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Foto: Cora K. Hiebinger

Wanderschuhe. Badeanzug. Schlafsack und Liegematte. Oropax. Lesestoff. Gewürze. Taschenmesser. Kaffee. Campinggeschirr und -kocher. Zelt. Gewand in Schichten. Sandalen. Waschzeug. Sonnencreme. Kopfbedeckung. Handtuch.

Das sind die Dinge, die ich für meinen Urlaub im Salzkammergut einpacke. Wanderschuhe sind für einen Aufenthalt am Fuße des Höllengebirges selbstverständlich ein Muss. Der Hochlecken lockt auch heuer wieder mit seinem Ausblick über das Seengebiet. Badeanzug muss natürlich ebenfalls mit – campen am See heißt, dass man schon vor dem Frühstück das erste Mal schwimmt – und selbst wenn die Außentemperaturen vom hochsommerlichen wieder einmal eher ins frühlingshafte sinken, bleibt die Wassertemperatur doch gleichmäßig angenehm. Da mir guter Schlaf sehr wichtig ist, habe ich Oropax mit dabei (die Zeltwände sind dünn und nicht allen ist das immer so ganz klar) und als Ersatz für meine alte Iso-Matte eine großartige Liegematte erstanden, die es mir ermöglicht, weiterhin auf dem Zeltboden zu schlafen. Gutes Essen ist mir auch sehr wichtig, d.h. auch wenn ich mich auf einen Seesaibling-Steckerlfisch und einmal eine Reinanke freue, wird doch vorwiegend auf dem Campingkocher gekocht. D.h. Salz, Pfeffer, Curry, Oregano, Chilli und die Spezialmischung meines Kollegen Bernhard Friedrich sind fix mit dabei. Und natürlich ausreichend Lesestoff, mit dem mich Anna Jeller verlässlich versorgt.

Öffentlich anzureisen hilft sehr, nur das Nötigste mitzunehmen, das, was für mich die Essenz eines Urlaubs ausmacht. Das mag für jedeN etwas anderes sein, aber wie auch immer, was ich nicht selber schleppen kann, kommt einfach nicht mit. Aber auch wenn diese Reduktion auf das Nötigste aus einer Notwendigkeit heraus entsteht, schätze ich doch das Konzept der Essenzsuche seit Jahren mehr und mehr. Um nichts anderes geht es ja auch in meiner Arbeit – im Grunde begleite ich meine KlientInnen immer wieder auf diesem Weg zu ihrer ganz persönlichen Essenz.

Verhaltensweisen, Atemmuster, Glaubenssätze oder Überzeugungen die wir uns im Laufe unseres Erwachsenwerdens antrainiert haben sind nichts anderes als „Extras“, die wir ohne viel nachzudenken über Jahrzehnte mit uns herumschleppen. Als „Überlebens“-Strategie, die wir uns vielleicht mit 4 zugelegt haben, schlucken wir unseren Zorn herunter und sind ganz, ganz lieb. Oder wir fahren uns ganz herunter und gehen in einen Überdauerungs-, einen Aushalte-Zustand, voll überzeugt davon, sowieso nichts ausrichten zu können. Oder wir haben uns eine automatische Rüstung angelegt, die uns alle und alles etwas vom Leib hält. Das Problem: solche Extras kosten uns Energie und Aufmerksamkeit, können zu Verspannungen oder sonstigen Beschwerden führen und überlagern unsere eigentliche Essenz zumindest mit einem Grauschleier.

Umso erfrischender ist es, wenn es einE KlientIn schafft, so einen Extra-Zustand abzulegen. Plötzlich ist jemand nicht mehr „lieb“ sondern ganz, ganz klar. Plötzlich spürt sich jemand nicht mehr als hilfloses Opfer, sondern kraftvoll und voller Schabernack. Plötzlich ist jemand nicht mehr von der Welt getrennt, sondern sanft und großzügig mit ihr verbunden.

Nur mit dem zu reisen, was man wirklich braucht ermöglicht Flexibilität und Unabhängigkeit. Es macht leicht und gibt ein Gefühl der Freiheit. Und – da die Welt – davon bin ich überzeugt – die Essenz von jedeR von uns dringend braucht, machen wir mit jedem Loslassen eines Extras die Welt zu einem besseren Ort.

Es ist nicht so schwierig, wie es scheint. Es geht im Grunde immer nur darum, etwas nicht mehr zu tun, zu glauben, etwas loszulassen. Immer wieder. Und Deine Essenz wird immer sichtbarer und zu glänzen beginnen.

Wenn Du Unterstützung dabei willst, dich von ein paar Extras zu befreien – ruf mich an. Und verbessere dabei auch gleich die Welt. 😎

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