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Foto: Julia M. Rohn

Kürzlich war ich bei meinem jährlichen Schilddrüsen-Check-Up. Die Schilddrüsen-Expertin letztes Jahr meinte, man könne gegen Hashimoto – die Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Antikörper gegen die eigene Schilddrüse produziert und sie dadurch über kurz oder lang zerstört wird – nichts machen. Das veranlasste mich, mir bei der TCM-Ärztin meines Vertrauens, Dr. Elisabeth Yao und bei einer Kinesiologin/Physioenergetikerin Unterstützung zu holen. Es folgten Akupunkturbehandlungen und TCM-Tee-Mischungen, sowie diverse Kügelchen und eine Ernährungsumstellung, die mir u.a. warmen Frühstücksbrei bescherten, aber z.B. weißen Zucker und Gluten von meinem Einkaufszettel verbannten.
Mein diesjähriger Blutbefund zeigte einen wieder normalen TSH-, und Tg-Antikörper-Wert, der TPO-Antikörperwert ist noch erhöht, aber auf fast die Hälfte vom Vorjahr gesunken.

Dieses Ergebnis hat mich äußerst erfreut und motiviert mich sehr, weiterzumachen. Ich habe es sogleich einer Freundin mitgeteilt, die ebenfalls mit einer Hashimotodiagnose lebt. Sie freute sich mit mir, meinte dann aber, dass ihr dieser Weg nicht offen stünde, weil ich „sei ja so diszipliniert“ und sie wolle ja gar nicht „keine Süßigkeiten“ essen.

Tatsache ist, dass auch ich nicht gerne keine Süßigkeiten esse. Ich mag Kuchen und Kekse, Konfekt und Schokolade. Ich liebe gutes Brot. Es nervt mich häufig, dass ich mir nicht einfach irgendwo schnell ein Weckerl kaufen kann, sondern immer vorkochen und mir Mahlzeiten mitnehmen muss, damit ich etwas „Ordentliches “ zu essen habe. Und wie der Körper eben so ist, zeigt er mir mittlerweile – nachdem er sich offensichtlich an das gute Leben gewöhnt hat und +/- nur bekommt, was er mag – äußerst vehement, wenn ich seine neu erkämpfte Harmonie störe und – wie am Faschingsdienstag – einen Krapfen einwerfe. Das hilft dann wieder mit der „Disziplin“, weil die Konsequenzen so eines Ausrutschers so unangenehm sind, dass ich mir es beim nächsten Mal, wenn irgendetwas verlockend vor meiner Nase steht, doch wieder genauer überlege und es wieder besser schaffe, Nein zu sagen.

Es ist also so, dass auch ich mit „Disziplin“ meine Probleme habe und es genauso schwierig finde, konsequent täglich zu meditieren, mein Pilates- oder Yogaprogramm, Krafttraining und Ausdauersport zu machen, meine Gelenke spiraldynamisch zu beüben, meine Buchhaltung nicht anstehen zu lassen, regelmäßig hochkarätige Literatur zu lesen, Fachliteratur sowieso, etc.

Dinge wollen statt streng und diszipliniert sein

Was ich jedoch offensichtlich gut kann ist etwas zu wollen. Und das ist viel einfacher, als „diszipliniert“ zu sein.

So sehe ich im obigen Beispiel den springenden Punkt nicht darin, keine Süßigkeiten essen zu wollen, sondern darin, gesund bleiben zu wollen. Mit dem Fokus darauf schaffe ich es auch seit meiner Herzratenvariabilitätsmessung bei Heartrates vor ein paar Jahren, täglich mindestens 8 Stunden zu schlafen. Nicht weil ich gerne um 9h ins Bett gehe, wenn ich um 5 Uhr aufstehen muss. Sondern weil ich gerne ausgeschlafen meinen Tag bestreite (und es hasse, mich müde durch die Gegend zu schleppen), und weil ich gerne gesund bleiben möchte. Und ausreichend Schlaf ist für unsere Gesundheit einfach unumgänglich. Speziell auch für das Immunsystem und für das Hirn.

Ich finde es auch nicht sonderlich prickelnd, seit einem Jahr fast jedes Wochenende in einem Ausbildungszentrum zu verbringen, in meiner kargen Freizeit zu lernen und seit Monaten wöchentlich 26 Stunden für einen Hungerlohn PatientInnen im Viertelstunden-Takt zu behandeln unter räumlichen Bedingungen, die unergonomischer gar nicht sein könnten. Das zu erwartende Endergebnis dieses ganzen Aufwandes ist es mir dann aber doch wert – ganz abgesehen von der täglichen Horizonterweiterung, wie im Februar-Blog beschrieben. Wenn ich meinen Fokus darauf richte was mir wirklich wichtig ist, muss ich nicht jeden Tag von Neuem entscheiden, ob ich nun um 5h aufstehen möchte oder nicht, mir Essen vorkochen möchte oder nicht, meine Beziehungen pflegen möchte oder nicht, mich weiterbilden möchte oder nicht, aufmerksam in der Realität sein möchte oder nicht, monatlich einen Blog und Newsletter schreiben möchte oder nicht.

Ein paar große, statt unzählige kleine Entscheidungen treffen

All diese kleinen Entscheidungen fallen weg, wenn wir uns für einige wenige wichtigen Dinge entscheiden und uns dann immer wieder daran erinnern was wir eigentlich wollen.
Obama hat das in einem Interview mit Vanity Fair gut auf den Punkt gebracht:

“You’ll see I wear only gray or blue suits,” he said. “I’m trying to pare down decisions. I don’t want to make decisions about what I’m eating or wearing. Because I have too many other decisions to make.” He mentioned research that shows the simple act of making decisions degrades one’s ability to make further decisions. It’s why shopping is so exhausting. “You need to focus your decision-making energy. You need to routinize yourself. You can’t be going through the day distracted by trivia.”

Nicht nur für den Alltag ist dieses Prozedere hilfreich, auch für Krisen, z.B. in Beziehungen. Kriselt es, können wir uns daran erinnern, dass wir die Beziehung einmal wollten, die Nähe zu diesem Menschen einmal suchten – sonst gäbe es die Beziehung ja nicht. Dann können wir uns überlegen, ob wir diese Beziehung weiterhin haben möchten. Wenn beide Beteiligten das bejahen, geht es nur noch darum, dafür zu sorgen, dass die Beziehung weiterbestehen kann: vielleicht braucht es ein klärendes Gespräch (oder viele), vielleicht braucht es Mediation, eine Paartherapie, sicher braucht es Veränderungen. Aber sobald die grundsätzliche Entscheidung gefallen ist, dass du die Beziehung willst und bereit bist, dafür etwas zu tun, musst du ganz viele andere Dinge nicht mehr jedes Mal neu entscheiden. Deine Freundin macht es wahnsinnig, wenn du die Zahnpastatube offenlässt? Mach sie zu. Deinen Partner nervt es, wenn du die Klopapierrolle nicht nachfüllst? Füll sie nach.

Was willst Du eigentlich?

Eine der wirklich wichtigen Fragen ist die danach, was wir eigentlich wollen. Wie wir sein wollen, wie wir leben, was wir bewirken, erreichen wollen. Wenn dir das einmal klar ist, kannst du dich immer wieder daran erinnern, dich immer wieder von neuem dafür entscheiden und dich daran orientieren. Und dann mache immer wieder einen Schritt in die von dir vorgegebene Richtung. Der Weg zu dem was du willst ist voraussichtlich nicht eben und schnurgerade. Aber jedes Mal, wenn du dich wieder darauf fokussierst, was es ist, das du willst, erfolgt wieder eine kleine Kurskorrektur und es wird mit der Zeit immer leichter, die Richtung zu wahren. Dann gehen dir Süßigkeiten plötzlich kaum mehr ab und 8h Schlaf sind ganz normal.

Eine der relevantesten Erkenntnisse die ich durch die Körperarbeit erlangt habe und bestrebt bin, meinen KlientInnen zu vermitteln ist genau diese Freiheit – in jedem Augenblick aufs Neue entscheiden zu können, was wir wollen. Wie wir sein und leben, was wir zur Welt beisteuern wollen. Die ersten drei InteressentInnen, die sich bei mir melden, weil sie ihren Willen gezielt stärken wollen, um ihn produktiv für ihre Ziele einzusetzen erhalten 4 Sitzungen zum Preis von 3.
Alle 4 Sitzungen sind wöchentlich zu absolvieren. First come first served. Gültig bis 17. April 2019.

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