wirklich mit niemandem mehr tauschen. Denn Tatsache ist – es gibt in jedem Leben, in jeder Familie irgend etwas. Irgend etwas das nicht so gut funktioniert, schwierig ist. Weil das Leben eben so ist. Ich denke, die eigenen Bündel sind da noch immer die, die für einen selbst am besten zu tragen sind.

Alt werden, ohne alt zu werden

Alt werden, ohne alt zu werden

Foto: Aaron Amat/shutterstock.com

Heute kam bei einem Spaziergang mit Freundinnen das Thema Pension wieder einmal zur Sprache. Der Wunsch, endlich einmal mehr Zeit zu haben für die Dinge, die „wichtig“ sind, gesund erhalten und „wirklich Spaß“ machen ist natürlich verständlich; ich bin mir des Privilegs durchaus bewusst einen Beruf zu haben, der abwechslungsreich, faszinierend und äußerst befriedigend ist und mich in Bewegung hält. Das körperliche Unwohlsein, das ich in meinem „all-inclusive“ Bürojob allmorgendlich verspürte sobald ich mich an den PC setzte, mit der Aussicht dort ein Minimum von 8 Stunden zu verbringen, ist mir noch gut erinnerlich.

Aber die Entscheidung, alt (im Sinne von noch viele Jahre gesund leben) werden zu wollen müssen wir ja schon viel früher als beim Pensionsantritt treffen. Die Dringlichkeit dieser Wahl wurde mir, wie schon einmal erwähnt, eindringlich bewusst, als ich 50 wurde. Mein Fest lief unter dem Motto „Halbzeit“, wobei ich meine Erwartungshaltung mittlerweile auf 120 hinaufgeschraubt habe, die ich gesund und fit im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte erreichen möchte. Es gibt ja noch so viel zu tun, zu lernen, zu begreifen!

Wenngleich ich mich auch noch wirklich jung fühle und in vielen Bereichen weiterhin so lebe wie vor 30 Jahren: Urlaub mit dem Zelt, Anreise per Bahn, von A nach B mit dem Fahrrad, schlafen im Hochbett – merke ich doch, dass sich einige Dinge verändert haben. So ist der Wechsel mit einigen Symptomen in meine Leben getreten, (die mich z.T. erheitern, z.T. weniger :-)) und hat die Illusion von eigenen Kindern endgültig beendet. Immer wieder bemerke ich auch am eigenen Körper die Unsichtbarkeit, der ich mittlerweile als über 50-jährige Frau offensichtlich anheimgefallen bin. Und auch wenn ich mich sehr bemühe, jeglichen körperlichen „Verfall“ nicht einfach als gegeben hinzunehmen fällt mir schon zunehmend auf, dass mein Körper Exzesse weniger und weniger verzeiht: zu viele Kekse, zu wenig Schlaf, zu harter Untergrund fordern ihren Tribut sofort und unerbittlich.

Auch plötzliche, schwere Erkrankungen in meinem Umfeld von Menschen, die nur wenig älter sind als ich bringen meine optimistische Überzeugung, dass 120 durchaus im Bereich des Möglichen liegen immer wieder etwas ins Wanken. Ich habe Angst „um mein Goaß-Leben“, wie meine Großmutter gesagt hätte.

Im Kontext der Grinberg-Methode und Körperarbeit ist Angst natürlich einer der Energie- und Motivationsgeber schlechthin. Verspürte ich keine Angst um mein „Goaß-Leben“, würde ich nicht zur Gesundenuntersuchung gehen, keine Koloskopie machen lassen (ab 50 ist das ja die Vorsorgeuntersuchung, die auch wirklich etwas bringt), nicht meine Abendgestaltung darauf abstimmen, ob ich denn dann auch bald genug ins Bett käme, um am nächsten Tag trotz seniler Bettflucht ausgeschlafen meinen Tag bestreiten und genießen zu können. Und Tatsache ist – es braucht auch eine gehörige Portion Glück, um JubilarIn zu werden. Und das liegt außerhalb unserer Kontrolle.

Auch Aufmerksamkeit ist wichtiger denn je, je älter Du wirst. Aufmerksamkeit darauf, was, wie und wieviel Du isst – weil der Körper Sünden weniger leicht wegsteckt und empfindlicher reagiert als noch mit 17. Aufmerksamkeit darauf, genügend geruhsamen Schlaf zu bekommen, auf einer Matratze, die die passende Punktelastizität für die „alten Knochen“ bietet (ich habe mir gerade eine neue bestellt und bin daher informiert 🙂 ). Und Aufmerksamkeit darauf, genügend Bewegung in den Alltag einzubauen und nicht in Routinen, die das Hirn benebeln und erschlaffen lassen zu versinken. Eine der großen Herausforderungen ist es dann wohl auch, genügend Routine und Planung im Leben zu haben, um das zunehmend aufwendiger werdende, umfassende Programm fürs Gesund- und Jungbleiben in den Alltag zu integrieren, und gleichzeitig eben nicht in einen langweiligen routinierten Trott zu verfallen der alt macht. Eine weitere ist es, sich nicht der Vergänglichkeit hinzugeben und diese als unumstößliche Gegebenheit hinzunehmen. Der Aufwand sich fit und gesund zu halten wird immer größer, je älter Du wirst, das stimmt. Aber ich habe großes Vertrauen in unsere Körper, dass sie unter dem Motto „es ist (fast) nie zu spät“ jederzeit bereit sind, die Dinge zum Positiven zu verändern. D.h. vielleicht muss ich jetzt doch endlich intensiv an meiner Außenspirale der Hüfte arbeiten, weil sie sich immer wieder unangenehm bemerkbar macht. Jetzt passt es noch, aber lieber vorbeugen, als eine Hüft-OP in 15 Jahren. Also weiterhin jeden Tag genießen –  inklusive „Jungbrunnen-Programm“ – weil immerhin haben wir die Möglichkeiten, solch ein Programm in unseren Alltag einzubauen. Weil wir noch leben.

Ich sammle seit Jahren Vorbilder im Altwerden – die Ex-Turnerin, die nach wie vor täglich am Reck trainiert, die Yoga-Lehrerin, die mit über 90 noch ihre Asanas vorzeigt, wenn sie sehr viel jüngere Leute unterrichtet, Forscherinnen und Forscher, die weiter an ihren Themen dranbleiben und mit 90 noch Bücher veröffentlichen.

Ich für meinen Teil habe letztes Jahr das differenzierte Krafttraining für mich entdeckt – ein Vorteil neben Kraftzuwachs, Steigerung und Erhalt von Knochenfestigkeit und -dichte, und verbesserter Versorgung von Gelenkstrukturen ist, dass mehr Muskelmasse mehr Grundumsatz bedeutet, d.h. man muss nicht gar so viele Kalorien reduzieren, um das Gewicht zu halten. Fürs Gehirnjogging bietet sich z.B. Neuronation.com an. Und Bewegung sowieso immer. Und wenn ich mal Zeit habe, lerne ich endlich Cello spielen – und ich weiß immerhin schon, wem ich mein erstes Buch widme. Sofern ich das Glück habe, gesund zu bleiben.

Nach der letzten Fortbildung nehme ich mir für Februar vor, meine Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit intensiv zu trainieren – auf dass sich mein Hirn ausdehnen und jung bleiben kann. Wenn du mitmachen willst – melde dich! Oder schreibe einen Kommentar dazu, was du tust, um jung und fit zu bleiben – wie gesagt, Du kannst gar nicht früh genug damit anfangen – und es ist auch nie zu spät solange Du lebst.

 

 

Vom Genuss zu spüren (Teil 2)

Vom Genuss zu spüren (Teil 2)

Foto: Rido/shutterstock.com

Im November 2017-Blog zum Thema „Spüren“ („Vom Mut zu spüren“ (Teil 1) ging es um den Versuch zu erklären, warum wir oft nicht so gerne spüren was ist, sowie ein erstes Argument dafür, es doch zu probieren. So kann in meiner Erfahrung Veränderung und Heilung nur dann nachhaltig stattfinden, wenn Du bereit bist, den Dingen die sind – z.B. Schmerz oder Wut – auch Raum zu geben. Wie gesagt: es ist nicht weiter schwierig, jemanden davon zu überzeugen, Genuss oder Verliebtheit zu spüre. Mit sogenannten „unangenehmen“ Gefühlen wie Schmerz, Angst, oder Zorn schaut es aber dann gleich ganz anders aus. Im Bestreben, für das Spüren eine Lanze zu brechen folgen nun weitere Argumente, die Dich vielleicht von der Sinnhaftigkeit überzeugen Dich mit allem was ist zu spüren.

Mehr Spaß im Leben

Die Anstrengung, die du fürs Nicht-Spüren aufwendest kostet dich natürlich auch Energie für die Dinge, die du gerne machen, die Dinge die du in deinem Leben haben möchtest. So musst du dich vielleicht so zusammenreißen, um den Frust in deiner Arbeit nicht zu spüren, dass du am Abend keine Energie mehr aufbringst, etwas Gutes für dich zu tun und damit immer weniger Energie dafür hast, deine Situation zu verbessern. Wer Empfindungen automatisch dämpft, reduziert natürlich auch positive Empfindungen wie Freude, Lust, Zufriedenheit, Klarheit. Damit verspürst du auch weniger, was du eigentlich willst in deinem Leben und machst es Dir schwieriger, dein Potential, das, was dich glücklich und zufrieden macht zu leben.

Schutz und Sicherheit

Das rechtzeitige Spüren von dir unangenehmen Empfindungen, speziell von Schmerz, ist das Warnsignal des Körpers schlechthin. Wenn du nicht spürst, dass du regelmäßig Bauchschmerzen hast, nachdem du etwas Bestimmtes gegessen hast, wird dir nicht auffallen, dass du das entsprechende Lebensmittel nicht so gut verträgst und irgendwann schlägt das Darmimperium vielleicht zurück. Die Angst vor dem Schmerz einer Verbrennung hält kleine Kinder und auch Erwachsene normalerweise davor zurück, auf eine heiße Herdplatte zu greifen und sich nicht kontinuierlich zu verstümmeln, so wie das Kindern passiert, die unter einer seltenen genetischen Krankheit leiden und keinen Schmerz spüren können. Meldet dein Körper nicht unmissverständlich, dass ihm etwas nicht passt, gehst du nicht zur ÄrztIn, um deinen Gesundheitszustand zu überprüfen; und du kümmerst dich nicht darum, deine Lebensbedingungen dahingehend anzupassen, dass du dich wohlfühlst und dein Potential verwirklichen kannst. Unzufriedenheit und Unwohlsein liefern probaten Schutz gegen Bore-Out oder Burn-Out – je nachdem.

Spürst Du Neid, d.h. du willst etwas auch, was jemand anderer bereits hat, kannst du Deine Energien aktivieren, um eben das auch zu erreichen, was die anderen Person (erreicht) hat. Spürst Du Deine Frustration über einen Misserfolg kann dich das motivieren, jetzt erst recht weiterzumachen, um Dein Ziel trotz Stolpersteinen zu erreichen.

Genuss

Die eigene Essenz zu spüren, das, was wir wirklich sind, ist ein äußerst erfüllender Zustand, genüsslich und befriedigend. Das gelingt uns jedoch nur, wenn wir Körper sind, mit allem, was dazugehört: mit der Angst und dem Schmerz, den das Leben eben einfach beinhaltet; mit der Wut über Ungerechtigkeiten und Idiotien; mit der Freude über die Großzügigkeit eines Fremden oder des Lebens an sich, über eine Herausforderung, die du erfolgreich gemeistert hast, über die Nachricht eines geliebten Menschen; mit dem Genuss, nach einem anstrengenden Arbeitstag mit einer Tasse Tee und einem guten Buch auf der Couch herumzuknozen.

In seinem begeisterten Vortrag “ Wer glücklich ist kauft nichts “ beschreibt Gerald Hüther auf eindringliche Art und Weise: Wir alle wollen sicher sein und wachsen dürfen. Das heißt auch, dass wir, als Körper, so sein wollen wie wir sind, zu dem werden und wachsen wollen, was unsere Essenz, unser Potential ist. Das beinhaltet, dass wir ohne zusätzliche Anstrengung, ohne Extras und erlernte Verhaltensstrategien sind, was wir sind. Und unseren Körper spüren mit allem, was dazugehört – weil wenn unser Körper Angst hat, hat er Angst und wenn er wütend ist, d.h. z.B. etwas nicht will, dann will er es nicht. Das heißt natürlich nicht, dass wir immer und überall jeder alles vor die Füße spucken – wir sind ja vernunftbegabte Wesen und somit in der Lage zu wählen, was wir tun. Aber so zu tun, als wärst du völlig einverstanden mit etwas, obwohl du innerlich kochst und im Hintergrund kräftig „matschgerst“, ist so ähnlich, als würdest du in einen eiskalten Raum kommen und das Thermostat versucht dir weiszumachen, dass es angenehme 20 Grad hat. Oder Dir wird vorgegaukelt, dass dein Lieblingsessen auf dem Teller ist, dabei schaut es nur so aus und eigentlich ist es eine Anhäufung von allem was dir nicht schmeckt. Deine Geschmacksknospen senden also „Wäh!!“  zum Hirn, aber dein Verstand behauptet weiter steif und fest, dass das alles seine Ordnung hat und ganz köstlich ist. Des Kaiser’s neue Kleidung sozusagen.

Erlauben wir unserem Körper, das zu sein, was er ist, und das zu spüren, was er spürt, führt das zu einer sehr zufriedenen Entspannung. Einer Selbstverständlichkeit und Klarheit die zu spüren ein großer Genuss sind.

Jede/r, der schon Sitzungen genommen hat, hat diesen Genuss schon einmal erlebt: einfach zu sein. Ohne Extras. Ohne den Versuch, etwas anderes zu sein oder zu spüren, als das, was ist. In Zeiten von Fake-News ist diese Fähigkeit der Aufmerksamkeit für die Realität nicht nur für jede/n von uns persönlich, sondern auch für uns als Gesellschaft hilfreich und notwendig.

Wenn Du mehr zum Thema „Spüren was ist“ lernen möchtest, oder jemand anderem den Weg dazu öffnen möchtest – ich unterstütze dich gerne dabei. Schau auf der Angebotsseite vorbei, auf der ich feiertägliche Geschenk-Pakete zu Spezialpreisen anbiete. Ich freue mich auch über einen Kommentar von Dir darüber, welche Erfahrungen Du mit dem Spüren hast.

Vom Mut zu spüren (Teil 1)

Vom Mut zu spüren (Teil 1)

Foto: Schustikova Inessa/shutterstock.com

In meiner Arbeit geht es immer darum, den Körper mit all seinen Empfindungen zu spüren. Das erfordert Mut, denn oft sind die Dinge die wir wahrnehmen oder spüren nicht wirklich angenehm. Aber es ist auch spannend: denn die Bandbreite dessen, was unser Körper spüren und empfinden kann ist schier unendlich. Da geht neben weh, nicht weh, und verspannt, entspannt noch einiges! Interessanterweise wird „Es tut nicht weh!“ oft gleichgesetzt mit „Ich spüre nichts“. Der Körper ist aber immer da und kann gar nicht anders, als sich und seine Umgebung zu spüren, d.h. ihn nicht zu spüren ist an sich schon ein Paradoxon.

Erinnere dich vielleicht an das letzte Mal, als du dich mit Spaß so richtig gut verausgabt hast und dieses wohlige Gefühl in den Muskeln, die ihrer Bestimmung nachgekommen sind, sich wieder mal bis zum Anschlag kontrahiert haben und jetzt wohlig entspannt und saftig ausrasten. Oder das warm-mollige Gefühl, nach einem Winter-Spaziergang durchfroren nach Hause in die Wärme zurück zu kommen und sich mit einer Schüssel heißer Suppe auch innerlich wieder auszuwärmen. Ich kann mich noch gut an die Zeit meiner aktiven Tanzkarriere erinnern, jeden Morgen spürte ich meinen Körper als lebendigen, arbeitenden Organismus. Neben bamstig, voll, schwer, leicht, schwebend, saftig kann auch klares Wollen, oder voll für etwas zu gehen als körperliche Empfindung spürbar sein. All diese zusätzlichen Empfindungsmöglichkeiten machen das Leben intensiv, spannend, saftig.  Eben spürbar. Und lebendig.

Wieso wollen wir oft nicht spüren, was ist?

Die Intensität mancher Empfindungen, z.B. von Schmerz, sind oft überwältigend. Sei es der Herzschmerz nach einer Trennung oder über den Tod einer geliebten Person oder der Schmerz in einem Zahn der dich in der Nacht wachhält: wir haben alle Strategien entwickelt, den Schmerz in Schach zu halten und uns entweder abzulenken oder ihn aktiv auszublenden. Grundsätzlich ist das eine logische und nachvollziehbare Strategie. Wir sind überzeugt, dass wir nur damit weiter unserer Arbeit nachgehen, Dinge erledigen, unser Leben so weiterführen können wie bisher. Und so beißen wir die Zähne zusammen, drosseln unsere Atmung, verschnüren unser Herz und selbst wenn es uns eigentlich gerade den Boden unter den Füßen wegzieht, weil sich die Zukunftspläne mit einer bestimmten Person gerade in Nichts aufgelöst haben oder unser Job nach 30 loyalen Dienstjahren kurz vor der Pension einer Restrukturierung zum Opfer fällt machen wir gute Miene zum bösen Spiel und tun so, als würde uns das alles nicht weiter tangieren.

Natürlich können wir den unsagbaren Zorn, den wir vielleicht über eine Ungerechtigkeit verspüren die uns oder jemandem in unserem nächsten Umfeld gerade zuteilwurde nicht ungefiltert in die Tat umsetzen und unseren Vorgesetzten mal so richtig die Meinung sagen, wollen wir unsere Karriere nicht aufs Spiel setzen oder jemanden wirklich verletzen. Deshalb sind wir ja auch „erwachsen“ und mit einem logischen Verstand ausgestattet, der uns dabei hilft zu entscheiden, was angebracht ist und langfristig sinnvoll und was nicht.

Unsere Empfindungsfähigkeit automatisch herunterzufahren und das Ausmaß z.B. eines Schmerzes oder eines Zorns auf „lauwarm“ oder „gar nicht mehr“ herunter zu dimmen lässt uns jedoch Situationen aushalten, die wir auf die Dauer nicht aushalten sollten, in denen zu verharren unsere Gesundheit und unser Glück aufs Spiel setzt. Würden wir den Schmerz, die Wut, den Frust wirklich ungefiltert spüren, müssten wir reagieren. Wir könnten nicht in einer Beziehung/in einem Job bleiben, in der/dem wir immer wieder maßlos wütend oder verletzt werden. Wir könnten nicht die Augen verschließen vor gravierenden Problemen unserer Zeit und bequem so weiterleben wie bisher, wie ein Frosch bei langsam zum Kochen gebrachtem Wasser. Wir müssten reagieren und etwas verändern.

Was bringt es, mehr als nur „tut weh“ – „tut nicht weh“ zu spüren?

Es ist sicher nicht so schwierig, dich davon zu überzeugen, dass es genüsslich ist, Freude zu spüren, oder in jeder Zelle Klarheit darüber zu haben, was du willst. Aber Schmerz? Angst? Im Folgenden findest Du ein erstes Argument dafür, auch diese „unangenehmen“ Gefühle zuzulassen. Weitere Argumente folgen im nächsten Blog.

Veränderung und Heilung:

Die Energie, die wir dafür aufwenden, Dinge die eigentlich da sind (Wut, Schmerz, Angst etc.) nichts zu spüren, fehlt dafür unser Leben voll zu leben. Gleichzeitig fehlt uns die Energie dieser starken Empfindungen und Gefühle als Motivator. Wir verbleiben in unserem Status quo, leiden möglicherweise daran, verändern aber nichts. Je länger wir in einer für uns eigentlich untragbaren Situation verharren, desto mehr müssen wir uns an den Mechanismus klammern, der uns ermöglicht das Ausmaß der Untragbarkeit nicht zu spüren, um es überhaupt aushalten zu können. Egal, ob das einen körperlichen oder seelischen Schmerz, Wut oder Angst betrifft, behindert ein Nicht-Spüren Veränderung und Heilung. Wenn ich spüre, dass mich etwas sehr verletzt hat, kann ich reagieren. Ich kann das Gespräch suchen, mögliche Missverständnisse klären, Konsequenzen setzen, mich von einer Person nachhaltig trennen, d.h. dafür sorgen, dass diese Person – wenn sie nicht bereit ist, für ihr verletzendes Verhalten Verantwortung zu übernehmen – nicht mehr in meinem Leben ist.

Wenn ich spüre, dass ein Körperbereich auch Wochen nach einer Verletzung noch schmerzt, kann ich mich darum kümmern, mir Hilfe suchen. Ich kann unterscheiden zwischen „schlechtem Schmerz“ und „Wohlschmerz“ und mir damit vom Körper Feed-back holen, was der Bereich nicht mag und was er schon verträgt – damit nachhaltige und umfassende Heilung stattfinden kann.

Gerne begleite ich Dich in Deinen Bestrebungen dazu, dein „Spüren“ zu aktivieren oder noch stärker anzukurbeln oder Deinen Körper dazu zu animieren, sich nach Verletzungen vollständiger zu regenerieren. Kontaktiere mich für eine Schnuppersitzung zum Einführungspreis oder einen Geschenk-Gutschein für die kommenden Feiertage, oder schreib einen Kommentar wie Du es mit dem Spüren hältst.

Du hast die Wahl

Du hast die Wahl

Foto: seanbear/shutterstock.com

In meiner Arbeit geht es häufig um „Zustände“, die wir in bestimmten Situationen automatisch kreieren. Ein Zustand ist meist eine Reaktion auf eine bestimmte Person oder eine Gegebenheit (Stress), beinhaltet z.B. eine bestimmte Art zu atmen, eine Körperhaltung mit Bereichen, die angespannt sind oder sich anfühlen, als wären sie gar nicht da, oder eine bestimmte Stimmung.

Manchmal ist ein bestimmter Körperbereich betroffen, der dann als „Beschwerde“ wahrgenommen wird; z.B. Deine Schulter – wenn Du vorwiegend in einer bestimmten Haltung sitzt und das über mehrere Stunden pro Tag, und wenn Deine Schulter dabei nicht in der Position ist, in der sie anatomisch sein sollte, wird das Konsequenzen haben. Vielleicht hängt sie nach vorne und du spürst ständig einen Zug hinten, oder durch die Fehlhaltung kommt es zu einer Enge im Gelenk und deine Beweglichkeit ist eingeschränkt bis hin zu Schmerzen und einer Diagnose bei der OrthopädIn. Egal, ob es um eine „Beschwerde“ geht oder dein Seins-Zustand (inklusive Atmung, Stimmung etc.) betroffen ist, einen automatischen Zustand zu kreieren und zu leben wird immer Konsequenzen haben. Die gute Nachricht ist, dass Du auf verschiedenen Ebenen wählen kannst, verschieden Dinge tun kannst:

Wähle den Realitäts-und Fakten-Check

Wenn wir in einem Zustand sind, erleben wir das Leben wie einen Film dessen Verlauf wir bereits zu kennen glauben. Die Fakten zu checken, nachzuprüfen, ob die Realität mit dem übereinstimmt, was wir gerade wahrnehmen, glauben, oder spüren ist bei jeder Wahl hilfreich. Der erste Schritt ist, Dir bewusst zu werden, dass du gerade in einem Zustand bist. In einer Sitzung lernst du ja genau das, zu spüren, wie sich dein ganz persönlicher Zustand anfühlt, wie du ihn kreierst, was er beinhaltet – und wie du ihn loslassen kannst, wie du dich ohne Zustand anfühlst. D.h., wenn du z.B. kaum atmest, in verschiedenen Körperbereichen Anstrengung machst, Dein Denken eindimensional und sich wiederholend wird oder viele Sätze mit „immer“, „nie“ in deinem Kopf herumschwirren, kannst du davon ausgehen, dass du gerade nicht entspannt und frei die Realität erlebst. Wenn du also das nächste Mal glaubst, dass eine Bekannte wütend auf dich ist, obwohl du dir keiner Schuld bewusst bist, frag sie doch, ob dem wirklich so ist. Oder ob deine schlechte Stimmung sich vielleicht hebt, wenn Du ein paar tiefe Atemzüge nimmst und aus der nach vorne gebeugten Haltung mit angespanntem Kopf, Nacken und Bauch aussteigst.

Wähle der Verlockung zu widerstehen

Unsere Zustände sind uns wohlbekannt. Das führt dazu, dass sie sich oft anfühlen, wie unser Lieblings-Sweatshirt – so oft gewaschen, dass es ganz weich und anschmiegsam ist. Selbst wenn der Zustand unangenehm ist oder zumindest unangenehme Auswirkungen hat (und wir z.B. unsere Gehaltserhöhung nicht bekommen, weil wir beim MitarbeiterInnen-Gespräch unser Selbstbewusstsein verlieren und uns selbst klein machen, statt auf unsere Errungenschaften hinzuweisen) gibt er uns doch ein Gefühl der Sicherheit. Die Pseudo-Sicherheit des Kennens, der Gewissheit, dass wir in unserer durchaus manchmal unkomfortablen Komfortzone bleiben können wenn wir nichts verändern. Und unsere Komfortzone hat einen großen Sog. Nicht-Wissen hingegen, Nicht-Wissen wie es sein wird (wenn wir etwas anderes tun/anders sind als üblich) macht Angst. Es gilt also, zu wählen, unseren Zustand loszulassen. Zu wählen mutig zu sein und der Verlockung des Altbekannten zu widerstehen.

Wähle zu Atmen

Die Atmung wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert. Gott sei Dank möchte man sagen, weil wir sonst vermutlich alle ständig ohnmächtig zusammenbrechen würden, müssten wir unsere Atmung aktiv kontrollieren. Nichts destotrotz ist in jedem Zustand ein ganz bestimmtes Atemmuster involviert – entweder wir atmen nur mehr ganz flach und minimalistisch, oder wir machen extra Anstrengung – entweder beim Ein- oder beim Ausatmen. Der Einatmung steht oft ein angespannter Bauch entgegen, der dem Zwerchfell nur wenig erlaubt, nach unten zu wandern. Die Ausatmung, die eigentlich passiv erfolgen kann wenn wir nicht gerade bedeutend mehr Sauerstoff als in Ruhe benötigen (weil wir uns anstrengen beim Marathon, der Bergwanderung, beim Fitness-Training, …) ist in einem „Zustand“ oft gekoppelt mit aktivem Rauspressen der Luft oder einer extrem kontrollierten, langsamen Lippen-Bremsen-Ausatmung, wie man sie aus der Geriatrie anwendet. Wenn Du schon einmal eine Sitzung bekommen hast weißt Du aus eigener Erfahrung, dass der erste Schritt, um aus einem Zustand auszusteigen ist, wieder tiefer zu atmen. Und schon ist ein Teil des Zustandes weg.

Wähle Anspannung bewusst loszulassen

Kennst du das? Du bist gestresst und prompt wandern deine Schultern hoch zu den Ohren? Das ist eine typische Anspannung, die Teil eines wiederkehrenden, automatischen Zustands sein kann. Sobald du genügen Aufmerksamkeit dafür hast, dass du die Schultern anstrengst und hochziehst – d.h. dass du etwas mit ihnen machst, kannst du auch wieder wählen, sie loszulassen, damit sie eine Chance haben, sich wieder an ihren anatomisch angestammten Platz zu bewegen. Die „perfekte“ Lage zu erreichen mag dauern, aber dieser erste Impuls des Loslassens, dem Körperbereich zu „erlauben“ sich nicht mehr extra anzustrengen ist der erste Schritt. Das funktioniert natürlich für jeden Bereich – schiebst du dein Kinn vor, wenn du wütend bist? Hältst du den Bauch, wenn du Angst hast? Zwickst du die Pobacken zusammen, wenn dir etwas peinlich ist? Wähle, die Anstrengung loszulassen und dem Körper zu erlauben, entspannt zu sein.

Wähle Aufmerksamkeit

Wenn wir in einem Zustand sind, ist unsere Aufmerksamkeit oft auch in diesem Zustand gefangen. Wir sehen die Welt wie durch einen Filter und nur das, was unseren Zustand bestätigt wird aufgenommen. Wenn Du in deinem Zustand z.B. überzeugt bist, dass niemand dich mag, wirst du die Blicke einer Kollegin dahingehend deuten, dass sie dich böse angeschaut hat – dabei hatte sie vielleicht gerade einen Streit mit dem Chef. Oder du siehst zwei Bekannte, die miteinander reden und bist überzeugt, dass sie über dich lästern. Dabei haben sie über Politik diskutiert. Wärst du entspannt und „Zustand-befreit“ könntest du einfach wahrnehmen, dass da zwei Leute die du kennst miteinander reden. Und entweder du gehst zu ihnen hin und diskutierst mit, oder Du hast etwas anderes zu tun und gehst deiner Wege.

Wähle zu denken und nicht alles zu glauben

Jeder „Zustand“ beinhaltet eine bestimmte Art zu denken. Sei es, dass wir kaum noch denken können, weil die Gedanken nur Fetzen sind, die nicht wirklich greifbar sind oder sich die Gedanken in einem immer dichter werdenden Wirbel aufeinander ballen, oder der Kopf plötzlich wie im Nebel dumpf und leer wird; oder, dass sich bestimmte Sätze immer wieder wiederholen und wir uns Anweisungen geben (du solltest doch, jetzt mach doch endlich,…) oder vor Jahrzehnten gezogene und seither nicht mehr hinterfragte Schlussfolgerungen gebetsmühlenartig rezitieren (das kannst du sowieso nicht, das wird nie etwas, die lassen dich ja eh nicht,…). Was unser Hirn in einem „Zustand“ von sich gibt ist eher eindimensional und stark gefärbt von den bereits obengenannten Filtern und kann nicht mehr als produktives denken bezeichnet werden. Der Trick – genauso wie Du Deine Schulter lockerlassen kannst, kannst Du auch entscheiden, dem sich wiederholenden Geschwafel nicht zuzuhören oder manches einfach nicht zu glauben – so wie Du vermutlich auch manchen PolitikerInnen nicht alles glaubst.

Wähle zu spüren was ist

Zustände finden auch in unsere Stimmung oder unserer Gefühlswelt ihren Ausdruck. So bist du möglicherweise manchmal aus scheinbar unerfindlichen Gründen grantig oder schlecht gelaunt. Und wenn du dann nachspürst, was eigentlich los ist, merkst du, dass dich das Arbeitspensum, dem du so locker-flockig zugestimmt hast, zusammen mit deiner derzeitigen Familiensituation und der Krankheit deines Vaters doch mehr mitnimmt, als du dir zugestanden hast. Und dann bemerkst du vielleicht auch, dass sich auch die Atmosphäre im Büro in letzter Zeit verändert hat, und dass eigentlich alle gerade sehr gestresst sind und all diese verschiedenen Stimmungen in einer angespannten Atmosphäre münden. Wenn alle spüren, was eigentlich ist, statt einen Zustand darüber zu legen, der das eigentliche verdeckt, gelingt es auch leichter zu spüren, was notwendig ist, um die Situation zum Positiven zu verändern.

Wählen, dranzubleiben

Ein Zustand ist wie eine zweite Haut. Oft gibt er uns wie gesagt Sicherheit und das Gefühl, dass wir alles im Griff haben. Den Zustand kennen wir ja meist schon sehr lange, wir haben ihn gut geübt. Ein Loslassen eines Zustandes beinhaltet also immer ein Verlassen der eigenen Komfortzone, ein Hinausschreiten ins Ungewisse: was passiert, wenn du im nächsten Meeting deine Schultern lockerlässt, atmest und zustimmst zu spüren, wie aufgeregt du bist, wenn du deinen Standpunkt darlegen sollst? Was passiert in deiner Partnerschaft, wenn du aufhörst, den Mund zu halten und dich zurückzunehmen?

Egal, ob es um eine Schulter geht, die wieder lernen soll, wo sie hingehört, oder eine Hand, die ihr Gewölbe wieder zurücktrainieren will, oder eben um einen Zustand mit allem Drum und Dran, den Du ablegen willst – ohne Übung wird es nicht gehen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Du vieles in deinem Alltag ohne extra Zeitaufwand üben kannst (z.B. wieder einmal Luft zu holen oder eine Bewegung wie das Greifen nach einem Glas Wasser bewusst auszuführen). Und dass du, selbst wenn du tagelang nicht ans Üben gedacht hast, immer wieder neu wählen kannst, es jetzt mal wieder zu versuchen. Damit du deinem Ziel einen weiteren Schritt näherkommst.

Probier einmal für eine Woche eine der Wahlmöglichkeiten aus – entweder tiefer zu atmen, einen Bereich locker zu lassen, oder Deinen Überzeugungen nicht zu glauben – und schreib einen Kommentar zu deinen Erfahrungen damit. Und vergiss nicht, am 15. Oktober wählen zu gehen!

Schritt für Schritt zur Veränderung

Foto: Albina Glisic/shutterstock.com

Schritt 1 – Status Quo-Analyse und Aufmerksamkeit dafür was ist.

Wenn Leute das erste Mal zu mir kommen wissen sie entweder bereits, was sie wollen und haben eine Ahnung davon was sie abhält ihr Ziel zu erreichen. Oder sie merken einfach, dass sie Schmerzen haben oder unrund sind und wollen diesen Zustand beenden und sich wieder wohler fühlen.

Egal warum jemand bei mir in der Praxis auftaucht, der erste Schritt dort ist stets zu beschreiben was Sache ist, also den Status Quo, die Realität jetzt. Je nach Themenlage beginnen wir dann z.B. mit einer Stand- und Bewegungsanalyse:

Wie stehst Du? Wie gehst Du? Bewegt sich Dein Brustkorb mit oder ist der relativ unbeweglich und starr? Wie belastest Du Deine Füße, wo befindet sich Dein Oberkörper, Dein Kopf in Relation zum Becken?

Oder wir starten mit einer Fußanalyse: (mehr …)

Selbstverständlich? Selbstverständlich!

Selbstverständlich? Selbstverständlich!

Foto: Cora K. Hiebinger

Im Urlaub stellte eine Freundin bei einer Diskussion über den Zustand unserer Welt kürzlich unumwunden fest, dass sie eigentlich gar nichts mehr verwunderte. Ganz im Gegenteil sei sie positiv überrascht, wenn z.B. jemand seinen Müll in den Abfalleimer werfe, oder sie den Zebrastreifen überqueren ließe.
Der tägliche Wahnsinn, (mehr …)

Ausgeschlafen ist das neue Cool

Ausgeschlafen ist das neue Cool

Foto: Doucefleur/shutterstock.com

Oder auch nicht. Warum wir nicht nur im Urlaub mehr auf unseren Schlaf achten sollten.

Vor nicht ganz 2 Jahren hatte ich die Gelegenheit meine Herz-Raten-Variabilität (HRV) messen zu lassen. 30 Stunden lang nahmen 2 Messelektroden Daten auf, während ich arbeitete, Sport trieb, aß, las und schlief.  Elis Sonnleitner, Gründerin von heartrates.at analysierte danach die Messerresultate und erklärte mir die Ergebnisse. Ich war durchaus schockiert zu hören, dass ich meinem Körper laut HRV offensichtlich nicht wirklich ausreichend Erholung gönnte und meine Schlafqualität zu wünschen übrigließ (obwohl mein Schlafmodus in der Regel wie folgt zu beschreiben ist: ins Bett – einschlafen – Wecker – aufwachen). (mehr …)

Sei freundlich zu dir selbst

Sei freundlich zu dir selbst

Foto: Cora K. Hiebinger

Das buddhistische Meditationszentrum meiner Wahl (Shambhala Buddhismus in der Stiftgasse) besticht durch seine Unaufgeregtheit. Die Menschen, dich ich dort kennengelernt habe sind in ihren ganz unterschiedlichen Berufen erfolgreich und stehen voll im Leben – angenehm „unheilig“ und nicht abgehoben: niemand gibt vor, die Erleuchtung schon in greifbarer Nähe zu spüren – und doch machen sie weiter und arbeiten an der „grundlegenden Gutheit“, die uns allen innewohnt.

Was mich an dieser Form des „Sitzens“ noch beeindruckt hat ist die Sanftheit, zu der man im Umgang mit sich selbst angehalten wird. „Sei freundlich zu Dir selbst“ ist ein Satz den ich immer wieder gehört habe – und den ich nun häufig meinen KlientInnen mit auf den Weg gebe.

Sicher haben wir alle schon Situationen erlebt, in denen uns andere klein gemacht, ungerecht behandelt, herabgewürdigt, beschimpft oder uns ganz einfach mit Gemeinheiten bedacht haben.

Sicher haben wir das alles nicht als angenehm empfunden – was uns jedoch nicht davon abhält, uns auch selbst mit abfälligen Bemerkungen herunterzumachen, streng zu kritisieren, oder zu beschimpfen. Wir reden mit uns und über uns oft auf eine Art und Weise, die uns die Schamesröte ins Gesicht treiben würde, sprächen wir so über eine andere uns nahestehende Person.

Freundlich zu Dir sein heißt nicht, dass Du von jetzt an alles super findest, was du tust und sagst und dir, egal was für eine Aktion Du gerade geliefert hast lächelnd auf die Schulter klopfst.

Freundlich zu Dir selbst heißt, dich wie eine dir liebe Freundin zu behandeln. Zu der sagst du ja sicher nicht „Was bist du doch für ein Idiot!“ wenn sie einen Fehler gemacht hat. Einen guten Freund bremst du vielleicht ein, wenn er sich nur mehr von einem Termin zum anderen schleppt und halbkrank und übernachtig sein Leben fristet. Und sagst ihm, dass du dir Sorgen um ihn machst und dass er seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Wenn gute FreundInnen dich an ihren Wünschen und Träumen teilhaben lassen sagst du nicht als erstes gleich einmal „das wird sowieso nichts.“ Du hörst ihnen zu und unterstützt sie darin, realistische Schritte zu setzen und bestärkst sie, das zu tun was sie glücklich macht. Beschimpft jemand Deine FreundInnen oder behandelt sie ungerecht, wirst du für sie da sein und ihnen den Rücken stärken, oder sogar selbst einschreiten, um die AggressorInnen zu stoppen und in ihre Schranken zu weisen. Und wenn deine FreundInnen Hirngespinsten nachhängen, bist du diejenige, die ihnen die Augen öffnet und sie wieder in die Realität zurückholt.

Ich habe mit FreundInnen ein Abkommen getroffen: falls wir mit zunehmendem Alter schrullig zu werden beginnen oder einem gewissen Realitätsverlust anheimfallen, teilen wir das einander mit. Weil wer sonst, wenn nicht unsere FreundInnen sollte uns darauf hinweisen, dass wir uns gerade ins Hemd lügen, im Begriff sind, eine große Dummheit zu begehen, oder eine unserer „Eigenheiten“ gerade auf die Spitze treiben. Freund-lich sein hat also auch ganz viel mit ehrlich sein und in der Realität sein zu tun.

Die Zustände, die wir kreieren und in denen wir uns selber niedermachen führen immer zu einer Verzerrung der Realität. Weil wenn du ehrlich bist, weißt du natürlich, dass du keinE VollidiotIn oder VersagerIn bist, aber möglicherweise gerade etwas getan hast was nicht ausnehmend klug war. Und wenngleich jedeR von uns ein Einzelstück und damit schon in sich vollkommen ist, so entbehrt doch der Anspruch „perfekt“ sein zu müssen (im Sinne von keine Schwächen, keine Fehler zu haben oder zu machen) nicht einer gewissen Arroganz. Freundlichkeit zu sich selbst beinhaltet dann, uns mit einem grundsätzlichen Wohlwollen zu betrachten, Entwicklungspotentiale zu sehen („there is room for improvement“), mit sanfter Ausdauer dranzubleiben und beim nächsten Mal aufs Neue unser Bestes zu geben.

Nächstes Mal, wenn Du wieder einmal über dich schimpfst oder schlecht redest, überprüfe einmal, ob du dieselben Worte, denselben Tonfall einer guten Freundin, einem guten Freund gegenüber anschlagen würdest. Freundlicher mit sich umzugehen bewirkt dann möglicherweise auch ein friedlicheres Miteinander – du mit dir, du mit anderen.

Zum Thema friedlicher gibt es im September auch das Symposium Peace Now, das das Shambhala Zentrum ausrichtet. Bis 30. Juni gilt noch der FrühbucherInnen-Bonus. Auch ich wurde eingeladen einen Workshop zu halten – der findet am Sonntagvormittag zum Thema „Respekt Yourself For Peace“ statt:

Friede in der Welt beginnt mit Frieden in und mit unserem Körper. Spüren wir uns besser und begegnen unserem Körper mit Respekt, zeigt uns der sehr genau, wo es langgeht: wieviel Ruhe er braucht, was er zu Essen mag, wie er sein Potential verwirklichen möchte. Geben wir ihm (und damit uns) Raum, sind wir zufriedener und es fällt uns leichter, auch andere sein zu lassen, wie sie sind. Damit ist ein erster Schritt zu einer zufriedeneren, friedlicheren Stadt getan. In diesem Workshop trainieren wir unsere Körperaufmerksamkeit, damit wir wieder besser spüren können was uns unsere Körper zu sagen haben.

Willst Du schon früher Freundlichkeit zu Dir selbst üben? Schaffe Dir Deine ganz private Freundlichkeits-Challenge: plane für einen gewissen Zeitraum (1 – 6 Wochen) jedes Mal, wenn Du dazu ansetzt etwas Negatives über Dich zu sagen oder mit dir zu schimpfen, das zu bemerken, tief durchzuatmen und Dir vorzustellen, das zu oder über (D)ein Kind, oder sonst jemanden zu sagen, den Du wirklich gerne magst. Schau, ob das nicht einiges an Schärfe herausnimmt aus Deinen Anmerkungen.

Oder Du schaust bei einer Happy_Body_Revolution vorbei, und lernst Deinen Körper anatomisch funktionell zu be- und damit zu ent-lasten.

Oder Du machst Dir einen Termin für eine Einzelsitzung aus und lernst Freundlichkeit zu Dir am eigenen Körper. Im Juni und Juli sind Erstsitzungen für Neu-KundInnen um 55% ermäßigt – Codewort: Freundlichkeit.

Ich freue mich, von Dir zu hören, wie es Dir damit geht, freundlicher und sanfter mit Dir selbst umzugehen!

Trafen sich ein Rabbi und ein Imam in Wien….

Trafen sich ein Rabbi und ein Imam in Wien….

Foto: Kues/shutterstock.com

Warum wir immer wieder hinterfragen sollten, was wir zu wissen glauben – oder – „Ent-schwurbelt“ Euch!

Trafen sich ein Rabbi und ein Imam in Wien…. So könnte einer der typischen Rabbiner-Witze beginnen. Allerdings ist dies kein Witz, sondern tatsächlich geschehen. Und dank meiner guten Freundin Ebru konnte ich neulich dabei sein, als der Wiener Gemeinderabbiner Hofmeister und der Imam Demir von ihren Erfahrungen auf der „Reise nach Jerusalem“ berichteten und die Fragen der mehrheitlich aus dem christlichen Kulturkreis stammenden Zuhörer*Innen beantworteten. Ein äußerst spannender Abend mit lebhaften Diskussionen. (mehr …)

Schmerz lass nach.

Schmerz lass nach.

Foto: TheaDesign/shutterstock.com

Gedanken über Trauer und Schmerz, 1

Einer meiner Grinberg-AusbildnerInnen hat mich einmal als die größte Schmerz-Vermeiderin seit langem bezeichnet. Sicher habe ich auch mehr als einmal meine Praktikerin (eine der erfahrensten und besten in Wien) zur Verzweiflung gebracht, weil ich mich in meiner stadtbekannten Sturheit über lange Zeit konsequent geweigert hatte, mich auf Schmerz einzulassen. Ich kann mich noch heute erinnern, wie verwundert wir beide waren, als ich zum ersten Mal während einer Sitzung nicht wie üblich darauf reagierte, sondern sehr undramatisch zustimmte, den Schmerz zu spüren, weiter zu atmen und ihn sich und mich verändern zu lassen. (mehr …)

7,5 Liter pro Minute*

7,5 Liter pro Minute*

Foto: Cora K. Hiebinger

Seit Jahrtausenden wissen Menschen, dass unsere körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte untrennbar mit dem Atem verbunden sind. Abgesehen davon, dass jede Zelle unseres Körpers auf ständige Zufuhr von Sauerstoff und den Abtransport von Kohlendioxid angewiesen ist, und das Gehirn ohne ausreichende Sauerstoffversorgung bereits nach 15 Sekunden mit Bewusstlosigkeit reagiert, können wir zwar bis zu 72h ohne Wasser – aber nur wenige Minuten ohne Sauerstoff überleben. Trotzdem wirst Du ständig dazu aufgefordert, mehr Wasser zu trinken, aber nur von einem ausgewählten Personenkreis (z.B. der Grinberg-PraktikerIn Deiner Wahl 😉  ) dazu mehr zu atmen. Zum Glück wird die Atmung über das Atemzentrum im Stammhirn gesteuert und wir können uns nicht willentlich durch Nicht-Atmen ersticken. So flach und angestrengt, wie viele von uns jedoch atmen, halten wir unseren Körper doch oft auf Sparflamme und schränken unsere Beweglichkeit, unser Wohlbefinden und unseren Energielevel dadurch unnötig ein. (mehr …)

Or would you rather be a fish?

Or would you rather be a fish?

Foto: baronb/shutterstock.com

In Jim Jarmusch’s Film „Paterson“ erinnert sich der Protagonist, Busfahrer und Poet, an einen Schlager  den sein Großvater immer gesungen hat; die Strophe „Or would you rather be a fish?“ ist der Impuls zu seinem neuen Gedicht. Die Frage ist bei mir hängengeblieben – in meiner Arbeit geht es ja immer auch darum, meine Klient*Innen dabei zu unterstützen, automatische Verhaltensabläufe und Zustände, die sie sich über die Jahre antrainiert haben zu ent-lernen, um ihrem ur-eigensten Selbst Schritt für Schritt wieder näher zu kommen. Nicht selten löst diese Annäherung an das eigentliche „Sein“ Angst aus, und die Zustände, Masken und Verschleierungen die unsere wahre Essenz verstecken, fühlen sich wie kuschelige Schmusedecken an, essentiell für unser Wohlbefinden und Überleben. (mehr …)

Glaubst Du noch oder fake-st Du schon?

Glaubst Du noch oder fake-st Du schon?

Foto: ibreakstock/shutterstock.com

Als österreichische Wort des Jahres 2016 wurde mit „überwältigender Mehrheit“  „Bundespräsidentenstichwahl-wiederholungsverschiebung“ gewählt, laut der Pressemitteilung der Jury ist dieses Wort:

„…sowohl inhaltlich als auch aufgrund seiner Länge ein Sinnbild und ironischer Kommentar für die politischen Ereignisse dieses Jahres.“

In Deutschland machte das Wort „postfaktisch“ das Rennen: (mehr …)

Not my circus, not my monkeys.

Not my circus, not my monkeys.

Foto: Sumitra.Hanai/shutterstock.com

Die letzten eineinhalb Jahre waren von einem Konflikt überschattet, in den ich zwar nicht direkt involviert war, der mich jedoch trotzdem tangierte und Anlass zu diversen, hitzigen Diskussionen unter Kolleg*Innen und Freund*Innen gab. Zum Teil machten wir uns schon im Vorhinein aus, diesmal nicht über „das Thema“ zu sprechen, weil absehbar war, dass – sobald wir es anschnitten – die Wogen emotional hochgehen und unsere Treffen sich dadurch bedeutend weniger produktiv und erquicklich gestalten würden.

Im Laufe des letzten Monats passierten dann mehrere Dinge: (mehr …)

Gnothi Seautón – Erkenne Dich selbst*

Gnothi Seautón – Erkenne Dich selbst*

Foto: SK.Chavan/Shutterstock.com

“If I miss one day’s practice I know it. If I miss two days my friends know it; and if I miss three days the public knows it.” Dieses Zitat, das u.a. Rubinstein zugeschrieben wird, war auch zu meiner Zeit in der Tanzwelt sehr beliebt. Unter Freund*Innen und Kolleg*Innen haben wir es häufig augenzwinkernd als Motivator verwendet, wenn die stürmische Eiseskälte eines New Yorker Winters oder die allgemeine Müdigkeit nach einer Performance oder einer Nachtschicht im Catering oder Babysitten uns das Zehn-Uhr-Training nicht wirklich verlockend erschienen ließ. (mehr …)

Schau ihr in die Augen, Liebes. Gedanken über die Angst (1)

Schau ihr in die Augen, Liebes. Gedanken über die Angst (1)

Foto: Tom Reichner/shutterstock.com

Warum es Sinn macht, uns darüber klar zu werden wovor wir Angst haben (sollten).

Wenn mich heute Leute fragen, wie ich das denn hingekriegt hätte – mit 30 nach New York zu gehen, um eine professionelle Tanzausbildung zu machen – kann ich nur sagen – hätte ich mir das alles genauer überlegt, wäre ich nie im Leben in Amerika gelandet. Meine Angst vor dem lebenslangen Bereuen – davor, meinen Traum endgültig aufzugeben ohne es zumindest versucht zu haben – war einfach größer als die, ins Flugzeug zu steigen und es darauf ankommen zu lassen. (mehr …)

Mensch ärgere Dich (nicht).

Mensch ärgere Dich (nicht).

Foto: Lightspring/shutterstock.com

Brettspiele machen mich mittlerweile nicht mehr wütend – außer mein „Kleine-Schwester-Syndrom“ wird durch ein genüssliches „Älla Bätsch!“ der Gewinner*In reaktiviert: hoffnungslos unterlegen und dafür auch noch ausgespottet.

Die treuen Leser*Innen meines Blogs wissen natürlich, was heutzutage meinen Ärger triggert (z.B. Autofahrer*Innen, die geparkt ihren Motor unnütz laufen lassen, die Verunglimpfung von Sprache, etc.). Mit meiner Wut über manche politischen Entscheidungen bin ich auch nicht ganz alleine: Im New Yorker schreibt Adam Davidson: (mehr …)

Genarrt und Reingelegt

Genarrt und Reingelegt

Foto: Lightspring/shutterstock.com

Was Brexit, Trump, Hofer und Pokemon gemeinsam haben – und was Du dagegen tun kannst.

Bewegung ist lebensnotwendig, senkt das Gesamtsterberisiko und hilft laut WHO gegen Erkrankungen wie Diabetes, Depression, Demenz und Herz-Kreislauferkrankungen (wobei schon durch die Mindestdosis von 150 min pro Woche das Gesamtsterberisiko um 10% verringert werden kann). Damit ist auch gleich das Argument für Pokémon Go abgedeckt – wenn die Kids (und Erwachsenen) plötzlich lieber zu Fuß durch die Gegend laufen, um Monster zu fangen, statt in der Straßenbahn Heute zu lesen – großartig. Ansonsten finde ich dieses Versinken von Vielen in der „augmented reality“ solcher Spiele etwas irritierend. (mehr …)

Ein Plädoyer gegen die Bequemlichkeit

Ein Plädoyer gegen die Bequemlichkeit

Foto: wrangler/shutterstock.com

Der Verfassungsgerichtshof hat sein Urteil gefällt, die Stichwahl zur Bundespräsident*Innenwahl muss wiederholt werden. Ob das nun rechtlich richtig oder falsch ist (weil keine tatsächlichen Manipulationen nachgewiesen wurden),  – Tatsache bleibt, dass Gesetze zur Wahlregelung, die laut VfGH „rigoros angewendet werden müssen“ aus Bequemlichkeit schon jahrelang nicht eingehalten wurden.

Bequemlichkeit deshalb, weil manche Beisitzer Sitzungsprotokolle unterschrieben, ohne die Auszählung auch wirklich überwacht zu haben, erst gegen Mittag kamen, oder überhaupt „einstimmig beschlossen, bei der Auszählung der Briefwahlstimmen am Montag nicht anwesend sein zu müssen.“ Und da es sich hierbei um „eingespieltes Brauchtum“ handelte, haben auch alle brav mitgetan. (mehr …)

Get Up, Stand Up!

Foto: albina glisic/shutterstock.com

Foto: albina glisic/shutterstock.com

7 easy steps to better posture and possible back-pain relief

Low back pain (LBP) is a very common global health problem that most people experience at some point in their life, particularly between the ages of 35 and 55. The WHO’s 2010 Global Burden of Disease Study estimated that LBP is among the top 10 diseases and injuries that account for activity limitation and work absence, affecting performance in all areas of life and general well-being. Worldwide, the prevalence of chronic, impairing LBP is raising in all age groups and genders. Several risk factors have been identified (such as occupational posture, depressive moods, body height and age), however, the causes of the onset of LBP remain unknown.

While nothing can be done about body height and age, posture can be improved easily with some level of attention and practice. And standing upright and looking the world straight into the eyes does not only reduce the strain on your muscular-skeletal system and thus improve you well-being and energy level, it may even improve your mood!

Here are the 7 steps:

  1. Feet: stand hip-width* apart, feet pointing straight to the front. Make sure you feel the entire heel and ball of your foot on the floor and you put equal weight on the front and back and outside and inside of the foot.
  2. Knees: Bend you knees slightly, keeping the legs parallel, that means the knee caps face to the front and the second/third toe.
  3. Pelvis: imagine there is a weight hanging down the tip of your sacrum (the bone that is fitted between the two hip bones) – that means the tip of your sacrum, as well as your sit-bones are pointing downwards vertically. This slightly lengthens the lower back area, without taking away the natural curve of the spine in the lumbar region.
  4. Upper back: make sure that your upper back is on top of the pelvis and does not lean back placing it actually behind the pelvis. You need a mirror or – even better – somebody to watch you and direct you in the right direction. Be aware that even a slight correction in your alignment will feel extremely weird at first – until your system adapts to the new arrangement.
  5. Shoulders: imagine your shoulder girdle – scapula in the back and clavicles in the front. Then slightly lift the shoulder girdle off your rib cage and gently place it back on the ribs like putting something on a table. The shoulders can just rest on the ribs, the arms can dangle down, you do not need to hold them. The frequently heard “shoulders back” is a big misunderstanding, that just gives you tension between the shoulder blades.
  6. Head and neck: Imagine a little air cushion behind your ears at the base of your skull. By gently inflating the cushion, allow the back of the head to rise slightly upwards, lengthening the neck. This will bring your chin down a bit, so that it can rest parallel to the floor instead of pointing upwards. Be careful – what I see people usually do when trying to lengthen their neck is that they bring the back of the head further back and down instead of up and to the front. That is the exact opposite of what you should be doing! And – the movement of lengthening is tiny, hardly noticeable. Also, with this correction you will usually have the sensation of looking down – which makes sense, since you changed the position of the head without changing the way you look – the eyes need to find a new position so they can look straight to the front again.
  7. Float and anchor yourself: Using the image of the head being a balloon floating up to the ceiling you can now let your spine dangle down from the head like a pearl necklace – at the bottom end of the spine is then the pelvis with the weight at the sacrum pulling it down. Breathe deeply and relax into those two forces, one pulling you up (the centrifugal force) and one pulling you down (gravity at its best). The more you relax into the floor (or into the chair when sitting), surrendering your weight to the ground while at the same time floating up, making sure that all the parts are stacked vertically on top of each other, the easier it will be for your body to find its proper alignment, reduce postural effort and take out inappropriate strain.

Now that you accomplished to do it once, you need to practice it. The best is to put yourself an anchor – e.g. each time you wait at a red light you upright yourself, or each time you get a phone call, you do it. In the beginning, make sure that you control your alignment, either in a mirror, a shopping window, or asking a real person. Breathe, relax and notice how you grow taller on your way to increased well-being.

*Hip-width means, the feet are below the hip joint (not the outside of your hips): If you place your hands on your hip bones, the finger facing the groin and then bend one leg, lifting it off the floor, you can feel the joint.

Frust ist der erste Schritt

Frust ist der erste Schritt

Foto: Photographee.eu/shutterstock.com

Da ich Radfahrerin bin, kenne ich Staus kaum; es ist fast immer genügen Platz vorhanden, um sich durchzuschlängeln und notfalls kann ich das Rad auch über Hindernisse heben. Kürzlich fuhr ich jedoch mit Freundinnen über das verlängerte Wochenende auf Kurzurlaub nach Istrien. Nach 4 Tagen genußvollstem Abhängen, mit köstlichem Essen, guten Büchern, Schwimmen im Meer und viel Schlaf brachen wir am Sonntagnachmittag mit den ersten schwarzen Gewitterwolken zurück nach Wien auf. So wie tausende andere Kurzurlauber*Innen aus den Nachbarländern. (mehr …)

Realität und Verantwortung

Realität und Verantwortung

Foto: bleakstar/shutterstock.com

Kürzlich war ich Zeugin eines Konflikts im Straßenverkehr. Nachdem der Autofahrer wütend ausgestiegen und dem Radfahrer nachgelaufen war, beschwerte er sich lautstark bei einem Passanten, dass der Mann auf dem Rad „mitten auf der Straße“ gefahren sei und ihn dann angepöbelt hätte. Was ich gesehen hatte war, dass der Autofahrer den Radfahrstreifen „mitbenutzt“ und seinen Arm aus dem Fenster gestreckt hatte, als der Radfahrer an ihm vorbeiwollte und der dann unwillig reagierte. (mehr …)

Ruhe Bitte!

Ruhe Bitte!

Foto: Ollyy/shutterstock.com

Ich kann mich noch gut erinnern, als der Lärm in meinem Kopf noch ca. 130 Dezibel erreichte. Kommentare über meine Umgebung wechselten sich ab mit Diskussionen, die ich noch zu führen hatte oder im Review-passieren lassen im Nachhinein verändern wollte. Die Spezialvariante als ich noch aktive Tänzerin war: die Choreographie der nahenden Performance in meinem Kopf durchspielen – was ja grundsätzlich ein legitimes Mittel ist, sich besser an Bewegungsabläufe zu erinnern; nur leider fing der ganze Tanz sofort von Neuem an, sobald ich den letzten Schritt gemacht hatte und raubte mir in Endlosschleife den Schlaf. Ich hatte also kaum Kontrolle darüber, wie laut es in meinem Kopf zuging. (mehr …)

Hast Du schon aufgeräumt?

Hast Du schon aufgeräumt?

Foto: Cora K. Hiebinger

Aufräumen und mich von Überflüssigem zu trennen stand nun schon ein paar Mal auf meiner Liste guter Vorsätze für das neue Jahr. Mittlerweile habe ich auch genügend Werkzeuge erlangt, um in die Gänge zu kommen und meine Vorsätze wirklich umzusetzen. Eine große Hilfe ist jeder weitere Geburtstag den ich feiere – da der mich daran erinnert, dass ich die Halbzeit bereits überschritten habe (obwohl ich gesunde 120 werden möchte da ich noch viel vorhabe 🙂 ). Jedenfalls sinkt meine Toleranzgrenze hinsichtlich Zeitverschwendung und insgesamt gegenüber allem, was ich nicht in meinem Leben haben möchte mit jedem Jahr drastisch. (mehr …)

Respect yourself! Und alle anderen auch.

Respect yourself! Und alle anderen auch.

Foto: Kentoh/Schutterstock.com

Egal weswegen jemand Sitzungen bei mir nimmt – der erste Schritt ist stets, die Aufmerksamkeit meiner KlientInnen darauf zu lenken was „ist“: was sich in der Realität abspielt, was im Körper real passiert. Das heißt dann vielleicht, dass wir bemerken, dass wir unsere Atmung drosseln und unsere Schultern hochziehen, sobald wir über den Streit mit der Chefin berichten; oder dass wir spüren, wie wir die Zähne aufeinanderbeißen und uns die Tränen verkneifen, wenn wir erzählen, dass unsere Großmutter im Sterben liegt. Dass wir merken, wie erschöpft wir eigentlich sind (weil alles gerade etwas viel ist), wir uns aber weiter zwingen so zu tun als könnten wir alles alleine schaffen. (mehr …)

7 Tipps um Deine guten Vorsätze Realität werden zu lassen

7 Tipps um Deine guten Vorsätze Realität werden zu lassen

Foto: Sarah2/shutterstock.com

Nichts hindert uns, jeden Tag und jede Begegnung, jede Unterrichtsstunde und Präsentation, jede Probe und jeden Bühnenauftritt, jedes Mal wenn wir unser Instrument in die Hand nehmen oder unseren Körper für ein Training aufwärmen, – selbst jeden Atemzug – als Neubeginn zu betrachten. Einen Neubeginn, in dem wir von neuem wählen, was wir tun wollen und was nicht.

Es ist jedoch eine sehr alte Tradition für einen Neubeginn ein spezifisches Datum festzulegen: meist hatte es mit Aussäen und Anbauen zu tun – mit der Tag und Nachtgleiche zu Frühlingsbeginn (Akitu der (mehr …)

Die Kunst, großzügig zu sein

Die Kunst, großzügig zu sein

Foto: Cora K. Hiebinger

Gerade vor den Feiertagen verbinden wir Großzügigkeit meistens mit Geschenken und materiellen Zuwendungen. Großzügigkeit muss jedoch nicht unbedingt etwas kosten. Wenngleich es laut Studien glücklicher macht, Geld für andere auszugeben als für sich selbst (siehe z.B. TED- TALK von Michael Norton) – liegt der Genuss des (mehr …)

Die Macht des Nein

Die Macht des Nein

Foto: Matthias G. Ziegler/shutterstock.com

Nein hat eine große Macht. Schon Zweijährige, die ihre Unabhängigkeit und ihre Grenzen zu entdecken beginnen wissen das und antworten häufig grundsätzlich einmal mit Nein, egal was sie gefragt werden. In YouTube Videos wirkt das Ganze entzückend und amüsant, für Eltern die laut einer Studie in dieser Phase 25 – 30 mal in der Stunde mit ihrem Kind argumentieren müssen ist es eine anstrengende Herausforderung.

Als Tante von drei sehr willensstarken Nichten habe ich die Vehemenz und Klarheit ihres Neins stets sehr bewundert: (mehr …)

Zeit für Entspannung? Wählen geht immer.

Zeit für Entspannung? Wählen geht immer.

Foto: Sakuoka/Shutterstock.com

Als ich beim Passion-Project-Workshop im September die Frage in den Raum stellte, was das denn eigentlich sei – entspannt sein – kamen die verschiedensten Definitionen: Wohlspannung im Körper spüren, mit einem Buch auf der Couch liegen, keine fixen Termine haben, alle Dinge der To-Do-Liste abgearbeitet haben, u.ä. (mehr …)

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