+43 677 629 38 596 office@corahiebinger.at

Was Dir ein Lernprozess nach der Grinberg-Methode bringen kann.

In den letzten vier Monaten habe ich meine Sicht auf die Grinberg-Methode dargelegt (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4) Darauf, wie ein Lernprozess grundsätzlich ablaufen kann und welche Werkzeuge wir dabei häufig verwenden. Aufmerksamkeit, Atmung, und Ausstieg aus dem Automatismus erlernter Muster, mit denen Du auf oder in bestimmten Situationen reagierst. Und dann üben, üben, üben von Bemerken, Verstärken, Loslassen und Erlauben. So wie immer, wenn es um Lernen geht, läuft Dein Lernprozess in den seltensten Fällen geradlinig ab. Phasen der (scheinbaren) Stagnation sind gefolgt von Phasen, in denen du vielleicht überhaupt überzeugt bist, in alte Zeiten zurückzufallen, die du schon für beendet hieltst. Um gleich darauf einen riesigen Sprung nach vorne zu machen der dich deinem Ziel um ein großes Stück näherbringt. Um dann kurz mal wieder abzustürzen. Das Ganze fordert dich auf allen Ebenen, du wirst mit oft unangenehmen Erinnerungen und Erkenntnissen konfrontiert, musst Schlussfolgerungen über Bord werfen, die du in Stein gemeißelt glaubtest. Du sollst plötzlich zustimmen, Dinge zu spüren, die du oft über Jahrzehnte geübt hast aus deiner Wahrnehmung zu verdammen. Und du brauchst Geduld. Viel Geduld.

Und weil es eine meiner Aufgabe als Praktikerin ist, dich immer wieder darauf aufmerksam zu machen, wo du stehst und was du tust; dich immer wieder davon abzuhalten auszubüchsen, statt einer Realität (z.B. was das, was du tust mit Leuten machst, die dir eigentlich am Herzen liegen) ins Auge zu sehen, oder einem Gefühl (Angst, Schmerz, Wut, …..) Raum zu geben, statt so zu tun, als hättest du es gar nicht und stündest über den Dingen. Und weil ich dabei sicher so stur bin, wie meine Praktikerin es war, die sich einfach nicht abschütteln ließ und nicht aufgab – bis ich gelernt hatte, was ich lernen wollte. – Deshalb nerve ich dich möglicherweise manchmal ganz ungeheuer. Weil ich dich daran erinnere, wie es sein könnte; daran, warum du deinen Lernprozess begonnen hast. Weil ab und zu vergisst du das vielleicht, weil dir das Lernen und Dranbleiben einfach nur mehr mühsam vorkommen. Und das Üben. Und das Hinfallen und wieder Aufstehen (Krone richten nicht zu vergessen – auch das nervt irgendwann).

Wenn Du dich entscheidest, mit mir gemeinsam einen Lernprozess zu beginnen und den durchzuziehen, bis du die gewünschte Veränderung in deinem Leben erreicht hast, dann bleibe ich an deiner Seite und unterstütze dich. Nicht nur, wenn es gerade gut läuft, sondern auch in den schwierigen Zeiten, wo es vielleicht einfacher scheint, wieder zu Gewohntem zurückzukehren. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich auszahlt durchzuhalten. Aber so was von. Daher hier die drei größten Errungenschaften, die ich mit und durch die Grinberg-Methode erreicht und die mein Leben verändert haben.

Saubere Beziehungen

Eines der wertvollsten Ergebnisse meines jahrelangen Lernens als Klientin, Studentin, und Praktikerin der Grinberg-Methode ist es, „saubere“ Beziehungen zu haben. Das heißt, ich habe nur mehr Menschen in meinem näheren Umfeld, die mich mögen und mir eindeutig wohlgesonnen sind, auf die ich mich verlassen kann, mit denen ich mich austauschen kann, die mich mit meinen Stärken und Schwächen akzeptieren und mich nicht eigentlich anders haben wollen – und wo das alles auf Gegenseitigkeit beruht.

Das heißt nicht, dass ich all diese wunderbaren Menschen ständig um mich habe (bzw. haben kann), oder dass alles immer super rund und ohne jeglichen Konflikt abläuft. Aber es heißt, dass wir keine offenen Rechnungen miteinander haben. Dass, wenn mich etwas wirklich stört, ich das ansprechen kann; und dass mir mein Gegenüber, wenn ich sie oder ihn nerve (das kommt durchaus vor) mir das im Gegenzug auch sagen kann. Und vielleicht sind wir dabei auch nicht derselben Meinung, oder brauchen sogar eine kurze Pause voneinander. Aber die Dinge liegen auf dem Tablett und werden nicht irgendwo hinterrücks über fünf Ecken oder kryptische Textnachrichten wie eine Fehde ausgetragen. Niemand stellt sich über den anderen, niemand manipuliert oder erpresst emotional. Niemand lügt einander an, wir wissen, woran wir mit einander sind. Und das uns gewisse Dinge aneinander nerven – das darf einfach so sein.

Klingt selbstverständlich. Aber wenn ich mich so umschaue, ist es das leider nicht. Ich hatte früher immer wieder mal auch Leute um mich, die mich zu manipulieren suchten, die mich angelogen oder über mich gelogen haben, die meine Nähe suchten, um mir gleich darauf sehr deutlich zu zeigen, dass ich bloß geduldet war in ihrem Kreis, die mich ein ständiges Kalt-Warm durchlaufen ließen. Sobald mir klar war, dass ich an diesem Verhalten nichts ändern konnte, habe ich mich -z.Tl. mit schwerem Herzen – von ihnen absentiert. Interessanterweise habe ich die meisten früher auch zufällig auf der Straße getroffen. Seit der Entscheidung, dass es mir reicht – nicht mehr.

Wie mir GM dabei geholfen hat saubere Beziehungen zu haben: überhaupt erst mal zu spüren, was da abläuft (z.B. dass ich da gerade manipuliert werde), zu spüren, das ich so nicht behandelt werden möchte, zu spüren, was an mir liegt und was nicht, wo ich etwas verändern kann, und wo nicht. Den Mut aufzubringen, Nein zu einem Menschen zu sagen, den ich mag.

Wollen mit jeder Zelle

Wie schon des öfteren erwähnt, ist meine Mutter überzeugt davon, dass ich immer schon gemacht habe, was ich wollte. Ich bin mir da nicht ganz so sicher, aber dem, dass mir ein substantielles Paket an Sturheit mit in die Wiege gelegt worden ist stimme ich voll und ganz zu. Ohne diese Qualität hätte ich wohl weder mein Austauschjahr in der Türkei, mein Studium, noch den Aufbruch nach und Aufenthalt in New York geschafft.

Die Grinberg-Methode hat mir aber geholfen, meinem Willen eine Selbstverständlichkeit zu geben, mich nicht mehr so sehr zu rechtfertigen für das was ich will oder eben nicht will. Die Werkzeuge, die ich durch die GM gelernt habe, haben mir ermöglicht, mit allem was ich bin und was ich habe zu wollen. Nicht automatisch zu kämpfen, weil ich erwarte, dass sich andere gegen meine Wünsche stellen werden – sondern durchaus auch mal mit einer SteterTropfenhöhltdenStein-Sanftheit, die sich mit kontinuierlicher Anpassung sowohl an die Umgebungsbedingungen und auftauchende Hindernisse, als auch an sich bietende Gelegenheiten langsam aber sicher ans Ziel schlängelt. Situationselastisch sozusagen.

Und mit diesem Undulieren in die von meinem Wollen vorgegebene Richtung schärfen sich auch meine Ziele mehr und mehr, immer mehr „Extras“ und irrelevante Verzierungen bröckeln ab, je länger ich diese gerichtete Elastizität praktiziere. Was es unglaublich erleichtert, mein Sinnen und Trachten auf wenige Hauptziele zu fokussieren und alle Entscheidungen immer wieder damit abzugleichen: wenn es eines meiner Ziele ist, (weiterhin) saubere Beziehungen zu haben, ist es nicht förderlich einen Konflikt über What’sApp-Nachrichten auszutragen – das geht persönlich um einiges besser. Wenn ich das Privileg gesund zu sein weiterhin genießen möchte ist es nicht sinnvoll, mich jeden Tag mit junk-food voll zu stopfen. Beim Griff ins Süßigkeiten-Regal reicht dann die Erinnerung an mein Ziel, um daran vorbeizugehen. Und natürlich nützt das manchmal trotzdem nichts. Aber doch sehr oft.

Ich Sein

Eine dritte große Errungenschaft – die mit den obengenannten in engem Zusammenhang steht – ist es, dass ich mir seit meinem Lernprozess sehr viel mehr erlaube, einfach ich zu sein. Früher hatte ich z.B. noch den Anspruch, möglichst alles selbst zu können – wie in der Schule, quasi Vorzugsschülerin sein mit guten Noten in allen Fächern – egal ob mich das interessiert und gut unterrichtet wurde oder Bezug zu meinem Leben hatte – oder nicht. Und mich auch ständig mit anderen verglichen habe, die Dinge besser konnten als ich. Was ganz schön stressig war.

Darauf habe ich keine Lust mehr. Mir ist bewusst, dass ich Stärken und Schwächen habe. Und dass manche Leute Dinge können, von denen ich noch nicht einmal zu träumen wage. Ich bin auch durchaus daran interessiert, an meinen Schwächen zu arbeiten. Oder mir Expert*Innen als Vorbilder zu nehmen. Aber nicht, um Schwächen im Sinne einer radikalen Selbstoptimierung „auszumerzen“, sondern, um mich mehr und mehr zu der Person zu entwickeln, die ich sein möchte. Und nicht, weil ich mich selber runtermache, weil jemand etwas besser kann als ich. Wenn es mir wichtig ist und ich es auch können möchte, dann muss ich eben Zeit und Energie ins Lernen stecken – und üben. Manche Dinge hingegen interessieren mich einfach nicht wirklich – oder nicht so sehr wie andere – und es gibt eben nur 24h in einem Tag. Sprich – ich muss nicht alles können. Und an dem, was ich können möchte, bleibe ich dran und bemühe mich, mich weiterzubilden und zu verbessern. In Körperarbeit nach der Grinberg-Methode z.B. Und in Faszientherapie. Und ich kann mittlerweile auch meine Stärken als solche erkennen und sie entsprechend würdigen. Nur weil mir manche Dinge leicht fallen, heißt das nicht, dass sie weniger wert sind.

Beenden und Weiter-Lernen

Die großen Errungenschaften, die mir mein Lernprozess nach der Grinberg-Methode ermöglicht haben, gehen mir nie wieder verloren. Ich mag vielleicht einmal ausrutschen, aber gelernt ist gelernt (wie Fahrradfahren), und die Werkzeuge stehen mir ja immer zur Verfügung. Ich bin dem, was ich hier erlernt habe und meiner sturen, ausdauernden, herzlichen Praktikerin unendlich dankbar. Es hat sich auf jeden Fall ausgezahlt dranzubleiben.

Ein Lernprozess ist irgendwann einmal zu Ende. D.h. aber nicht, dass das Lernen jemals zu Ende ist, ich denke, das geht das ganze Leben weiter. Und ab und zu braucht jede*R von uns wieder einmal Unterstützung oder einen Input von außen – um entweder einen blinden Fleck auszuleuchten, oder einen inspirierenden Anstoß zu erhalten, oder einfach nur, weil es den Weg zu unseren Zielen erleichtert.

Wenn Du ein Thema angehen möchtest, dass dich schon länger beschäftigt, wenn du einen Lernprozess beginnen möchtest, neuen Input brauchst oder Dir Unterstützung wünscht: Ich bin bereit. Es mag vielleicht zeitweise mühsam werden, aber es zahlt sich aus.

 

 

Die Autobahn in uns.

Die Autobahn in uns.

Meine Sicht auf die Grinberg-Methode (Teil 4) In Vorbereitung auf den neuen Blog musste ich feststellen, dass ich Dir noch etwas schulde: den dritten Vorteil des Verstärkens, den ich in Teil 2 angekündigt habe. Neben der Möglichkeit, dadurch Deine Selbstwirksamkeit...

mehr lesen
Loslassen. Erlauben.

Loslassen. Erlauben.

Meine Sicht auf die Grinberg-Methode (Teil 3) Hermann van Veen trat am 1. Juni dieses Jahres im Konzerthaus auf. Er wird mit frenetischem Applaus empfangen und mit Standing-Ovations verabschiedet. Als Musiker, Sänger, Kabarettist, Clown, Poet, Humanist, steht er...

mehr lesen

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen