Ausgeschlafen ist das neue Cool

Oder auch nicht. Warum wir nicht nur im Urlaub mehr auf unseren Schlaf achten sollten.

Foto: Doucefleur/shutterstock.com

Vor nicht ganz 2 Jahren hatte ich die Gelegenheit meine Herz-Raten-Variabilität (HRV) messen zu lassen. 30 Stunden lang nahmen 2 Messelektroden Daten auf, während ich arbeitete, Sport trieb, aß, las und schlief.  Elis Sonnleitner, Gründerin von heartrates.at analysierte danach die Messerresultate und erklärte mir die Ergebnisse. Ich war durchaus schockiert zu hören, dass ich meinem Körper laut HRV offensichtlich nicht wirklich ausreichend Erholung gönnte und meine Schlafqualität zu wünschen übrigließ (obwohl mein Schlafmodus in der Regel wie folgt zu beschreiben ist: ins Bett – einschlafen – Wecker – aufwachen). Weiterlesen

Sei freundlich zu dir selbst

Foto: CK.Hiebinger

Das buddhistische Meditationszentrum meiner Wahl (Shambhala Buddhismus in der Stiftgasse) besticht durch seine Unaufgeregtheit. Die Menschen, dich ich dort kennengelernt habe sind in ihren ganz unterschiedlichen Berufen erfolgreich und stehen voll im Leben – angenehm „unheilig“ und nicht abgehoben: niemand gibt vor, die Erleuchtung schon in greifbarer Nähe zu spüren – und doch machen sie weiter und arbeiten an der „grundlegenden Gutheit“, die uns allen innewohnt.

Was mich an dieser Form des „Sitzens“ noch beeindruckt hat ist die Sanftheit, zu der man im Umgang mit sich selbst angehalten wird. „Sei freundlich zu Dir selbst“ ist ein Satz den ich immer wieder gehört habe – und den ich nun häufig meinen KlientInnen mit auf den Weg gebe.

Sicher haben wir alle schon Situationen erlebt, in denen uns andere klein gemacht, ungerecht behandelt, herabgewürdigt, beschimpft oder uns ganz einfach mit Gemeinheiten bedacht haben.

Sicher haben wir das alles nicht als angenehm empfunden – was uns jedoch nicht davon abhält, uns auch selbst mit abfälligen Bemerkungen herunterzumachen, streng zu kritisieren, oder zu beschimpfen. Wir reden mit uns und über uns oft auf eine Art und Weise, die uns die Schamesröte ins Gesicht treiben würde, sprächen wir so über eine andere uns nahestehende Person.

Freundlich zu Dir sein heißt nicht, dass Du von jetzt an alles super findest, was du tust und sagst und dir, egal was für eine Aktion Du gerade geliefert hast lächelnd auf die Schulter klopfst.

Freundlich zu Dir selbst heißt, dich wie eine dir liebe Freundin zu behandeln. Zu der sagst du ja sicher nicht „Was bist du doch für ein Idiot!“ wenn sie einen Fehler gemacht hat. Einen guten Freund bremst du vielleicht ein, wenn er sich nur mehr von einem Termin zum anderen schleppt und halbkrank und übernachtig sein Leben fristet. Und sagst ihm, dass du dir Sorgen um ihn machst und dass er seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Wenn gute FreundInnen dich an ihren Wünschen und Träumen teilhaben lassen sagst du nicht als erstes gleich einmal „das wird sowieso nichts.“ Du hörst ihnen zu und unterstützt sie darin, realistische Schritte zu setzen und bestärkst sie, das zu tun was sie glücklich macht. Beschimpft jemand Deine FreundInnen oder behandelt sie ungerecht, wirst du für sie da sein und ihnen den Rücken stärken, oder sogar selbst einschreiten, um die AggressorInnen zu stoppen und in ihre Schranken zu weisen. Und wenn deine FreundInnen Hirngespinsten nachhängen, bist du diejenige, die ihnen die Augen öffnet und sie wieder in die Realität zurückholt.

Ich habe mit FreundInnen ein Abkommen getroffen: falls wir mit zunehmendem Alter schrullig zu werden beginnen oder einem gewissen Realitätsverlust anheimfallen, teilen wir das einander mit. Weil wer sonst, wenn nicht unsere FreundInnen sollte uns darauf hinweisen, dass wir uns gerade ins Hemd lügen, im Begriff sind, eine große Dummheit zu begehen, oder eine unserer „Eigenheiten“ gerade auf die Spitze treiben. Freund-lich sein hat also auch ganz viel mit ehrlich sein und in der Realität sein zu tun.

Die Zustände, die wir kreieren und in denen wir uns selber niedermachen führen immer zu einer Verzerrung der Realität. Weil wenn du ehrlich bist, weißt du natürlich, dass du keinE VollidiotIn oder VersagerIn bist, aber möglicherweise gerade etwas getan hast was nicht ausnehmend klug war. Und wenngleich jedeR von uns ein Einzelstück und damit schon in sich vollkommen ist, so entbehrt doch der Anspruch „perfekt“ sein zu müssen (im Sinne von keine Schwächen, keine Fehler zu haben oder zu machen) nicht einer gewissen Arroganz. Freundlichkeit zu sich selbst beinhaltet dann, uns mit einem grundsätzlichen Wohlwollen zu betrachten, Entwicklungspotentiale zu sehen („there is room for improvement“), mit sanfter Ausdauer dranzubleiben und beim nächsten Mal aufs Neue unser Bestes zu geben.

Nächstes Mal, wenn Du wieder einmal über dich schimpfst oder schlecht redest, überprüfe einmal, ob du dieselben Worte, denselben Tonfall einer guten Freundin, einem guten Freund gegenüber anschlagen würdest. Freundlicher mit sich umzugehen bewirkt dann möglicherweise auch ein friedlicheres Miteinander – du mit dir, du mit anderen.

Zum Thema friedlicher gibt es im September auch das Symposium Peace Now, das das Shambhala Zentrum ausrichtet. Bis 30. Juni gilt noch der FrühbucherInnen-Bonus. Auch ich wurde eingeladen einen Workshop zu halten – der findet am Sonntagvormittag zum Thema „Respekt Yourself For Peace“ statt:

Friede in der Welt beginnt mit Frieden in und mit unserem Körper. Spüren wir uns besser und begegnen unserem Körper mit Respekt, zeigt uns der sehr genau, wo es langgeht: wieviel Ruhe er braucht, was er zu Essen mag, wie er sein Potential verwirklichen möchte. Geben wir ihm (und damit uns) Raum, sind wir zufriedener und es fällt uns leichter, auch andere sein zu lassen, wie sie sind. Damit ist ein erster Schritt zu einer zufriedeneren, friedlicheren Stadt getan. In diesem Workshop trainieren wir unsere Körperaufmerksamkeit, damit wir wieder besser spüren können was uns unsere Körper zu sagen haben.

Willst Du schon früher Freundlichkeit zu Dir selbst üben? Schaffe Dir Deine ganz private Freundlichkeits-Challenge: plane für einen gewissen Zeitraum (1 – 6 Wochen) jedes Mal, wenn Du dazu ansetzt etwas Negatives über Dich zu sagen oder mit dir zu schimpfen, das zu bemerken, tief durchzuatmen und Dir vorzustellen, das zu oder über (D)ein Kind, oder sonst jemanden zu sagen, den Du wirklich gerne magst. Schau, ob das nicht einiges an Schärfe herausnimmt aus Deinen Anmerkungen.

Oder Du schaust bei einer Happy_Body_Revolution vorbei, und lernst Deinen Körper anatomisch funktionell zu be- und damit zu ent-lasten.

Oder Du machst Dir einen Termin für eine Einzelsitzung aus und lernst Freundlichkeit zu Dir am eigenen Körper. Im Juni und Juli sind Erstsitzungen für Neu-KundInnen um 55% ermäßigt – Codewort: Freundlichkeit.

Ich freue mich, von Dir zu hören, wie es Dir damit geht, freundlicher und sanfter mit Dir selbst umzugehen!